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Exportmärkte

Mexikos Wirtschaft wartet auf Nafta-Neuverhandlungen

| Autor: Stéphane Itasse

Wie geht es in Mexikos Wirtschaft weiter? Vieles wird von den Neuverhandlungen des Nafta-Abkommens abhängen.
Wie geht es in Mexikos Wirtschaft weiter? Vieles wird von den Neuverhandlungen des Nafta-Abkommens abhängen. (Bild: BMW)

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Die Lage ist nicht schlecht, doch die Zukunft ungewiss: Noch immer hängt Mexikos Wirtschaft stark von den USA ab, die 80 % der Exporte des Landes aufnehmen. Jetzt kommt es auf die Neuverhandlung des Nafta-Abkommens an.

So schlimm, wie es Beobachter nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten befürchtet hatten, ist es doch nicht gekommen: Das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta ist weiterhin in Kraft, die Lieferketten über die Grenze zwischen den USA und Mexiko hinweg sind weiterhin intakt und von Strafzöllen unbelastet. Und auch die Wirtschaft wächst weiter: Zwar rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2017 nur mit einem BIP-Plus von 1,66 % und damit unter der Wachstumsrate der vergangenen Jahre, doch schon im zweiten Quartal 2017 legte die mexikanische Wirtschaft laut Daten der Statistikbehörde Inegi saisonbereinigt um 3 % im Vergleich zum Vorjahresquartal zu.

Ausländische Unternehmen investieren weiter kräftig in Mexiko

Die Industrieproduktion blieb nach ihren Angaben im Juni (neueste verfügbare Daten) im Vorjahresvergleich zwar unverändert; allerdings wuchs das verarbeitende Gewerbe um 2,7 %, wohingegen der Bergbau einen Einbruch um 7,6 % durchlitt. Der Einkaufsmanagerindex, den der Datendienstleister Markit für Mexiko erfasst, zeigt seit der Wahl von Trump ebenfalls durchweg positive Werte, für den Monat Juli ergab sich ein Indexstand von 51,2 Punkten nach einem Hoch von 52,3 Punkten im Juni 2017.

Vor allem ausländische Investoren scheinen die Aussagen des US-Präsidenten zu Mexiko überhaupt nicht abzuschrecken: Allein im ersten Halbjahr 2017 verzeichnete das Land ausländische Direktinvestitionen von fast 15,65 Mrd. US-Dollar. Das waren 8,8 % mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie das Wirtschaftsministerium berichtet. Der Löwenanteil von fast 50 % entfiel auf das verarbeitende Gewerbe. Bei den Herkunftsländern der insgesamt 2004 investierenden Unternehmen dominierten die USA mit 52,1% der Investitionen vor Spanien mit 10,6 %, Kanada mit 8,2 % und Deutschland mit 5,4 %.

Freihandelsabkommen Nafta wird auf Druck der USA neu verhandelt

Doch ist Mexikos Wirtschaft in dieser durchaus positiven Lage mit einer unsicheren Zukunft konfrontiert. Auf Druck der USA wird das Freihandelsabkommen Nafta derzeit neu verhandelt. Nach Angaben des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer strebt seine Regierung eine Vereinbarung an, die das Handelsbilanzdefizit der USA verringert und den Marktzugang für Industrie, Landwirtschaft und Dienstleister aus den Vereinigten Staaten in Mexiko und Kanada verbessert. Die Verringerung des Handelsbilanzdefizits gehört dabei zu den ausdrücklichen Verhandlungszielen Washingtons.

Außerdem wollen die USA laut den Aussagen von Lighthizer ein eigenes Kapitel für die Digitalwirtschaft aushandeln sowie die Arbeits- und Umweltschutzverpflichtungen stärken, die derzeit in den Nafta-Nebenabkommen enthalten sind.

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