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Werkzeugmaschinen Mehr als 700 Aussteller auf der taiwanesischen Werkzeugmaschinenmesse Timtos 2007

| Autor / Redakteur: Manik Mehta / Jürgen Schreier

Über 700 Aussteller aus dem Ausland und Inland präsentierten sich auf der diesjährigen Timtos. Die taiwanesische Werkzeugmaschinenmesse, die alle zwei Jahre von der Aussenhandelförderungsgesellschaft Taitra in Teipei organisiert wird, gilt als das „asiatische Gegenstück“ zur EMO. Taiwans Werkzeugmaschinenindustrie liegt dem Produktionsvolumen nach aktuell auf Platz 4 der Weltrangliste.

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Rund 700 Aussteller hatte sich zur Timtos 2007 in Teipei eingefunden, dem taiwanesischen Gegenstück zur Werkzeugmaschinenmesse EMO.
Rund 700 Aussteller hatte sich zur Timtos 2007 in Teipei eingefunden, dem taiwanesischen Gegenstück zur Werkzeugmaschinenmesse EMO.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der taiwanesische Staatspräsident Chen Shui-bian beabsichtigt, die Taiwans Werkzeugmaschinenindustrie weiter zu fördern und ihr den Rang einer „Mega-Industrie“ einzuräumen. Die Werkzeugmaschinenindustrie, so Chen, habe das Potenzial, sich bis 2009 zu einem Megasektor der taiwanesischen Wirtschaft mit einem jährlichen Produktionwert von 1,1 Billionen NT$ (33,125 NT$ = US$ 1) zu entwickeln.

Timtos mit 700 Ausstellern gut bestückt

Chen sagte dies auf der Werkzeugmaschinenausstellung Taipei International Machine-Tool Show (Timtos 2007), die in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh von 12. bis 17.März dieses Jahres stattfand. Mehr als 700 Aussteller aus dem Ausland und Inland nahmen an der Werkzeugmaschinenmesse teil. Die Timtos, die durch die taiwanesische Aussenhandelförderungsgesellschaft Taitra alle zwei Jahre organisiert wird, wird als das „asiatische Gegenstück“ der europäischen EMO bezeichnet.

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Taiwan hat ehrgeizige Pläne: Mit der Produktion technisch fortgeschrittener und hochpräziser Werkzeugmaschinen will die Inselrepublik bis 2009 in die Liga der drei größten Werkzeugmaschinenhersteller der Welt vorrücken. Taiwan ist gegenwärtig der viertgrößte Werkzeugmaschinenproduzent auf dem Globus nach Japan, Deutschland und Italien. Taiwan führte im Jahr 2006 Werkzeugmaschinen und ähnliche Produkte im Wert von NT$ 96,3 Mrd. (US$ 2,907 Mrd.) aus, was einem Wachstum von 11,5% gegenüber 2005 entspricht.

Nach Angaben taiwanesischer Experten hat das Land ein „enormes Exportpotenzial“ für Produkte wie Werkzeugmaschinen und Zubehör, deren Exportwert in einigen Jahren um das zehnfache gesteigert werden könne. Auch das Industrieentwicklungsbüro im Wirtschaftsministerium des Landes geht von dieser Annahme aus.

Taiwans Werkzeugmaschinenindustrie soll Billionen-Dollar-Industrie werden

Chen sagte anlsässlich der Timtos 2007, dass seine Regierung die Werkzeugmaschinenindustrie durch entsprechende Förderung zu einer „Billionen-Dollar-Industrie“ machen werde. Die Regierung habe bereits im Oktober 2006 Massnahmen unternommen, die die Investitionsbereitschaft seitens der Industrie und die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen unterstützen sollen.

In der Tat hat die taiwanesische Werkzeugmaschinenindustrie den Ruf eines zuverlässigen Partners auf dem Weltmarkt erlangt. Dieser Ruf ist nach Meinung des taiwaneischen Werkzeugmaschinenvebandes Tami auf die Bemühungen der taiwanesischen Unternehmen zur Verbesserung von Qualität der Produkte Konkurrenzfähigkeit der Produkte zurückzuführen.

Nach Angaben von Taitra haben die Timtos-Ausssteller Aussicht auf Aufträge im Wert von rund 300 Mio. US-Dollar und außerdem „solide Geschäftsanfragen” erhalten, die zu weiteren Aufträgen führen werden. Aus 24 Ländern, vornehmlich aus Russland, Brasilien, Indien und Poland kamen Einkäufer grosser Importhäuser nach Taipeh und führten Gespräche in mit Vertreter taiwanesischer Werkzeugmaschinenhersteller wie Falcon Machine Tools Co., Palmary Machinery Co., Gifu Enterprise Co., usw.

In BRIC-Staaten werden taiwanesische Werkzeugmaschinen hoch geschätzt

Einkäufer aus den so genannten Emerging Markets (BRIC = Brasilien, Russland, Indien und China) bekannten, dass sie „sehr begeistert“ von taiwanesischen Werkzeugmaschinen seine. Als Grund wurde die gute Qualität der Maschinen bekannt seien. Außerdem seinen sie billiger als deutsche oder schweizerische Produkte, sagte ein taiwanesischer Aussteller im Gespräch mit der Zeitschrift MaschinenMarkt.

Ein Vertreter des russischen Unternehmens Robur, das 2006 einen Umsatz von 17 Mio. US-Dollar erzielte, meinte, viele Importeure in Russland wollten nun Präzisionsmaschinen aus Taiwan importieren, um angesichts der Stärke der russischen Wirtschaft ihre Produktion auszubauen. Robur-Vertreter bestätigten, dass viele rüssische Unternehmen an einer Zusammenarbeit mit taiwanesischen Werkzeugmaschinenherstellern interessiert seien. Taiwan sei besonders stark bei der Herstellung schneller und effizienter Werkzeugmaschinen. Dabei zeigte sich Robur in Taipeh besonders an Fräsmaschinen, Pressen und Schweißausrüstung interessiert.

Nach Angaben von Thomas Lee, dem Präsidenten der Grupo Megga, ist das Interesse an taiwanesischen Werkzeugmaschinen vor allem in der brasilianischen Automobil- und Luftfahrtindustrie besonders ausgeprägt. Viele Unternehmen in Brasilien hätten einen „guten Eindruck“ von dem Serviceniveau sowie der Produktionsstärke taiwanesischer Werkzeugmaschinenhersteller.

Brasilien erlebt derzeit ein starkes Wirtschaftswachstum und besitzt Währungsreserven von 92 Mrd. US-Dollar. Grupo Megga, so CEPO Thomas Lee, interessier sich für Drehmaschinen, Fräsmaschinen, Bearbeitungszentren und Pressen für die Blechbearbeitung.

Taiwanesen produzieren zunehmend in Festland-China

Chiang-Siung Wang, stellvertretender Vorsitzender des für Umformmaschinen zuständigen Aussschusses im Industrieverband Tami, stellt eine wachsende Neigung taiwanesischer Hersteller fest, aus Kostengründen die Produktion nach Festland-China zu verlageren. „Wir haben einen unumkehrbaren Trend in den vergangenen Jahren bei der Herstellung von Konsumelektronikprodukten festgestellt, wobei die Hersteller ihre Produktion aus den Ursprungsländern nach China verlegt haben, um die Kosten zu senken. Dies gilt vor allem für die Massenproduktion von Modulen oder Komponenten,“ sagte er.

Indien: ein „heißer“ Werkzeugmaschinenmarkt

Auf der Timtos bezeichneten viele die aufstrebende Wirtschaftsmacht Indien als „heißen Markt“ für Werkzeugmaschinen. Die Euphorie über Indien liegt auf der Hand: Nach der Ankündigung der indischen Regierung, dass die Zolltariffe für Werkzeugmaschinenimporte weiterhin reduziert werden und auch die Automobilindustrie für ausländische Investoren noch weiter geöffnet werde, ist die Nachfrage nach taiwanesischen Werkzeugmaschinen stark angestiegen. Allein Victor Taichung Machinery und Taiwan Takisawa, zwei taiwanesische Lieferanten, hätten 2006 Aufträge im Wert von 10 Mio. NT$ (0.302 US$) hereinnehmen können. „Es besteht eine gute Chance, dass Taiwan bald zu einem der drei wichtigsten Werkzeugmaschinenlieferanten Indiens wird,“ ist ein Vertreter des Verbandes Tami überzeugt.

Manik Mehta

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