Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Kunststoffrecycling

Milch und Fleisch umweltschonend und sicher verpackt

| Redakteur: Peter Königsreuther

Borealis und Mondi haben, wie es heißt, einfach rezyklierbare, polypropylenbasierte Lebensmittelverpackungen entwickelt, die eine nachhaltige Materialalternative für den Schutz von Milch- und Fleischprodukten bedeutet.
Borealis und Mondi haben, wie es heißt, einfach rezyklierbare, polypropylenbasierte Lebensmittelverpackungen entwickelt, die eine nachhaltige Materialalternative für den Schutz von Milch- und Fleischprodukten bedeutet. (Bild: milo profi fotografie)

Borealis hat eine wegweisende Anwendung auf Grundlage seiner Borstar-Nukleierungstechnologie (BNT) entwickelt, welche den Wertstoffkreislauf in Sachen Lebensmittelverpackungen ankurbelt.

Mithilfe von Borealis-BC918CF, einem speziellen BNT-modifizierten Copolymer, produziert das Unternehmen Mondi – Marktführer im Bereich Verpackungen und Papier – neue Monomaterial-Verpackungssysteme für Fleisch- und Milchprodukte, präzisiert Borealis. Die verpackungstechnischen Neulinge böten die gleichen herausragenden Leistungsmerkmale wie übliche Multimaterialverpackungen, während gleichzeitig die Erträge für mechanische Recyclinganlagen steigen würden. Die Zusammenarbeit von Borealis mit Mondi hat außerdem gezeigt, dass durch die Kombination des heterophasischen Copolymers BC918CF mit dem Random-Copolymer RB707CF die Materialleistung noch erhöht werden kann, betont Borealis.

Rundlaufende Kreislaufwirtschaft durch Monomaterialverpackung

Die Umstellung auf nachhaltigere Verpackungslösungen auf Polyolefinbasis, die auch die Kreislaufwirtschaft erleichtern, findet breite Unterstützung, sagt Borealis. Allerdings müssten zunächst neue Werkstoffsysteme gefunden werden, die als geeignete Alternative zu den Multimaterialsystemen, bei denen Polymere wie Polyamid (PA) oder Polyethylenterephthalat (PET) mit anderen Materialien kombiniert werden, her. Trotz ihrer unleugbaren Effizienz im Verpackungsbereich führten die herkömmlichen Systeme dazu, dass sie während des Recyclingprozesses zurückgewiesen und somit die Erträge von mechanischen Recyclinganlagen und die tatsächlich wieder in Umlauf gebrachten Materialien verringert würden. Darüber hinaus ist die Suche nach wirklich brauchbaren Ersatzstoffen für Multimaterial-Kunststoffe schwierig. Insbesondere für zu kühlende Lebensmittel wie Käse, Wurstaufschnitt oder Fisch, die auf Tabletts verpackt sind, gelten komplexe Anforderungen an Sicherheit, Hygiene, Frische und optische Ästhetik, so Borealis.

Copolymer-Kombination als Schlüssel für nachhaltige Kunststoffverpackungen

Innovative Alternativen mit Polypropylen (PP) und mithilfe der Borealis-Materialien BC918CF und RB707CF sind also praktikable Monomaterial-Ersatzstoffe für Multimaterial-Kunststoffe. Außer einer hohen Feuchtigkeitsbarriere stellen sie im Hinblick auf Materialkosten und -stärke (Downgauging) richtige Sparwerkstoffe dar, heißt es. Auch die Verarbeitung zu Folien in Verpackungslinien soll effizienter sein. Die Kombination beider Copolymere in der Produktion trage zu einer noch besseren Performance bei, wie zum Beispiel durch thermische Beständigkeit und höherer Transparenz – eine, wie Borealis betont, Schlüsselkombination, um effiziente Verpackungen herzustellen.

Borealis-BC918CF gilt als ein optimal geeignetes Material für die Verringerung der Materialstärke bei vakuumgeformten Verpackungen. Als speziell modifiziertes BNT-Copolymer habe es eine ausgezeichnete mechanische Festigkeit, minimiere die Permeabilität von Feuchtigkeit und sorge für eine ansprechende Optik. In Schutzgasverpackungen (MAP) bildet es die notwendige Barriere, um Fleisch eine Haltbarkeit von bis zu 12 Tagen zu verleihen, betonen die Beteiligten.

Nukleierungsoptimierer bei der PP-Herstellung

Borealis entwickelte BNT auf der Grundlage seiner unternehmenseigenen Borstar-Technologie. Der Nukleierungseffekt von BNT unterscheidet sich vom Standardansatz der Zugabe eines Nukleierungsmittels während der Pelletierung: Der Nukleierungseffekt wird hier an Ort und Stelle, im Polymerisationsreaktor, bei der Herstellung von PP erzielt, so Borealis. Dies führe zu mehreren offensichtlichen Vorteilen: darunter einem stärkeren Nukleierungseffekt sowie einer gleichmäßigen und besseren Verteilung des Nukleierungsmittels. Es finde auch keine Reaktion mit anderen Additiven, wie zum Beispiel Farbmasterbatches, statt. Dieser Prozess wirkt sich außerdem kauf auf Geruch und Geschmack aus und verstößt somit nicht gegen die Vorschriften für den Lebensmittelkontakt, sagt Borealis. Folgende Vorteile ergeben sich daraus im Einzelnen:

  • erhöhte Steifigkeit ohne negative Auswirkungen auf die Sturzschlagfestigkeit und die Maximallast, was eine Verringerung der Materialstärke und damit Materialeinsparungen bei thermogeformten Verpackungen ermöglicht;
  • gutes Tiefziehverhalten und gute Dickenverteilung durch die sehr gleichmäßige kristalline Struktur des PP; die modifizierte Gasatmosphäre kann über einen längeren Zeitraum gehalten werden;
  • hohe Dimensionsstabilität, die hohe Verpackungsgeschwindigkeiten und hermetische Versiegelungen ermöglicht.

„Mondi ist der Ansicht, dass Verpackungen immer zweckmäßig sein sollten – Papier, wenn möglich, Kunststoff, wenn nützlich – und dann aber nachhaltig durch Design", erklärt Thomas Kahl, Projektleiter EcoSolutions bei Mondi Consumer Packaging. Für Lebensmittelverpackungen spielt Kunststoff eine wichtige Rolle – zum Schutz der Ressourcen, die für die Herstellung des Lebensmittels benötigt wurden, durch Verlängerung der Haltbarkeit und Verbesserung der Recyclingfähigkeit der Verpackung, merkt Kahl an. Letzteres sei von entscheidender Bedeutung, weil Mondi die Prinzipien einer Kreislaufwirtschaft kontinuierlich unterstützen will.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 46114662 / Kunststofftechnik)

Themen-Newsletter Produktion abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Industrial Usability 2019

Das Anwendererlebnis im Mittelpunkt

Wie sieht eine erfolgreiche UX-Strategie aus? Ein Glück in Sachen Alleinstellungsmerkmal: Eine für alle, die gibt es nicht. Dieses Dossier bietet verschiedene aktuelle Ansätze und Trends in der Industrial Usability. lesen

Effizienzsteigerung

Mit Künstlicher Intelligenz erfolgreich durchstarten

Wie Sie Ihr erstes KI-Projekt starten, wie sich die Branche verändern wird und welche Best Practices es heute schon gibt – hier finden Sie die Fakten und das nötige Grundlagenwissen! lesen