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RFID

Maximale Versorgungssicherheit bei C-Teilen

| Autor/ Redakteur: Michael Bock / Benedikt Hofmann

Ein Sortiment aus mehr als 1.000.000 Artikeln bildet die Basis für die optimale C-Teile-Abwicklung eines Anbieters für Montagetechnik. Im Fokus des Belieferungskonzepts steht eine kundenorientierte RFID-Lösung, die eine zeitgenaue Kanban-Versorgung und Behälterlogistik ermöglicht.

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Das RFID-Gate an der Verladerampe ist mit einem Simatic-Reader RF670R und vier abgesetzten Antennen ausgestattet. Ausgelöst beim Durchfahren einer Lichtschranke, werden die RFID-Daten der Palette erfasst und dem Warenwirtschaftssystem zugeführt.
Das RFID-Gate an der Verladerampe ist mit einem Simatic-Reader RF670R und vier abgesetzten Antennen ausgestattet. Ausgelöst beim Durchfahren einer Lichtschranke, werden die RFID-Daten der Palette erfasst und dem Warenwirtschaftssystem zugeführt.
( Bild: Siemens )

Häufig sind die Fertigungshallen überfüllt mit Regalen für Montageteile wie Schrauben, Steckverbinder, Schellen, Nieten und der Lagerplatz wird nicht effizient genutzt. Dies kann zu Störungen der Prozessabläufe führen. Schlankere Prozesse bei der Beschaffung von C-Teilen – also Teilen, deren Beschaffungswert im Vergleich zum Beschaffungsaufwand relativ niedrig ist – senken die Kosten und reduzieren die Lagerflächen, da man aufgrund der reibungslosen Teileversorgung weniger Behälter und Regale benötigt. Fertigungsunternehmen setzen deshalb selbststeuernde Systeme ein, sogenannte Kanban-Systeme, die eine verbrauchsgesteuerte Lagerbefüllungs- und Nachschubstrategie für C-Teile bieten.

Modular aufgebaute Lösungen

Würth Industrie Service im württembergischen Bad Mergentheim ist ein Vollsortimenter und Logistikdienstleister im Bereich Montagetechnik. Mit einem breit gefächerten Sortiment, das von Verbindungs- und Befestigungstechnik über Werkzeuge bis hin zu chemisch-technischen Produkten reicht, hat sich das Unternehmen erfolgreich als Partner für die Versorgung mit Kleinteilen platziert. Einen Namen gemacht hat sich Würth mit der Realisierung individueller, logistischer und dispositiver Versorgungs- und Dienstleistungskonzepte für Industriekunden. So bietet das Unternehmen modular aufgebaute Lösungen für das C-Teile-Management unter dem Namen C-Produkt-Service (CPS) an.

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RFID-Kanban beschleunigt die Auftragsabwicklung

Seit rund einem Jahr ergänzen innovative RFID-Kanban-Systeme die bisherigen Lösungen. CPS RFID steht für die funkgesteuerte und automatische Übermittlung der Artikel- und Behälterdaten von der Produktion des Kunden zum Würth-Zentrallager in Bad Mergentheim. Die RFID-Palettenbox, auch I-Box genannt, ist das Herzstück der neuen Logistiklösung. Der Warenbedarf wird durch das Ablegen eines leeren Teilebehälters in diese Box signalisiert. Sobald ein Mitarbeiter einen Leerbehälter in die I-Box gestellt und den Deckel geschlossen hat, liest ein in der Box installierter RFID-Reader die Transponder-Daten des Kleinteilebehälters. Die Daten erlauben eine eindeutige Zuordnung von Kunde, Behältergröße, Füllmenge und Lagerort, aber auch die Chargenrückverfolgung. Die Daten werden regelmäßig an das Würth-Logistikzentrum übermittelt, wodurch die Auftragsabwicklung ohne Verzögerung erfolgt.

Warenbedarf wird mittels „intelligentem“ Briefkasten signalisiert

Bei sperrigen Teilen, die nicht in die Kleinteilebehälter passen, kommt eine Paletten-Kanban-Lösung mit Karten zum Einsatz. Die Prozesse sind mit der BehälterLösung identisch, nur dass in diesem Fall die Kanban-Karte statt des leeren Behälters die verbrauchte Ware repräsentiert. Der Warenbedarf wird hierbei durch Einwerfen der Kanban-Karten, die RFID-Tags enthalten, in einen „intelligenten“ Briefkasten signalisiert. Eine Lampe zeigt die erfolgreiche Lesung und die automatische Bestellung der erforderlichen C-Teile an. Der mit einer RFID-Antenne ausgestattete Briefkasten bildet eine Einheit mit der Palettenbox.

Wartungsfreier Dauereinsatz

In der Palettenbox ist ein RFID-Schreib-Lese-Gerät Simatic RF670R von Siemens installiert. Der stationäre Reader eignet sich aufgrund seiner kompakten Bauweise für Anwendungen in der Produktionslogistik und Distribution. An den Reader angeschlossen sind zwei abgesetzte UHF-Antennen Simatic RF640A. Bei der Implementierung der I-Tagbox für Paletten-Kanban macht Würth von der Möglichkeit Gebrauch, bis zu vier externe UHF-Antennen an den Simatic-Reader anzubinden. Die Antenne des Briefkastens ist direkt mit dem RFID-Reader der I-Box verbunden. Ein für den wartungsfreien Dauereinsatz ausgelegter Nanobox-PC Simatic IPC227D übernimmt Steuerungs- und Kommunikationsaufgaben und dient gleichzeitig als Sammler der RFID-Informationen. Die Anbindung des Readers an den IPC erfolgt über XML-Protokoll, TCP/IP und Ethernet.

„Das RFID-gestützte C-Teile-Management erlaubt dem Kunden eine übersichtliche Lagerhaltung, optimale Platznutzung und die Möglichkeit, alle Behälterbewegungen und damit den Teileverbrauch zu verfolgen und auszuwerten“, erklärt Heiko Ehrmann, bei Würth Industrial Services verantwortlich für Software und Entwicklung. Die Lösung schafft Transparenz und bietet höchstmögliche Sicherheit im Kanban-Prozess. Darüber hinaus hat der Kunde jederzeit Zugriff auf statistische Auswertungen bis auf Behälterebene.

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