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125 Jahre MM Maschinenmarkt

Messtechnik sorgt für Effizienz und Präzision in der Produktion

| Autor / Redakteur: Udo Schnell / Udo Schnell

1919: Erster Auftritt auf der Leipziger Frühjahrsmesse

Neue Produkte brauchten eine Plattform, auf der sie dem Anwender gezeigt werden konnten. Als eine dieser Plattformen etablierten sich Messen. Und so ist es dann auch nicht verwunderlich, dass die neue Feinmessabteilung von Carl Zeiss ihre neuen Produkte erstmals auf einer Messe präsentierte. 1919 zeigte die neue Abteilung auf der Leipziger Frühjahrsmesse Messinstrumente, etwa eine Feinmess-Schraublehre.

Es dauerte aber noch einige Jahrzehnte, bis Zeiss die Messmaschinen präsentierte, für die das Unternehmen heute weltbekannt ist. Auf einer Messe in der Schweiz faszinierte Zeiss im Jahr 1973 die Messebesucher mit der 3D-Messmaschine UMM 500, die dem Mess­techniker völlig neue Möglichkeiten bot. Die UMM 500 war mit einem messenden Tastkopf, integriertem Tischrechner von HP und einer eigenen Messsoftware ausgestattet. Diese, wie Zeiss ausführt, noch weitgehend unbekannte und anspruchsvolle Technik ermöglichte zum ersten Mal das Messen von Bauteilen in drei Dimensionen.

Im gleichen Jahrzehnt wurde aus der „Abteilung für Feinmessung“ die Zeiss Industrielle Mess­technik (IMT). Im Laufe der Jahrzehnte wurde das Produktportfolio immer weiter entwickelt. Es kamen beispielsweise mit Zeiss Calypso ein CAD-basiertes Messsoftware-Konzept dazu und Computertomografen für industrielle Anwendungen. Im Jahr 2019 eröffnet Zeiss IMT mit dem Master-Connect-System die Welt des Service 4.0 und bringt nach eigenen Angaben Konnektivität in den Messraum.

10.000 Maschinen weltweit

Nur wenige Jahre, nachdem Zeiss seine 3D-Messmaschine vorgestellt hatte, zeigte der Werkzeugmachermeister Werner Wenzel 1980 das erste selbst entwickelte 3D-Koordinatenmessgerät seines Unternehmens. Wenzel hatte die heutige Wenzel Group 1968 mit drei Mitarbeitern gegründet. Ursprünglich wollte er in seinem Heimatort Heigenbrücken seine Geschäftsidee „Präzisionsmesszeuge und Prüfgeräte“ umsetzen. Weil die Gemeinde aber fürchtete, durch ein Produktionsunternehmen den Tourismus zu gefährden, entstand das Unternehmen im Nachbarort Wiesthal.

Heute gehören die Koordinatenmesstechnik, das optische High-Speed Scanning und die Computertomografie zum Produktportfolio des Unternehmens. Wenzel hat nach eigenen Angaben eine installierte Basis von über 10.000 Maschinen weltweit, Niederlassungen und Vertretungen in mehr als 50 Ländern und beschäftigt heute rund 650 Mitarbeiter.

Die Geschäfte der Wenzel Group führt Dr. Heike Wenzel, Tochter des Unternehmensgründers. Auf der Control in diesem Frühjahr gab sie zusammen mit Rainer Lotz, Vice President EMEA bei Renishaw, bekannt, dass Renishaw und die Wenzel Group ihre Zusammenarbeit verstärken. Wie die Unternehmen bekannt gegeben haben, kann das Equator-Prüfgerät von Renishaw nun direkt über die Wenzel-Software WM-Quartis zur Programmierung und Auswertung angesteuert werden. Das Equator-Prüfgerät ist nun auch Teil des Portfolios von Wenzel.

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