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Uhing Mit Mechatronik die Draht- und Kabelindustrie produktiver machen

| Redakteur: Jürgen Schreier

Wenn der deutsche Mittelstand „von...bis“ gehe, dann sei man eher „von“, schmunzelt Wolfgang Weber, als Geschäftsführer der Joachim Uhing KG für das Kaufmännische zuständig. Und wenn die These stimmt, dass sich Innovation oft umgekehrt zur Unternehmensgröße verhält, dann ist der Hersteller von Rollringgetrieben dafür der beste Beweis.

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Seit seiner Gründung zeichnet sich Uhing durch ein stark ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein aus. Für Prozesse und Produkte gilt Qualität „made in Germany“.
Seit seiner Gründung zeichnet sich Uhing durch ein stark ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein aus. Für Prozesse und Produkte gilt Qualität „made in Germany“.
( Archiv: Vogel Business Media )

Schon Unternehmensgründer Joachim Uhing war ein Tüftler hohen Grades. So konstruierte der gelernte Elektroingenieur eine der ersten modernen Kleinbildkameras der Nachkriegszeit. Schon bald erlangte das junge Unternehmen internationale Bedeutung mit der Entwicklung und Produktion von Fadenführern für Industriestrickmaschinen.

Der ganz große Durchbruch gelang Joachim Uhing schließlich mit der Erfindung des so genannten Rollringgetriebes, das auf mechanischem Wege die konstante Drehbewegung einer glatten Welle in permanente Hin- und Herbewegung umwandelt. In der Draht- und Kabelindustrie ist der Name Uhing bis heute Synonym für präzises Wickeln, obwohl sich mittlerweile zahlreiche Nachahmer auf dem Markt tummeln – „allen voran natürlich die Chinesen“, berichtet Burkhard W. Bohn, Technik-Geschäftsführer des Mielkendorfer Familienunternehmens. Doch ausnahmsweise tun sie das sogar legal, denn die Patente sind mittlerweile abgelaufen.

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Dem Kunststoff gehört die Zukunft

Qualitativ können die asiatischen Nachbauten nach Bohns Einschätzung dem Original nicht das Wasser reichen, dafür seien sie aber außerordentlich preisgünstig, weshalb sich auch das im Jahr 2001 für „sehr preisbewusste Märkte“ entwickelte Rollringgetriebe mit Polyamidgehäuse nicht so am Markt durchsetzen konnte wie erwartet. Dennoch setzt man bei Uhing weiter auf dieses Material, denn Geschäftsführer Weber ist überzeugt: „Dem Kunststoff gehört als Fertigungswerkstoff die Zukunft. Die Arbeit und Erfahrung, die wir jetzt machen, werden in der Zukunft umso wertvoller sein. Wenn unsere Wettbewerber anfangen, sich mit Kunststoff zu befassen, dann haben sie das ganze Know-how, das wir heute bereits besitzen und stetig ausbauen, erst einmal nachzuholen.“

Von diesen Erfahrungen profitierte auch die aktuelle kleinere Ausführung des „Kinemax“-Getriebes. Die „Kunststoff-Ur-Variante“ selbst wurde ebenfalls umkonstruiert „und kann locker den geforderten Kräften standhalten“, wie Webers Kollege Bohn betont. Außerdem habe man sich das Design der neuen Produkte schützen lassen. „Deshalb können wir jetzt gemeinsam mit dem Zoll gegen Nachbauten unserer Kunststoffgetriebe vorgehen, wenn diese in reimportierten Maschinen auftauchen“, meint Bohn.

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