Fertigungssysteme Mit modularen Bearbeitungszentren mittlere und große Serien flexibel bearbeiten

Redakteur: Bernhard Kuttkat

Produzierende Unternehmen müssen in der Lage sein, schnell und flexibel auf sich verändernde Marktanforderungen reagieren zu können. Zunehmend gefragt sind deshalb modular aufgebaute, flexible Bearbeitungszentren, die mit verschiedenen Werkstückträgern und Automatisierungseinrichtungen ausgerüstet werden können.

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Dem allgemeinen Trend zu flexiblen, umrüstfreundlichen und hochproduktiven Produktionsanlagen folgend, erweiterte Licon sein Produktportfolio um die Baureihe modular aufgebauter doppelspindliger Bearbeitungszentren Liflex II. Wie der Laupheimer Spezialist für flexible Fertigungssysteme auf Basis von Bearbeitungseinheiten mitteilt, will er sich mit den neuen drei- bis fünfachsigen Bearbeitungszentren stärker im Bereich der zweispindligen Bearbeitungszentren engagieren. Vor allem potenzielle Anwender aus den Bereichen Automotive, Luftfahrttechnik und Energietechnik, die komplexe Werkstücke in mittlerer bis großer Stückzahl fertigen, hat Licon als Kunden im Blick.

Fertigungsanlagen auch für Nachfolgeteile nutzen

Insbesondere die Automobilindustrie und ihre Zulieferunternehmen setzen zunehmend auf flexible, vom aktuellen Auftrag unabhängige Fertigungsanlagen, die auch für Nachfolgeteile genutzt werden können. Um die Bedürfnisse unterschiedlicher Kunden zu erfüllen, kann das Unternehmen bei der Konfiguration der Bearbeitungszentren auf einen gut gefüllten Baukasten zurückgreifen.

Bildergalerie

Basis der auch für Trockenbearbeitung ausgelegten zweispindligen Bearbeitungszentren sind Fahrständer und Werkstückträgereinheit (Bild 1). Jede der beiden Spindeln ist in einem separaten Fahrständer montiert. Diese sind in jeder Maschine identisch und haben einen Spindelabstand von 1000 mm.

Die Verfahrwege in X-, Y- und Z-Achse betragen 1000, 700 und 800 mm. Ausgerüstet ist jeder Fahrständer mit einer direkt angetriebenen Liflex-Spindel DSP 110 (Antriebsleistung 30 kW, maximale Drehzahl 12 000 min—1, HSK-100-Schnittstelle), die im S1-Betrieb mit einem Drehmoment von 450 Nm arbeitet. Option ist eine Spindel mit HSK-63-Schnittstelle.

Die Fahrständer verfahren stets voneinander unabhängig, aber synchron. Bei der Ausführung mit zwei Rundtischen wird dabei vorzugsweise mit beiden Spindeln dasselbe Werkstück bearbeitet, oder – bei der Maschinenvariante mit einer Schwenkbrücke mit vier Rundtischen – jeweils ein rechtes und ein linkes Bauteil. Die Bearbeitungseinheit ist so ausgelegt, dass auch Bearbeitungszentren mit einer Spindel ausgeliefert werden können, beispielsweise zur Fertigung von großflächigen Teilen wie Rahmen, Achsträgern oder Strukturteilen.

Scheibenmagazin nimmt bis zu 100 Werkzeuge auf

Das an beiden Fahrständern obenliegende Scheibenmagazin für 30 Werkzeuge kann auf 100 Werkzeugplätze erweitert werden. Den Werkzeugwechsel übernehmen Doppelgreifer (Bild 2). Die Bestückung des Magazins ist einfach: An einer Beladestation mit Steuereinheit legt der Bediener die Werkzeuge ein, die anschließend ein Handlinggerät im Magazin ablegt.

Modular aufgebaut ist die Schwenkbrücke als Werkstückträgereinheit der Bearbeitungszentren. Wie erläutert wird, kann, je nachdem welche Werkstücke bearbeitet werden sollen, der Anwender unter verschiedenen Ausführungen der Schwenkbrücke wählen (Bild 3): mit zwei oder vier Rundtischen für kleinere Bauteile, Hüllkreisdurchmesser bis 490 mm, mit zwei mal zwei Rundtischen für Werkstücke bis 700 mm Hüllkreisdurchmesser und 650 mm Höhe zur hauptzeitparallelen Beladung oder mit zwei Rundtischen für Werkstücke mit einem Hüllkreisdurchmesser bis 990 mm und einer Höhe bis 1000 mm.

Auch hinsichtlich der Automation dieser Bearbeitungszentren hat Licon ein flexibles Konzept entwickelt. So können die Bearbeitungszentren Liflex II 1078 beispielsweise mit einem Palettenwechselsystem von vorne beladen werden oder per Portallader von oben.

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