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Umweltbundesamt

Mit Chemikalien-Leasing die Umwelt entlasten

| Redakteur: Jürgen Schreier

Unternehmen sollten künftig nicht mehr nur Autos und Computer leasen, sondern auch Chemikalien. Das schlägt das Umweltbundesamt (UBA) im Papier „Nachhaltige Chemie“ vor.

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Leasen statt kaufen: Dieser Slogan gilt künftig vielleicht auch für Chemikalien. Bild: BASF
Leasen statt kaufen: Dieser Slogan gilt künftig vielleicht auch für Chemikalien. Bild: BASF
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Idee ist simpel: Hersteller oder Importeure verkaufen nicht die Chemikalie – etwa ein Lösemittel zur Platinenherstellung –, sondern bieten dem Käufer, die Funktion oder Dienstleistung der Chemikalie an, was die fach- und umweltgerechte Nutzung einschließt. Nach der Nutzung nimmt der Anbieter die ausgedienten Chemikalien zurück, bereitet sie auf oder entsorgt sie umweltgerecht.

Hersteller verkaufen statt Chemie ihr Know-how

Beim Chemikalien-Leasing verdienen die Anbieter künftig an ihrem Know-how und nicht wie bisher über die Menge der verkauften Chemikalien. UBA-Präsident Andreas Troge verspricht sich positive Effekte für Umwelt, die Schonung von Rohstoffen: „Gerade die überdurchschnittlich innovativen Chemieunternehmen in Deutschland haben gute Voraussetzungen für mehr Nachhaltigkeit beim Chemikalieneinsatz mittels Chemikalienleasing. Wer sich in Krisenzeiten mit Ressourcen schonenden Techniken gut aufstellt, hat bessere Chancen, im globalen Wettbewerb zu bestehen“.

Kunststoffe materialschonend herstellen

Neben dem Chemikalienleasing präsentiert das UBA im Papier „Nachhaltige Chemie“ weitere Ideen für mehr Umwelt- und Ressourcenschutz in und mit der chemischen Industrie: etwa verbesserte metallorganische Katalysatortechniken, mit denen sich Polyethylen- und Polypropylen-Kunststoffe mit der gewünschten Stoßfestigkeit und Transparenz herstellen lassen.

Die neue Verfahren verursachen weniger Nebenprodukte und sind material- sowie energiesparender als die herkömmliche Technik. Aus diesen Kunststoffen entstehen zum Beispiel Aufbewahrungsdosen für den Kühlschrank, Trinkwasserrohre, Kabelisolierungen oder Müllsäcke.

Mit dem Papier „Nachhaltige Chemie Positionen und Kriterien des Umweltbundesamtes“ lädt das UBA Unternehmen und Wissenschaft zum Ideenaustausch ein – über Deutschland und Europa hinaus: „Chemikalien wirken global auf Umwelt und Gesundheit. Sie breiten sich über die Luft, das Wasser und den Handel rasch aus. Mehr Umweltschutz beim Umgang mit Chemikalien ist deshalb keine regionale, sondern eine globale Herausforderung“, so UBA-Präsident Troge.

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