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5-Achs-Bearbeitung

Mit intelligenter Spanntechnik Rüst- und Bearbeitungszeiten minimieren

| Autor / Redakteur: Markus Michelberger / Victoria Sonnenberg

Vakuumspannplatte vollständig in Steuerung integriert

Wie die Nullpunkt-Spannmodule wurde auch die Vakuumspannplatte vollständig in das Gesamtsystem integriert. Vier Vakuumkanäle gelangen über die Drehdurchführung des Maschinentischs ins Nullpunkt-Spannsystem und von dort über eine von Schunk entwickelte Medienübergabe in die Vakuumspannplatte. Die universell einsetzbare Medienübergabe ermöglicht es, pneumatisch, hydraulisch oder, wie bei Schmalz, per Vakuum betätigte Komponenten sekundenschnell und gegebenenfalls auch vollautomatisiert per Plug-&-work in Betrieb zu nehmen. Alternativ können über das Modul Komponenten zur automatisierten Abfrage oder Reinigung versorgt werden. Das robuste, rostfreie Modul ist mit vier unabhängig voneinander ansteuerbaren Fluiddurchführungen ausgestattet und für einen Systemdruck bis 250 bar ausgelegt. Wartungsarme, speziell abgedichtete Kupplungen gewährleisten einen prozesssicheren Wechsel und Betrieb.

Die Aktivierung und Überwachung der Nullpunkt-Spannmodule sowie der Vakuumspannplatte auf dem Schwenkrundtisch erfolgt vollständig über ein eigens von Hermle entwickeltes Tool in der Maschinensteuerung. Via Touchscreen oder Tasten können sämtliche Funktionen angewählt beziehungsweise zum Teil sogar vollautomatisch über die PLC aktiviert werden. Da auch die Sicherheitslogik komplett in die Steuerung integriert wurde, wird bei einem unvorhergesehenen Vakuumabfall unmittelbar die Bearbeitung verlangsamt oder sogar gestoppt, um einen Verlust des Teils zu unterbinden. Über das Vakuum Operation Center (VOC) von Schmalz, das Hermle ebenfalls in die Steuerung integriert hat, werden zusätzlich das Vakuum und der Flüssigkeitspegel im Speicher überwacht. Ein Filter verhindert, dass Dämpfe in der Pumpe kondensieren, und schützt sie zuverlässig vor Flüssigkeitseintrag. Wird Kühlschmiermittel angesaugt, beginnt automatisch ein Rückführungsprozess.

Spanntechnik-Baukasten ermöglicht Synergieeffekte und hohe Flexibilität

Nicht zuletzt aufgrund des Nullpunkt-Spannsystems – jedes Modul erzielt dank patentiertem Eil- und Spannhub Einzugskräfte bis 25.000 N und Haltekräfte bis 50.000 N – realisiert Schmalz heute auf den beiden neuen Maschinen hochproduktive Prozesse. Die bei Vero-S integrierte Turbofunktion und die damit verbundenen hohen Spannkräfte seien ein wesentlicher Schlüssel, um künftig flexibel zu bleiben und gegebenenfalls auch anspruchsvolle Stahl- oder Gussteile bearbeiten zu können.

Schmalz kombiniert die Spannkräfte des Nullpunkt-Spannsystems und der 5-Achs-Spanner zur Bearbeitung kubischer Teile mit den Vorteilen der Vakuumspanntechnik zur Bearbeitung flacher, dünnwandiger Werkstücke aus Aluminium und Kunststoff. Diese werden mithilfe der Vakuumspanntechnik flächig gespannt, sodass Deformationen ausbleiben, eine freie Zugänglichkeit gewährleistet ist und die Teile mit minimalem Aufwand rasant gewechselt werden können. Verglichen mit einer konventionellen Aufspannung über Spannpratzen lassen sich nach Angaben von Dirk Seeger mithilfe der Vakuumtechnologie bis zu 90 % der Nebenzeit einsparen. MM

* Markus Michelberger ist Vertriebsleiter Spanntechnik bei der Heinz-Dieter Schunk GmbH & Co. Spanntechnik KG in 88512 Mengen, Tel. (0 75 72) 76 14 10 34, markus.michelberger@de.schunk.com

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