Schweißkantenbearbeitung

Meininger Dampflok-Sanierer haben keine Nacharbeit mehr!

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Viele typische Schweißnahtgemometrien bis zu fünf mal schneller erstellen

Peter Schneider machte sich deshalb Ende 2019 auf die Suche nach alternativen Möglichkeiten. In einem Internet-Artikel entdeckte der Meister die Kantenfräser von Trumpf. Er nahm Kontakt mit dem Trutool-Händler Wemag in Fulda auf und ließ sich das von Hand bedienbare Elektrowerkzeug vorführen. Letzte offene Fragen klärte der Meister mit Michael Fritzsche, Fachberater von Trumpf, der ihn vor Ort besuchte.

Seit Mitte 2020 ist die Maschine in Meiningen im Einsatz und hat sich inzwischen bewährt. Ohne große Vorbereitung erstellen die Facharbeiter heute ihre geraden Kanten sowie Innen- und Außenkonturen für ihre benötigten V-, K-, oder X-Nähte bis zu fünfmal schneller, als das mit den bisherigen Verfahren möglich war. Dabei stehen im Ergebnis stets metallisch blanke Fasen, die bis zu 11 mm in einem Arbeitsgang und bis zu 15 mmn Länge mit zwei Arbeitsgängen erzeugt werden – emissionsfrei und ohne weitere Nacharbeit.

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Die gewünschte Fasenlänge stellt der Mitarbeiter ohne Zusatzwerkzeug über einen stufenlos regulierbaren Skalenring ein. Ebenso schnell justiert er die benötigte Winkellage (30, 45 oder 60 °) und schaltet danach die Maschine ein. Das funktioniert durch einen integrierten Sanftanlauf stets weich und ohne harten Schlag. Mit knapp zehn Kilogramm ist der TKA 1500 zwar kein Leichtgewicht. Einmal angesetzt, trägt aber meistens das Werkstück sein Gewicht, so dass der zuständige Arbeiter das Gerät nur noch mit leichtem Druck gleichmäßig über die Kante führen muss.

Ergonomie erlaubt langes Arbeiten ohne Ermüdung

Dabei erweisen sich unter anderem die ergonomisch gestalteten Halterungen als hilfreich. Der vordere Führungsgriff liegt sehr tief, wodurch die Führungshand nahe an der Bearbeitungsfläche liegt und eine stabile Maschinenführung möglich ist. Trumpf-Berater Michael Fritzsche ergänzt dazu: „Zudem verringern dämmende Elemente Vibrationen auf die Hand des Bedieners. Er kann also enorm lange ermüdungsfrei arbeiten. Um zu verhindern, dass bei den möglichen Dauereinsätzen der Motor überhitzt, haben unsere Ingenieure zudem einen Überlastschutz eingebaut.“

Im Dampflokwerk Meiningen zeigen sich Schweißnahtvorbereiter und Schweißer mit dem TKF 1500 gleichermaßen zufrieden. Laut Schneider bewerten sie das Arbeiten als angenehm, und die oxidfreien Kantenoberflächen bilden eine optimale Basis, um die Schweißtechnischen Qualitätsanforderungen nach „EN 15085-2“ und „DIN EN ISO 3834-2“ stets zu erfüllen.

Von Beschwerden bleiben die Lokomotiven-Pfleger nahezu verschont

Sind alle Bauteile restauriert oder neu hergestellt, werden sie lackiert und von Instandhaltungsmechanikern wieder zusammengebaut. Schließlich erfolgt noch gemeinsam mit dem Betreiber eine Probefahrt mit Endabnahme. Um allerhöchste Sicherheit zu gewährleisten, überwachen unabhängige Prüfstellen sämtliche durchgeführten Tätigkeiten. Für Peter Schneider eine wichtige Bestätigung seiner Arbeit, denn „Beanstandungen und damit verbundene Nacharbeiten gibt es bei uns so gut wie nie.“

Die hohe Qualität des Kantenfräsers hat inzwischen fast alle Schweißfachkräfte des Kesselschmiedemeisters überzeugt. Darüber scheint es im Dampflokwerk noch andere Bereiche zu geben, in denen ein kleinerer Kantenfräser der Trutool TKF-Baureihe die Arbeit erleichtern könnte. Genauer: Mit dem handlichen TKF 500 lassen sich scharfe Kanten schnell und gleichmäßig verrunden. Eine praktische Sache für die Vorbereitung der Pulver- und Lackierbeschichtung.

Das Dampflok-Werk in Meiningen kurz und bündig

Es wurde im Jahr 1914 gegründet und gehört zur DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH. Im Meininger Werk werden verschiedene Lokomotiven und andere Schienenfahrzeugtypen (wie Eisenbahndrehkrane und Schneepflüge) instandgesetzt sowie neu gebaut. Kunden der Tochter der Deutschen Bahn sind in ganz Europa zu finden – neben der DB selbst zählen dazu verschiedene private Betreiber, diverse Vereine und Betriebe des öffentlichen Nahverkehrs.

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