Messtechnik Messtechnik rückt ins Zentrum der Produktionssteuerung

Autor / Redakteur: Andrzej Grzesiak / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Zwei Entwicklungen werden die Unternehmen der Metall bearbeitenden Industrie auf der Werkzeugmaschinenmesse AMB 2014 besonders interessieren: Geräte und Prozesse werden schneller und die Messtechnik rückt stärker in den aktiven Mittelpunkt der Produktionssteuerung.

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Qualitätsaussagen lassen sich effizienter gestalten, wenn Mess- und Prüftechnik direkt in die Fertigungslinie integriert werden.
Qualitätsaussagen lassen sich effizienter gestalten, wenn Mess- und Prüftechnik direkt in die Fertigungslinie integriert werden.
(Bild: Zeiss)

Eine hochgradig vernetzte Fabrik, die ständig wechselnde Produkte in geringen Stückzahlen bis hin zur Losgröße 1 herstellt und sich dabei wie von Geisterhand selbst organisiert: So lautet die Zukunftsvision, die zunehmend auch Unternehmen aus der Metall bearbeitenden Industrie teilen.

Industrie 4.0 braucht Daten im Produktionstakt

Damit die vernetzte Fabrik Realität wird, müssen im Produktionstakt Daten ermittelt und ausgewertet werden, die dem Produktionssystem Feedback geben. Dafür bedarf es eines in die Fertigungslinie integrierten Mess- und Prüfsystems (Bild 1). Es wird im Zeitalter von Industrie 4.0 das Bindeglied zwischen virtueller Produktionsplanung sowie -überwachung und der realen Fertigung darstellen.

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Messungen und Prüfungen rücken somit in den Mittelpunkt: räumlich durch die Verlagerung vom Messraum hin in die Fertigungsumgebung. Und von der Bedeutung her dadurch, dass die Mess- und Prüftechnik zunehmend zum aktiven Steuerungsinstrument der Fertigung wird. Sie wird künftig nicht nur Daten erfassen, sondern Qualitäts- und Fertigungsentscheidungen aktiv mittreffen. Daher interessieren sich Fertigungsunternehmen auf der ganzen Welt dafür, wie sie ihre Mess- und Prüftechnik fit für die Zukunft machen.

Schnelligkeit ist in der Fertigung das A und O

Während die Weiterentwicklung industrieller Mess- und Prüfgeräte in den vergangenen Jahren vor allem durch eine immer höhere Genauigkeit geprägt war, zeichnet sich inzwischen ein Umdenken ab. Zwar wird höchste Präzision nach wie vor wichtig bleiben, nicht zuletzt im Messraum. Doch was die Weiterentwicklung der Techniken betrifft, tritt das Kriterium Schnelligkeit allmählich an die erste Stelle, darüber sind sich die Experten einig. Denn eine hochflexible Produktion bedarf einer permanenten Überwachung und Steuerung im Fertigungstakt. Hinzu kommt, dass das Messaufkommen in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen ist.

Verantwortlich dafür sind mehrere Entwicklungen: Erstens verlangen gesetzliche Vorgaben immer häufiger nach einer ganzheitlichen Dokumentation der Produktqualität. Zweitens prüfen immer mehr Unternehmen 100 % einer Charge anstatt nur Stichproben, um ihren Kunden durchgängig höchste Qualität bieten zu können und um Schadensersatzforderungen vorzubeugen. Des Weiteren führen immer kleinere Losgrößen dazu, dass Produktionsanläufe und Vorserien direkt zur Serie werden und entsprechend überwacht werden müssen.

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