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Mikroventile auf dem Weg ins All

| Redakteur: Florian Stocker

Innerhalb eines Jahrzehnts legte die Raumsonde „Rosetta“ der Europäischen Raumfahrtagentur ESA mehr als sechs Milliarden Kilometer zurück. Mit dabei: 28 Mikroventile aus Deutschland, entwickelt für die extremen Bedingungen im All.

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Philae auf dem Kometen: Die in dem Lander verwendeten Bauteile müssen extremen Bedingungen gewachsen sein.
Philae auf dem Kometen: Die in dem Lander verwendeten Bauteile müssen extremen Bedingungen gewachsen sein.
( Bild: ESA )

Im August 2013 war es so weit: Die Muttersonde Rosetta erreichte mit dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko, besser bekannt als „Tschuri“, ihr Ziel. Seitdem umkreist die Sonde den 5 mal 3 Kilometer großen Kometenkern in einem Abstand von 6 bis 30 Kilometern und begleitet ihn in Richtung Sonne.

Die Mission stellt ein Novum in der Raumfahrt dar: Erstmals ist es gelungen, auf einem Kometen zu landen. Die damals vom Raumlander „Philae“ erhobenen Daten sollten und sollen künftig dabei helfen, fundamentale Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems zu gewinnen.

Unverzichtbar für Raumfahrtmissionen wie die von Rosetta sind immer auch: Mikroventile. In derart komplexen wie risikoanfälligen Systemen, wie man sie in der Raumfahrt vorfindet, kommt es auf jeden Zentimeter und jedes Gramm an. Die eingesetzten Bauteile müssen außerdem hohen Belastungen und extremer Kälte standhalten, um lückenlose und möglichst fehlerfreie Funktionalität zu gewährleisten.

Erste Landung auf einem Kometen

Rosetta ist mit elf wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet. Sie untersuchen unter anderem die chemische Zusammensetzung der Koma von Tschuri, also der Staub- und Gaswolke, die den Kometen umgibt. Die Instrumente bestimmen die Häufigkeit der Edelgase Helium, Neon, Argon, Krypton und Xenon. Aus den Anteilen der Gase sollen sich Informationen über die Umgebungstemperatur zum Zeitpunkt der Kometenentstehung ableiten lassen. Die Kometenkoma wird außerdem nach atomarem oder ionisiertem Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Kohlenstoff untersucht. Eines der ersten Ergebnisse: Die Entschlüsselung des Prozesses, der den rapiden Zerfall von Wasser- und Kohlenstoffdioxidmolekülen auslöst, die von der Kometenoberfläche entweichen.

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