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Schneider Electric

Mit Ethernet und Energieeffizienz erfolgreich

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In diesem Zusammenhang sei das Edge-Computing, also die dezentrale Datenverarbeitung nahe am Prozess, wichtig. Als Vorteile sieht der Schneider-Electric-Manager eine schnellere Reaktion, denn nur die Menschen auf dem Shopfloor hätten die Möglichkeit, lokal sofort zu reagieren. „Außerdem haben es unsere Kunden mit Echtzeitdaten zu tun und sie müssen sofort handeln: Die lokale Steuerung muss also immer möglich sein. Gerade wenn sie die Fernsteuerfunktion verlieren, benötigen sie diesen lokalen Kontakt“, fährt Tricoire fort.

Digitale Services ergänzen das Angebot

Darüber hinaus biete Schneider digitale Services an, zum Beispiel Analysefunktionen für die Anwendungen, denn die Daten, die man sammle, ließen sich leicht zum Planen oder zur Simulation nutzen. Deshalb habe Schneider über die vergangenen 15 Jahre in Simulationssoftware investiert. Tricoire ergänzt: „Kommunikationsfähige Komponenten, verteilte Steuerungen und Software machen ungefähr 45 % unseres Umsatzes aus, das sind etwa 12 Mrd. Euro.“

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Tricoire weiß, was die Anwender wollen: „Wenn unsere Kunden kommen, dann wollen sie unterschiedliche Maschinen angepasst haben. Wir bei Schneider haben den Anspruch, dass diese mit unserer Steuerung arbeiten. Dabei nehmen wir die Softwareintegration selbst oder mit Partnern vor. Wir haben weltweit 20.000 Integratoren, die auf Schneider-Ecostruxure-Plattformen arbeiten.“

Schneider möchte den Anwendern laut Tricoire einen Vollservice anbieten, deshalb biete man auch Software und Dienstleistungen an, die als Apps, Analytics und Services auf Ebene 3 von Ecostruxure beheimatet sind.

Selbstverständlich sei man auch darauf stolz, ein Produkthersteller zu sein, denn das Internet der Dinge fange mit den Dingen an. „Wenn Sie als Käufer zum Beispiel einen Motorantrieb benötigen, dann wollen Sie das beste System. Sie kommen nicht wegen des Internets. Sie werden zu uns kommen, weil Sie das beste Produkt wollen, und darin zählen wir weltweit zu den führenden Anbietern. Wir haben eine führende Stellung am Markt für Steuerungen“, sagt der Chef von Schneider Electric selbstbewusst.

Angesprochen auf die starken Umsatzschwankungen der vergangenen Jahre – 2013: 23,6 Mrd. Euro, 2015: 26,6 Mrd. Euro und 2017: 24,7 Mrd. Euro – hat Tricoire eine einfache Erklärung: „Wir sind auf unserem Gebiet das globalste Unternehmen. Wir machen 80 % unseres Umsatzes außerhalb der EU, aber wir rechnen in Euro ab, deshalb sind wir natürlich stark von den Schwankungen des Euro-Wechselkurses abhängig.“

Würde man in Dollar abrechnen, sähe das anders aus. Schneider Electric sei hier stärker betroffen als andere Unternehmen, weil der größte Umsatzanteil außerhalb der EU generiert werde. Die umsatzstärkste Region sei Asien, die zweite Nordamerika, die dritte ist Westeuropa und die restlichen 20 % werden in Lateinamerika, Afrika, im Nahen Osten und in Russland generiert. Tricoire begründet diese Internationalität: „Wir müssen unseren Kunden und Maschinenproduzenten folgen, und das in alle Länder.“

Außerdem habe man ein Start-up für 1 Mrd. Euro verkauft, weil es nicht in den Fokus der Schneider-Unternehmensstrategie gepasst habe. Zur selben Zeit kam es zu einer sogenannten „umgekehrten Übernahme“: Schneider hat seine Software an Aveva übertragen und im Gegenzug 60 % des Industrie-Softwareunternehmens übernommen. Und dieses Unternehmen ist für Schneider sehr wichtig. „Ich bin sehr stolz auf dieses Unternehmen“, sagt Tricoire, denn die ersten Umsatzzahlen seien äußerst erfreulich. „Zusammen mit Aveva sind wir einige der wenigen Firmen, die genauso wie Siemens den kompletten integrierten Fertigungszyklus, angefangen vom Design bis zur Rechnung, durchgängig digital abbilden können. Sie können damit beispielsweise 3D-Modelle direkt in die Fertigung und von dort aus zur Wartung in die Instandhaltung weitergeben. Der Anwender benötigt nur ein dreidimensionales Modell. Und Sie können die Daten aus der Fertigung zurückgeben an die Entwicklungsabteilung und diese kann damit weitere Verbesserungen für die nächste Version erstellen, weil Sie die Fertigungsdaten genau digital erfassen können.“

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Redakteur, MM MaschinenMarkt