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Bitkom Studie

Mehr als jedes vierte Industrieunternehmen setzt auf 3D-Druck

| Redakteur: Melanie Krauß

28% der deutschen Industrieunternehmen haben bereits 3D-Drucker im Einsatz. Das ergab eine Studie des Digitalverbands Bitkom. 70% der Unternehmen gehen davon aus, dass der 3D-Druck die Industrie tiefgreifend verändern wird.

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(Bild: gemeinfrei (Pixabay, Mebner1) / CC0)

Die Wirtschaft setzt auf 3D-Druck. Mehr als jedes vierte deutsche Industrieunternehmen (28 %) hat bereits solche Geräte im Einsatz. Das ergibt eine repräsentative Befragung von 553 Fertigungsunternehmen ab 100 Mitarbeitern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Das sind 8 Prozentpunkte mehr als noch im Jahr 2016, damals waren es gerade einmal 20 %. Angetrieben wird die Entwicklung von großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern. Hier nutzt bereits mehr als jedes dritte (35 %) 3D-Druck-Technologien, bei den Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern ist es jedes vierte (25 %).

„Die 3D-Druck-Technologie ist für den starken und innovativen Industriestandort Deutschland ein Glücksfall. Die Technologie bietet die einmalige Chance, in Niedriglohnländer abgewanderte Wertschöpfung nach Deutschland zurückzuholen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Die Unternehmen nutzen digitale Technologien, um die Produktentwicklung zu beschleunigen und Fertigungsprozesse zu optimieren. 3D-Druck ist ein Innovationsbeschleuniger und steigert die Wettbewerbsfähigkeit.“

Mittel- bis langfristig könnte der 3D-Druck in bestimmten Bereichen die derzeit gängigen Produktionsverfahren, Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten laut Bitkom maßgeblich beeinflussen. So sagen sieben von zehn Unternehmen (70 %), dass 3D-Druck die Industrie disruptiv, das heißt tiefgreifend, verändern wird. Dabei erwartet jedes zweite dieser Unternehmen (49 %), dass die disruptiven Veränderungen bereits in den kommenden zehn Jahren eintreten. 48 % von ihnen schätzen, dass es mehr als eine Dekade dauert. Lediglich 10 % aller Unternehmen schreiben dem 3D-Druck keinerlei disruptives Potential zu, 17 % halten es für eher unwahrscheinlich, dass 3D-Druck disruptiv wirkt.

„In der Luftfahrtindustrie oder auch der Medizintechnik hat sich das innovative Fertigungsverfahren bereits etabliert. Andere Branchen werden hier nachziehen“, sagt Berg. Allerdings sei 3D-Druck derzeit noch eine Ergänzung zu traditionellen Fertigungsverfahren und verdrängt diese bislang nicht vollständig. Berg: „Die additive Fertigung hat das Potenzial, sich in vielen Bereichen zum bevorzugten Produktionsverfahren zu entwickeln.“

Konkret nutzt jedes dritte Industrieunternehmen, das 3D-Druck einsetzt, dieses Verfahren vor allem zur Herstellung von Mustern beziehungsweise Gießformen oder Werkzeugen (34 %) sowie zur Herstellung von Ersatzteilen (32 %). Knapp jedes vierte (23 %) erstellt damit visuelle Modelle, 12 % fertigen damit funktionale Modelle zum Test. Weniger üblich ist die Produktion von Montagevorrichtungen oder Sonderanfertigungen (jeweils 8 %) im 3D-Druck.

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