Schneidstoffe

Mehr Zerspanungsleistung beim Drehen von ISO-P-Stahl

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Zweite Inveio-Generation panzert besser

Sandvik Coromant hat nun aber einen Weg gefunden, das Kristallwachstum in der Aluminiumoxidbeschichtung genau so zu kontrollieren und sich zusätzlich auch noch mit ihrem stärksten Teil zur Oberfläche hin ausrichten. Das Ganze ist die patentierte Inveio-Technik, die einen echten Durchbruch markiere und den Wendeschneidplatten ein höheres Level an Verschleißfestigkeit und Werkzeugstandzeit mit auf den zerspanungstechnischen Weg gibt.

Die dicht gepackten, unidirektionalen Kristalle bilden dabei eine starke Barriere gegen die Schneidzone und den Span, weshalb Inveio-Sorten auch dem Freiflächen- und Kolkverschleiß Paroli bieten. Weil sie auch die Wärme schneller aus der Schneidzone ableiten, ist die Schneidkante länger vor plastischer Deformation geschützt. Unterm Strich genießt man ein berechenbareres Werkzeugverhalten und eine lange Standzeit.

Mit der Einführung der zweiten Generation der Inveio-Technik, unter anderem mit den oben bereits genannten neuen Stahldrehsorten GC4415 und GC4425, wurden die Vorteile der unidirektionalen Beschichtung noch ausgebaut. Die weiter optimierte Kristallorientierung erreicht eine gleichmäßigere Leistung und eine nochmals deutlich verbesserte Verschleißfestigkeit. Die zwei neuen Stahldrehsorten GC4415 und GC4425 sind für Unternehmen mit Massen- und Serienfertigung gedacht.

Unterbrochener Schnitt ohne Werkzeugbruch

Außer dem Substrat und der Beschichtung spielt ein weiterer Aspekt eine wichtige Rolle bei der Auswahl der richtigen Wendeschneidplattensorte. Der betrifft die Leistung bei Bearbeitungen mit unterbrochenem Schnitt, welche eine wichtige Anforderung darstellt, weil sich so plötzliche Wendeschneidplatten-Brüche vermeiden lassen.

Gefragt sind dabei Wendeschneidplatten, die einer Nachbehandlung unterzogen wurden. Das ist ein Prozess, bei dem sehr feine, scharfe Keramikpartikel auf die Beschichtung der Wendeschneidplatte geschossen werden, um sie zu verstärken und zu verfestigen. Wendeschneidplatten, die so eine effektive Nachbehandlung erfahren haben, überzeugen dann auch bei Drehprozessen mit unterbrochenem Schnitt.

Praxis offenbart massive Produktivitätsvorteile

Anwender konnten berichten, dass sie mit höheren Schnittgeschwindigkeiten (vc) und vielfach höheren Vorschüben (fn) drehen konnten. In einem Fall unterzog ein Maschinenbauer ein Werkstück aus vorvergütetem 4140er-Stahl einer multidirektionalen Außenschruppbearbeitung mit der GC4425 Wendeschneidplatte. Im Vergleich zur ISO-Wendeschneidplatte eines Wettbewerbers konnte dabei eine Produktivität quasi verdoppelt werden – inklusive einer um 50 Prozent reduzierten Taktzeit und einer um rund 30 Prozent günstigeren Fertigung.

Die Bearbeitung von ISO-P-Stahlwerkstoffen ist und bleibt aber eine knifflige Angelegenheit. Wer aber bei der Auswahl der Sorte die richtigen Überlegungen anstellt und über den Tellerrand blickt – unter anderem in Richtung Substratzähigkeit oder technischer Fortschritte in Sachen Materialwissenschaft und Werkzeugtechnologie – kann beim Stahldrehen offensichtlich seine Bearbeitungseffizienz und auch seine Gesamtproduktivität deutlich verbessern.

(ID:47624965)