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Datenqualität

Materialstammdaten weisen hohe Fehlerquote auf

| Redakteur: Claudia Otto

Die Materialstammdaten strotzen in fast allen Firmen Deutschlands vor erheblichen Fehlern. Nach einer Erhebung des Datenqualitäts-Experten Omikron Data Quality weist lediglich jedes sechste Unternehmen mit mehr als 50 Mio. Euro Umsatz eine geringe Fehlerquote auf, bei allen anderen liegt sie teilweise sogar über 30%.

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Befragungsergebnis: Geschätzte Fehlerquote in den Materialstammdaten. Bilder: Omikron
Befragungsergebnis: Geschätzte Fehlerquote in den Materialstammdaten. Bilder: Omikron
( Archiv: Vogel Business Media )

Zu den Ursachen für die schlechte Datenqualität zählen vor allem mangelhafte Regeln und Prozesse für ein einheitliches Stammdatenmanagement sowie unzureichend organisierte Verantwortlichkeiten und fehlende technische Möglichkeiten zur automatischen Datenpflege.

„Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft meist eine erhebliche Lücke“, fasst Omikron-Geschäftsführer Carsten Kraus die Ergebnisse zusammen. „Offenbar stand das Management der Materialstammdaten bisher nicht auf der Tagesordnung oder hatte keine adäquate Gewichtung.“ Denn in 84% der befragten Firmen liegt eine Fehlerquote von über 10% vor.

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Dies bedeutet bei genauerer Betrachtung, dass die Materialstammdaten in jedem zweiten Fall Mängel in einer Größenordnung von bis zu 20% beinhalten. Noch schlimmer sieht es beim Rest aus, wo in noch größerem Umfang Dubletten, falsche Klassifikationen oder unverständliche Materialtexte bestehen. Bei 9% der befragten Firmen herrschen sogar sehr kritische Verhältnisse: diese melden eine Fehlerquote von mehr als 30%.

Schlechte Datenqualität durch nicht klar definierte Prozesse

Zu den hauptsächlichen Ursachen der schlechten Datenqualität zählt vor allem, dass die Prozesse und Regeln zur Stammdatenpflege nicht im erforderlichen Maß definiert sind. Dieses Problem besteht bei zwei Dritteln der Unternehmen. Auch diesbezügliche Verantwortlichkeiten sind in ähnlich vielen Firmen nicht klar bestimmt. Hinzu kommt in drei von fünf Fällen das Fehlen angemessener Softwarelösungen, die für eine automatisierte Datenpflege sorgen.

Zudem klagen 57% der Unternehmen über eine unzureichende Sensibilität für die Qualitätserfordernisse beim Stammdatenmanagement. Aber auch unzureichende Ressourcen und eine große Zahl an Datenquellen tragen bei der Hälfte der Firmen zu den derzeitigen Schwächen bei.

Mit Stammdatenpflege Einsparpotenziale ausschöpfen

„Eine nachhaltige Datenbereinigung bringt entscheidende Wettbewerbsvorteile“, betont Dr. Holger Hildebrandt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME). Schließlich würden Einkauf, Bestandsführung, Disposition und Rechnungsprüfung regelmäßig auf Materialstammdaten zurückgreifen.

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