Rehm Mit Impuls-Schweißprozess über 70 % weniger Schweißrauch

Autor / Redakteur: Werner Essich / M.A. Frauke Finus

Beim Lichtbogenschweißen entstehen zwangsläufig Schweißrauche, die die Gesundheit der Mitarbeiter belasten. Der Schweißgerätespezialist Rehm hat jetzt den neuen Impuls-Schweißprozess Focus Puls entwickelt, der über 70 % weniger Schweißrauch im Vergleich zu einem konventionellen Sprühlichtbogen produziert.

Firmen zum Thema

Beim Schweißen sowie bei verwandten Verfahren entstehen Schweißrauche, die in höherer Konzentration gesundheitsgefährdend sind.
Beim Schweißen sowie bei verwandten Verfahren entstehen Schweißrauche, die in höherer Konzentration gesundheitsgefährdend sind.
(Bild: Rehm)

Beim Schweißen sowie bei verwandten Verfahren (thermisches Schneiden, thermisches Spritzen und Löten) werden sogenannte Schweißrauche freigesetzt. In höherer Konzentration sind diese feinen Partikel schädlich für die Gesundheit der Mitarbeiter. Nach Arbeitsschutzgesetz ist der Arbeitgeber verpflichtet, alle Gefahren, die bei der Ausübung der beruflichen Tätigkeit auftreten, vor Arbeitsaufnahme zu ermitteln, zu bewerten und geeignete Maßnahmen zur Vermeidung oder Reduzierung der Gefährdung zu treffen.

Die Reihenfolge der Schutzmaßnahmen ist dabei genau vorgegeben: In erster Linie müssen Arbeitgeber Schweißverfahren anwenden und Zusatzwerkstoffe einsetzen, die dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Erst danach folgen lüftungstechnische, organisatorische und hygienische Maßnahmen sowie persönliche Schutzmaßnahmen (wie das Tragen von Atemschutz).

Bildergalerie

Arbeitgeber in der Pflicht

Das Einhalten der Schutzmaßnahmen obliegt dem Arbeitsgeber, er kann aber auch Aufsichtspersonen wie Meister oder Produktionsleiter schriftlich mit dieser Aufgabe betrauen. Die jeweilige Belastung muss durch Messung der Gefahrstoffkonzentration in der Luft am Arbeitsplatz ermittelt werden. Dann müssen die gemessenen Expositionsdaten – soweit möglich – mit Arbeitsplatzgrenzwerten verglichen werden.

Rehm-Entwickler haben zusammen mit der Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft Fügetechnik GmbH, Aachen, die Schweißrauch-Emissionsraten verschiedener Schweißstromquellen und Verfahren untersucht und miteinander verglichen. Für die experimentelle Analyse wurden jeweils vergleichbare Parameterkombinationen gewählt, mehrere Schweißnähte geschweißt und der dabei entstehende Rauch mit einer nach DIN EN ISO 15011 konformen Absaughaube auf Glasfaserfiltern gesammelt. Die Auflagemassen wurden durch Auswiegen und Differenzbildung bestimmt und auf die Schweißzeit normiert, sodass sich eine untereinander vergleichbare Emissionsrate mit der Einheit mg/s ergab. Dabei hat der experimentelle Vergleich gezeigt, dass es deutliche Unterschiede in den verschiedenen Lichtbogenarten hinsichtlich der Schweißrauchemissionen gibt.

Beim Sprühlichtbogen kann durch einen kurz eingestellten Lichtbogen die Emissionsrate reduziert werden. Hingegen kann es beim Pulslichtbogen zu einer deutlich größeren Streuung der Emissionsraten kommen. Wird der Pulslichtbogen lang eingestellt, entspricht die Emissionsrate in etwa der des Sprühlichtbogens. Durch einen kurz eingestellten Pulslichtbogen kann die Emissionsrate deutlich reduziert werden. Im Fall des Rehm-Geräts Mega Puls Focus, das den Schweißprozess Focus Puls enthält, traten bei der Untersuchung 2,9 mg/s Schweißrauchemissionen auf. Die Impuls-Wettbewerbsanlage 1 erzeugte bei gleichen Bedingungen 3,8 mg/s und damit 31 % mehr Emissionen. Ebenso Impuls-Wettbewerbsanlage 2, die 3,6 mg/s Schweißrauch emittierte.

Die Emissionsrate reduzieren

Beim Focus-Puls-Schweißprozess kann mit einem optimal eingestellten Pulslichtbogen (Drahtvorschubgeschwindigkeit 12 m/min) die Emissionsrate gegenüber einem konventionellen Sprühlichtbogen (Drahtvorschubgeschwindigkeit 10 m/min) um bis zu 70 % reduziert werden.

Saubere Arbeitsplatzbedingungen kommen der nicht nur der Gesundheit der Beschäftigten zugute, sondern auch der Produktivität des Unternehmens. Denn Mitarbeiter, die an einem sauberen Arbeitsplatz beschäftigt sind, sind in der Regel zufriedener als solche, die bei der Arbeit schädlichen Stoffen ausgesetzt sind. Eine höhere Arbeitsplatzzufriedenheit macht sich wiederum bei krankheitsbedingten Ausfallzeiten positiv bemerkbar. Es hat sich gezeigt, dass in der Folge die Arbeitsergebnisse qualitativ besser sind und sich die Produktivität des Unternehmens generell steigert.

(ID:43589744)