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Umformtechnik

Medien fließen künftig durch umformtechnisch hergestellte Ventile

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Einsatz des Form-Balancers reduziert Rüstzeiten bei Stückzahl 1

Diese neue Gemü-Philosophie wird zu einer Mischfertigung führen, die in absehbarer Zeit aus einem wesentlichen Anteil umformtechnischer Lösungen bestehen wird. Dann sollen die Blechteile mit Rohren zusammen eine Schweißkonstruktion bilden, die die gleichen Funktionen wie ein gefräster Ventilblock erfüllt und zudem noch weniger Volumen und Gewicht aufweist. „Unsere Konstrukteure und Entwickler sind derzeit dazu angehalten, zu prüfen, welche Ventile sich umformtechnisch umsetzen lassen“, konstatiert Hermann Walter. Denn schließlich soll der neue Form-Balancer FB 25 sich irgendwann auch amortisieren. „Das jedoch“, so Walter, „wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, weil wir erst am Anfang der Umform-Philosophie stehen.“

Dass er und seine Mitarbeiter sich dennoch für die Fluid-Forming-Lösung entschieden, lag in erster Linie daran, dass sich damit auch die Stückzahl eins ohne große Rüstzeiten realisieren lässt. Der Form-Balancer selbst kann sowohl für das Außenhochdruckumformen (AHU) als auch zur Hochdruckblechumformung (HBU) eingesetzt werden. Dabei wird mit Hilfe eines Wirkmediendruckes das Blech aktiv in die Werkzeugnegativform gedrückt. Dazu ist nur noch eine Werkzeughälfte notwendig und es ergeben sich dadurch spürbare Einsparungen bei den Werkzeugkosten.

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Im Form-Balancer können auch bereits oberflächenbearbeitete, beispielsweise beschichtete, gebürstete oder polierte Bleche aus Aluminium, Edelstahl oder Titan umgeformt werden. Als weiterer Vorteil zeigt sich auch die ausgeglichene Blechstärkenverteilung. Das bedeutet, anders als beim normalen Tiefziehen gibt es keinerlei stärkere lokale Ausdünnungen. Je nach Material und Geometrie kann der Form-Balancer mit einem maximalen Schließdruck von 4000 bar aufwarten.

Mit Form-Balancer gefertigtes Teilespektrum soll ausgebaut werden

Beachtung sollte auch der Gesamtkonstruktion dieser neuartigen Presse gelten. In diesem Zusammenhang betont FF- Fluid-Forming-Vertriebsleiter Jörg Ostermann: „Das Spannende an der Ständerwangenkonstruktion ist, abgesehen von der Variabilität bezüglich des Aufstellplatzes, dass die Maschine genauso an Punkt A wie innerhalb kürzester Umstellzeit an Punkt B produzieren kann – ohne aufwändige Fundamentkonstruktion.“ Die Ständer sind dabei völlig variabel und können sowohl in der Höhe als auch in der Breite, also praktisch in allen Dimensionen, modulartig wachsen um die Größe der Presse zu verändern. Wie die Zahlen von Fluid-Forming belegen, misst der Werkzeugtisch 800 mm × 800 mm und die Ausformtiefe 230 mm.

Hermann Walter hat mit seinen Mitarbeitern bereits die ersten Teile auf dem Form-Balancer gefertigt. „Damit haben wir bereits einen Schritt in die Richtung gemacht, die wir uns als Ziel gesetzt haben.“ Er ist sich sicher, dass ganz schnell weitere Teile folgen werden. Fündig geworden ist Gemü auf einer Blechmesse. „Dann haben wir uns die Maschine einmal genauer angesehen und festgestellt, dass es recht einfach ist, nur ein Teil oder eine ganze Serie umzuformen“, sagt Walter. Noch werden die Blechzuschnitte, so genannte Ronden, von Hand in den Tisch des Form-Balancers eingelegt und das Fertigteil aus der Maschinen entfernt. Aber in absehbarer Zeit soll dies durch eine entsprechende Automatisierungslösung passieren.

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