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Umformtechnik Mit Ingenieurtugenden die Realwirtschaft stärken

| Redakteur: Dietmar Kuhn

Produzierende Unternehmen angesichts der aktuellen Wirtschaftslage gefordert, sich auf die klassischen Ingenieurtugenden zu besinnen. Vor diesem Hintergrund kommen am 18. und 19. Februar 2009 die Kaltmassivumformer zu ihrem VDI-Jahrestreffen in Düsseldorf zusammen, um geeignete Strategien und Technologien zu diskutieren.

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Kaltmassiv-geformte Hohlwelle als Automobilteil. Bild: Felss
Kaltmassiv-geformte Hohlwelle als Automobilteil. Bild: Felss
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Kaltmassivumformung gilt als ein besonderes Verfahren der Umformtechnik (DIN 8583), wobei Rohlinge durch Druckumformen und ohne Erwärmung in ihre Form gebracht werden. „Was das Teilespektrum angeht“, konstatiert Dr. Walter Osen, Leiter Business Unit Massivumformung/IHU beim Pressenhersteller Schuler SMG in Waghäusel, „so erkennen wir nach wie vor einen Trend, der in Richtung größerer Teile mit höherem Einsatzgewicht und großen Längen zeigt.“ Zudem ist auch die Komplexität der Teilegeometrie eine weiter steigende Anforderung an die Kaltmassivumformer. Denn zunehmend werden durch die Kaltmassivumformung Schmiede- und Gussteile substituiert.

Dies zeigt sich vor allem in Anwendungsbereichen, wie beispielsweise in der Automobilproduktion. Vor allem dort führte der Automobilboom in den letzten Jahren zu verstärktem Outsourcing und Neuinvestitionen bei den entsprechenden Zulieferern für Kaltform-teile. „Anhand von zahlreichen Produktbeispielen, vor allem aus dem Antriebsstrang eines Automobils, können Teilnehmer des VDI-Jahrestreffens Ansätze zum sparsamen Umgang mit Rohmaterial und Energie kennen lernen“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Peter Groche, Leiter des Instituts für Produktionstechnik und Um-formmaschinen (PtU) der Technischen Universität Darmstadt sowie Moderator der VDI-Tagung.

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Ökonomie und Ökologe beim Schmierstoffeinsatz

Während der Tagung werden die spezifischen Eigenschaften von kaltmassiv geformten Teilen ebenso erörtert wie die Vorteile inkrementaler Umformverfahren zur Herstellung von Hohlwellen. „Weiterhin wird auch die Frage nach ökologisch und ökonomisch gleichermaßen vorteilhaften Ansätzen der Schmierstofftechnik diskutiert“, erläutert Groche. „Auf Grund der hohen Beanspruchungen der Werkzeuge wie auch der Werkstücke in der Kaltmassivumformung kommt einer zuverlässigen Trennwirkung zwischen beiden Elementen besondere Bedeutung zu“, erklärt Groche weiter. In diesem Zusammenhang werden gleich mehrere interdisziplinäre Gruppen über ihre Erfahrungen mit Schmierstoffen, Oberflächenbeschichtungen und Werkzeugmaterialien berichten.

Nicht außen vorgelassen werden dürfen die Werkstoffe. Denn die Werkstoffwahl hat für produzierende Betriebe weit reichende Konsequenzen. „Neben den ökonomischen Auswirkungen sind vor allem die technologischen Folgen im Vorfeld einer Produkteinführung zu beachten“, sagt Prof. Groche. So erhalten die Teilnehmer der Tagung sowohl Einschätzungen zu Perspektiven der Stahlindustrie als auch beispielhafte Darstellungen zur Substitution von Edelstahlbauteilen durch Komponenten aus höchstfesten Aluminiumlegierungen. Weiterhin wird der Einsatz von Massivumformprozessen zur Umformung von Magnesiumlegierungen in Kleinserienproduktionen und unter praktischen Gesichtspunkten diskutiert.

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