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Lineartechnik

Mehr Flexibilität in der Fertigung

| Autor: Stefanie Michel

Eine höhere Energieeffizienz, einbaufertige Systeme und dennoch eine höhere Flexibilität: Auf diese Trends reagieren neue Systemlösungen aus der Lineartechnik, die mehr Flexibilität in der Handhabung ermöglichen.

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Ein Mittelständler, der zwei bis drei Roboterzellen mit kollaborativen Robotern, den sogenannten Cobots, einrichtet, kann durch das Liftkit und Slidekit ohne Entwicklungsaufwand sofort produktiv werden.
Ein Mittelständler, der zwei bis drei Roboterzellen mit kollaborativen Robotern, den sogenannten Cobots, einrichtet, kann durch das Liftkit und Slidekit ohne Entwicklungsaufwand sofort produktiv werden.
(Bild: SKF Linearsysteme)

Der allumfassende Trend ist zur Zeit IoT beziehungsweise Industrie 4.0. Darauf muss auch die Lineartechnik in unterschiedlichster Form reagieren. Ein Aktuator beispielsweise hat gewisse Zyklen und man will wissen, wie man diese Zyklen am effizientesten nutzen kann. Dafür sind Daten nötig, somit auch Datenverarbeitung und Datendiagnose. Wie das Beispiel zeigt treiben aber auch weitere Themen die Entwicklung an: Dazu gehören Energieeffizienz sowie Plug-and-Play-Lösungen. Insgesamt will damit der Anwender eine höhere Flexibilität in der Fertigung erreichen. Auf diese Themen rund um die Datenanalyse zur Produktivitätssteigerung, um Effizienzsteigerung und um verringerte Komplexität durch fertige Systeme geht SKF auf der Motek 2018 mit seinen neuen Produkten ein.

Der Cobot am Montagearbeitsplatz wird mobil

Gemeinsam mit Universal Robots hat der Lineartechnik-Hersteller ein einbaufertiges System für den flexiblen Einsatz von Cobots in der Montage entwickelt. Bei Handhabungsanwendungen ist es oft erforderlich, große Entfernungen zwischen den Maschinen abzudecken, wie zum Beispiel die Beladung der bearbeiteten Teile und die Entladung auf CNC-Zentren. Ein solcher sich wiederholende Vorgang wird in der Regel manuell durchgeführt. Mit den modularen Linearachssystemen des Liftkit und Slidekit von SKF lässt sich dieser Prozess in Kombination mit Cobots von Universal Robots automatisieren und gleichzeitig den Wirkradius des Roboters in vertikaler und horizontaler Richtung erweitern. Die Linearmodule ermöglichen schnelle und präzise Bewegungen Positionierung des Roboters entlang einer horizontalen Achse mit langen Hüben bis zu 1,8 m. Sven Wenig, Geschäftsführer von SKF Linearsysteme: „Stellen Sie sich vor, ein Cobot belädt einen Tisch mit Paketen, der irgendwann voll ist. Dann belädt er die nächste Ebene darüber; der Cobot erhöht also seinen Wirkradius, indem man ihn einfach mit der Säule nach oben bewegt.“ Da das System als Plug-and-Play-Lösung angeboten wird, bietet es gerade für mittelständische Unternehmen, die nicht zwingend das entsprechende Personal für die Installation von Montageplätzen mit Cobots vor Ort haben erhebliche Zeit- und Kostenvorteile. „Liftkit und Slidekit sind Plug-and-Play-Systeme inklusive allen nötigen mechanischen und elektrischen Schnittstellen zu Universal Robots, die es dem Endkunden ermöglichen das System sofort einzusetzen. Ein Mittelständler der zwei bis drei Roboterzellen mit kollaborativen Robotern einrichtet, kann durch das Liftkit und Slidekit ohne Entwicklungsaufwand sofort produktiv werden“, erklärt Thomas Lotz, Business Support Manager des Schweizer SKF-Werks in Liestal.

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Elektromechanik ersetzt ​Pneumatik und Hydraulik

Was das Thema Energieeffizienz betrifft, sieht SKF sich gut gerüstet mit seinen elektromechanischen Aktuatoren. Gerade mit der neuen Baureihe CASM 100, ebenfalls einer Plug-and-Play-Lösung, will man einen Alternative für pneumatische und hydraulische Systeme im Automatisierungsbereich und für Anwendungen unter rauhen Umgebungsbedingungen anbieten. Wenig: „Diese Aktuatoren haben auch die gleiche Form und die gleiche Größenbezeichnung wie beispielsweise die Pneumatikzylinder. Damit erleichtern wir den Switch von der Pneumatik hin zu elektromechanischen Zylindern.“ Das unterstreiche auch der Kraftbereich bis 82 kN und Lineargeschwindigkeiten bis 890 mm/s.

Auf der Motek wird SKF diese modular aufgebaute Baureihe CASM 100 vorstellen, die dem Anwender die Freiheit gibt, ein auf seine Problemstellung angepasstes System aus einer Vielzahl zur Verfügung stehender Module zusammen zu stellen. Auf diesem Weg will der Hersteller eine maximale Varianz für nahezu jeden Einsatzfall ermöglichen. Mit Hüben bis 2 m und einer Vielzahl an Montagemöglichkeiten stehe eine einfaches und individuell anpassbares System für nahezu jedes Kundenbedürfnis zur Verfügung.

Das Portfolio elektromechanischen Zylindern bei SKF ist breit: Sie sind bis 500 kN erhältlich – eine Kraft, die auch Schleusentore öffnen kann. So gibt es selbst in einer großen Domäne der Hydraulik technische Alternativen, die gerade im Hinblick auf Umweltverschmutzung durch Leckagen ihr Vorteile ausspielen.

Hexapod spiegelt das Know-how bei Komponenten wider

SKF verfügt über ein breites Know-how bei Komponenten und präsentiert dies auch auf der Motek anhand eines Hexapod. „Wir stellen den Hexapod aus, um zu zeigen, dass wir in der Lage sind, gewisse Positionen 100.000-fach wieder zu finden. Neben der Dynamik ist hier Wiederholgenauigkeit und Steifigkeit sehr wichtig“, erklärt Wenig das Exponat. Realisiert wird der Hexapod mit elektromechanischen Zylindern. Diese Zylinder sind mit Kugel- und Rollengewinden ausgestattet.

Die Sparte Lineartechnik von SKF setzt im Moment einen Schwerpunkt auf das Thema Automatisierung und Handhabung. Darin sieht Geschäftsführer Wenig auch das Spektrum an Weiterentwicklungen, wie sie auf Motek auch zu sehen sein werden: „Die Konzentration auf das Kerngeschäft ist ein ganz wichtiger Punkt, ebenso wie die Erweiterung des Produktportfolios und des Angebots im Rahmen dieses Kerngeschäfts.“ Zukünftig wird SKF Lineartechnik sein Portfolio im Rahmen seiner Wertschöpfungskette weiter vergrößern – ohne sich zu verzetteln, aber mit hoher Kompetenz.

SKF auf der Motek 2018: Halle 6, Stand 6122

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