Elektrochemische Metallbearbeitung Mit der elektrochemische Metallbearbeitung gelingt der sanfte Materialabtrag

Autor / Redakteur: Markus Isgro / Mag. Victoria Sonnenberg

Hochfeste Stähle und schwer zerspanbare Legierungen bringt die Zerspanung an ihre Grenzen. Um dennoch eine präzise Bearbeitung von Metallteilen zu ermöglichen, greifen bereits einige Hersteller auf die elektrochemische Metallbearbeitung zurück.

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Der Arbeitsraum der PTS 2500 lässt sich optimal auf jedes Werkstück konfigurieren.
Der Arbeitsraum der PTS 2500 lässt sich optimal auf jedes Werkstück konfigurieren.
(Bild: Emag)

Mit sichtlichem Stolz präsentiert Andreas Petzoldt, Geschäftsführer der Mewatec seine neueste Investition, für die sein Unternehmen mit einem Innovationspreis vom Bundesumweltministerium ausgezeichnet wurde. „Mit der PECM-Technologie von Emag sind wir jetzt in der Lage, Teile zu fertigen, die auf dem klassischen Weg der Zerspanung nur sehr umständlich herzustellen sind“, erklärt Petzoldt. „Mit dieser Technologie können wir uns deutlich von unseren Wettbewerbern absetzen und ganz neue Märkte erschließen, was letztendlich auch unser Ziel für die Zukunft ist.“

Mewatec ist mehr als ein Lohnfertiger

Die Gründung des Unternehmens Mewatec im Jahre 2004 geht auf die Vision des zuvor als selbstständiger Konstrukteur arbeitenden und heutigen Geschäftsführer Andreas Petzoldt zurück. „Am Anfang stand der Wunsch, meine Konstruktionen auch selbst fertigen zu können. Als sich mir dann die Möglichkeit bot, ein Fertigungsunternehmen hier in der Region zu übernehmen, habe ich nicht lange gezögert“, führt der Ingenieur aus. Bereits kurz nach der Gründung der Mewatec folgte die erste Investition in Emag-Maschinen. Die Maschinen der VL-Baureihe waren von integraler Bedeutung für die Weiterentwicklung des Unternehmens sowie die ISO 9001 Zertifizierung, die zu weiteren Aufträgen, vor allem in der Mittel- und Großserie führte.

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Heute fertigt das Unternehmen Fräs- und Drehteile für verschiedene Branchen und verarbeitet unterschiedlichste Materialien – von Kunststoffen über Nichteisenmetalle und Werkzeugstähle bis hin zu hochwarmfesten und schwer zerspanbaren Legierungen.

Hochfeste Stähle verlangen nach alternativen Fertigungstechniken

Die Beschäftigung mit hochfesten Stählen bei der Entwicklung von Gasturbinen und Komponenten aus dem Bereich Aerospace gaben schließlich den Ausschlag, sich mit alternativen Fertigungstechniken zu beschäftigen.

„Das erste Mal bin ich ECM schon vor über 20 Jahren begegnet und fand die Technologie damals schon hochinteressant“, erklärt Petzoldt. „Danach habe ich das Ganze aber etwas aus den Augen verloren und mich erst wieder mit dem Thema beschäftigt, als mich Martin Cinke (Gebietsverkaufsleiter von Emag) , auf die neue PTS-Baureihe von Emag aufmerksam machte. Da habe ich erst gesehen, welch große Entwicklungsschritte die ECM-Technologie beziehungsweise die PECM-Technologie gemacht hat.“

PECM: die präzise elektrochemische Metallbearbeitung

PECM, die präzise elektrochemische Metallbearbeitung, ist eine Weiterentwicklung von Emag, die, wie der Name schon sagt, eine besonders präzise Bearbeitung von Metallteilen ermöglicht. Dabei wird der Bearbeitungsspalt zwischen Bauteil und Werkzeug besonders klein gehalten und gleichzeitig sorgt eine überlagerte mechanische Oszillationsbewegung dafür, dass die Elektrolytlösung ausreichend ausgetauscht und erneuert wird. Um den Strom während der Werkzeugbewegung bei kleinen Spaltbedingungen fließen zu lassen, kommt eine gepulste, frei parametrierbare Stromquelle zum Einsatz. Dies ermöglicht ein besonders genaues Abtragen der Metallionen und sorgt so für perfekte Oberflächen.

„Mir war sofort klar, dass ich mit PECM einen ganz neuen Kundenstamm erschließen kann“, erklärt Andreas Petzoldt. „Ich hatte vorab schon Gespräche mit Kunden aus der Pharmazie und der Nahrungsmittelindustrie geführt und wusste, welche Anforderungen dort gelten. So ist zum Beispiel die Herstellung von Ventilen mit Zerspanungstechnologien sehr aufwendig, da es perfekter Oberflächen und Rundungen bedarf, damit keine Verwirbelungen und damit Ablagerungen in den Ventilen entstehen. Dies erforderte bisher aufwendiges Nacharbeiten per Hand, bis die gewünschte Qualität erreicht wurde. Mit der PTS 2500 und der PECM-Technologie von Emag sind wir nun in der Lage, die Ventile sofort in finaler Qualität herzustellen. Sowohl die Geometrie als auch die Oberflächen benötigen keinerlei Nacharbeiten, was für den Kunden natürlich entscheidende Kostenersparnisse bedeutet“, führt Petzoldt weiter aus.

Die PTS 2500 eignet sich für anspruchsvolle Geometrien

Die Emag PTS 2500 ist die gleichwertig gute Umsetzung der PECM-Technologie auf die modulare Maschinenbaureihe von Emag: PECM kommt dabei überall dort zum Einsatz, wo die klassische Zerspanung an ihre Grenzen stößt, also bei der Einbringung von anspruchsvollen oder filigranen Geometrien in hochfeste Metalle und Legierungen. Da der ganze Bearbeitungsvorgang nahezu verschleißfrei funktioniert, punktet die Maschine nicht nur durch eine hohe Verfügbarkeit, auch die Werkzeugstandzeiten sind im Vergleich zu Zerspanungswerkzeugen extrem lange. Da auf das Werkstoffgefüge keinerlei mechanische oder thermische Einwirkung stattfindet, ist die Qualität des Werkstücks auch ohne Nachbearbeitung optimal. So weiß Andreas Petzoldt zu berichten: „Mit der PTS 2500 von Emag haben wir massiv in Zukunftstechnologie investiert und sind überzeugt, damit Lösungen anzubieten, die sonst nur wenige am Markt offerieren. Die Möglichkeit, Legierungen und Metalle beliebiger Härte bearbeiten zu können, ist eine ideale Ergänzung zu unserem bisherigen Angebotsprogramm und erweitert unsere Möglichkeiten immens. Damit etablieren wir uns zunehmend als Anbieter kompletter Fertigungslösungen und nicht nur als Teilelieferant – und das alles dank der Zukunftstechnologie von Emag.“ MM

* Markus Isgro ist Marketing- und Kommunikationsreferent bei der Emag GmbH & Co. KG in 73084 Salach, Tel. (0 71 62) 17 46 58, misgro@emag.com

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