Suchen

Schneider Electric

Mit Ethernet und Energieeffizienz erfolgreich

Seite: 3/5

Firmen zum Thema

Der Profit stimmt laut Tricoire: „Sie müssen alle Aktivitäten auf lange Sicht sehen. Dann werden Sie feststellen, dass sich Schneider in den vergangenen 12 bis 14 Jahren in der Größe verdreifacht hat. Falls Sie da auf unsere Hauptmitbewerber blicken, ist das dort ganz anders.“ Die Vision war, das Unternehmen fit für das 21. Jahrhundert zu machen und vom Spezialistentum der Energieverteilung und Automatisierung zum holistischen Ansatz zu kommen. Das Ergebnis sei Ecostruxure. Denn man brauche beides, um die besten Maschinen zu bauen.

„Wir sind auch deshalb sehr schnell gewachsen, weil wir uns extrem fokussiert haben“, erklärt Tricoire. „Wir haben enorm in die Zukunft, viel in Entwicklung und Konstruktion, vor allem in Software investiert. Außerdem haben wir das Internet in den Shopfloor schon 1997 eingeführt, vor fast 20 Jahren!“ Die damalige Lösung nannte sich „Transparent-Factory“.

Bildergalerie

„Dabei hat man uns damals gesagt: Das funktioniert nicht, ist zu langsam, zu teuer, es ist nicht professionell genug. Doch in den vergangenen 20 Jahren haben wir fast alles auf Basis von Ethernet weiterentwickelt. Und vor 10 Jahren haben wir die erste Version von Ecostruxure auf den Markt gebracht. Viele Unternehmen haben erst in den vergangenen drei Jahren mit dem Internet der Dinge begonnen, wir haben vor 20 Jahren damit angefangen“, wiederholt Tricoire.

IT und Telekommunikation als Vorreiter

Tricoire hat eine einfache Erklärung dafür, warum Schneider schon damals das Ethernet als Datennetz gewählt hat: „Die IT in der Telekommunikation hat verstärkt auf TCP/IP und UDP/IP sowie die verschiedenen offenen Internetprotokolle gesetzt, die auch auf dem Ethernet ablaufen. Während die Industrie noch mit proprietären Systemen gearbeitet hat, mit nur kleinen Investitionssummen und damit nur 3 % der weltweiten Investitionen in Verbindungen erzielte, hat der Rest mit Ethernet gearbeitet. Das heißt, der Fortschritt in Ethernet war viel schneller da als in der traditionellen Automatisierung.“

So hat sich in den ersten zehn Jahren von 1997 bis 2007 das Ethernet wirklich zu einem wettbewerbsfähigen Produkt im Feld der Echtzeitautomatisierung weiterentwickelt. Das brachte mehr Transparenz in die Fabrik.

Laut Tricoire hat sich das eigentlich kontinuierlich entwickelt: „Von 2007 bis 2012 haben wir massive Anpassungen vorgenommen und die Technik für die Industrieautomation weiterentwickelt. In den vergangenen fünf Jahren haben wir unsere Kapazitäten in die Cloud-Entwicklungen und entsprechende Software gesteckt, um die Daten der Maschinen, Anlagen und Fabriken zu speichern. So haben wir in den vergangen fünf, sechs Jahren eine gute Datensammlung bekommen mit zunehmender künstlicher Intelligenz und dafür benötigt man entsprechende Softwarelösungen.“

Schneider habe von Beginn an das Ethernet genutzt, genauso wie Rockwell, Omron und Bosch, und man habe auch innerhalb der ODVA (Open Devicenet Vendors Association) mitgearbeitet. „Unsere Produkte sind so offen, sie arbeiten sogar mit Profinet. Die Philosophie von Schneider ist, einen multifunktionalen Standard zu haben, der es ermöglicht, mit allen Produkten zusammenzuarbeiten. Denn wir wollen, dass unsere Kunden gerne unsere Produkte nutzen, weil sie mit allen Systemen zusammenarbeiten können“, bekräftigt der Chef von Schneider Electric.

Er begründet das: „Wenn unsere Kunden sich in Japan eine Maschine kaufen, wird diese möglicherweise mit einer Mitsubishi gesteuert, wenn sie eine Maschine in Amerika kaufen, hat diese beispielsweise eine Rockwell-Steuerung. Die Kunden möchten natürlich alle Daten sammeln, dazu benötigen sie offene Systeme und eine integrierte Plattform. Wir respektieren die Wünsche unserer Kunden und bieten deshalb einen offenen Standard, damit unsere Kunden die freie Wahl haben.“

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45402794)

Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Redakteur, MM MaschinenMarkt