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Metallindustrie will 2011 Aufholjagd abschließen

| Redakteur: Stéphane Itasse

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall ist zuversichtlich, dass die Metall- und Elektroindustrie den tiefen Produktionseinbruch infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise bis Ende 2011 wieder ausgeglichen haben wird. Aus diesem Grund wird nach Berechnungen des Verbandes jeder zweite Arbeitnehmer die vereinbarten Tariferhöhungen früher erhalten.

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Für Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegießer wird 2011 das Jahr des Aufholens. (Gesamtmetall)
Für Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegießer wird 2011 das Jahr des Aufholens. (Gesamtmetall)

„Wir haben Grund zur Zuversicht, aber keinen Anlass, uns zurückzulehnen“, mahnte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser am Montag in Berlin. Vom Absturz der Produktion seien erst 70% wieder wettgemacht. „Wir sollten uns deshalb nicht von positiven Einzelmeldungen in die Irre führen lassen: 2010 und 2011 sind keine Rekordjahre, sondern Jahre des Aufholens.“

Metall- und Elektroindustrie schafft Arbeitsplätze

Parallel zur konjunkturellen Erholung seien bis November 2010 schon wieder 40 000 neue Stammarbeitsplätze geschaffen worden – deutlich mehr als zunächst erwartet. „Dieses Job-Wachstum wird sich aber nur fortsetzen, wenn uns die Konjunktur und die Finanzmärkte keinen Strich durch die Rechnung machen und die Politik flexible Arbeitsmarktelemente wie die Zeitarbeit nicht kaputtreguliert“, sagte Kannegiesser.

Der Gesamtmetall-Präsident warnte die Politik davor, eine übereilte und undifferenzierte Gleichbezahlung von Zeitarbeitern und Stammkräften gesetzlich festzuschreiben. Weit mehr als die Hälfte der M+E-Betriebe würden dann Zeitarbeit einschränken oder ganz einstellen.

Gesamtmetall fordert Augenmaß bei Regelungen zur Zeitarbeit

Die derzeitige Debatte enthalte „einen hohen Anteil an politischer Opportunität und an Ideologie“, kritisierte Kannegiesser. „Qualifizierte Fachkräfte sollten über eine wirtschaftlich angemessene Zeitstrecke an den tariflichen Grundlohn herangeführt werden, während Geringqualifizierte deutlich niedriger einzustufen sind.“

Andernfalls würde die Nachfrage nach Zeitarbeit und damit die entsprechenden Arbeitsplätze massiv verloren gehen. Leidtragende wären vor allem Arbeitslose und Geringqualifizierte, die über Zeitarbeit erstmals einen Einstieg ins Berufsleben fänden.

Arbeitgeberverband lobt IG Metall

Kannegiesser lobte das gemeinschaftliche Krisenmanagement mit der IG Metall. Der jüngste Tarifvertrag habe die Betriebe im schwierigen Jahr 2010 entlastet. Die Beschäftigten hätten davon durch sichere Arbeitsplätze und stabile Einkommen profitiert.

Die für den 1. April 2011 vereinbarte Tabellenerhöhung um 2,7% zieht nach Schätzungen von Gesamtmetall etwa jeder dritte oder vierte M+E-Betrieb auf den 1. Februar vor. Kannegiesser: „Rund die Hälfte der Beschäftigten kommt damit vorzeitig in den Genuss einer Tabellenerhöhung, die die Arbeitnehmer spürbar am Aufschwung beteiligt. Bei einer geschätzten Inflation von 1,5% bleibt noch ein ordentlicher realer Zuwachs.“

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