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Refabrikation

Mit Reinigungsprozessketten gebrauchte Bauteile wiederverwerten

| Redakteur: Rebecca Vogt

Will man schonend mit Ressourcen umgehen, ist Refabrikation eine der möglichen Lösungen. Bei der industriellen Herstellung von mechatronischen und elektronischen Baugruppen spielt das Verfahren jedoch noch keine entscheidende Rolle. Das Projekt Aspire will das ändern.

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Durch den Einsatz von Reinigungsprozessketten sollen gebrauchte Bauteile auf den Qualitätsstandard eines Neuprodukts gebracht werden.
Durch den Einsatz von Reinigungsprozessketten sollen gebrauchte Bauteile auf den Qualitätsstandard eines Neuprodukts gebracht werden.
(Bild: Fraunhofer-IGCV)

Bereits im Februar dieses Jahres ist unter Leitung der Fraunhofer-Einrichtung für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik (IGCV) das Projekt Aspire gestartet. Gefördert wird das Projekt von der Bayerischen Forschungsstiftung. Ein interdisziplinäres Konsortium soll klären, wie gebrauchte Bauteile durch den Einsatz von Reinigungsprozessketten auf den Qualitätsstandard eines Neuprodukts gebracht werden können. Stichwort Refabrikation.

Altteile in neuwertige Ersatzteile verwandeln

Diese stellt einen bedeutsamen Industriezweig am Ende der Produktlebensphase dar. Die Refabrikation ermöglicht etwa eine kostengünstige sowie ressourcenschonende Versorgung mit Ersatzteilen – zum Beispiel für Kraftfahrzeuge und Lastkraftwagen. Altteile, die über einen organisierten Altteilemarkt zurücklaufen, können so im Rahmen der industriellen Serienproduktion wieder in neuwertige Ersatzteile verwandelt werden. Klassische Anwendungsbereiche sind mechanische, mechatronische und elektronische Kfz- und Lkw-Teile oder Baugruppen wie Anlasser, Lichtmaschinen, Motoren, Getriebe und Bremssättel.

Im Projekt Aspire wird zunächst über ein Bewertungsverfahren das Kosten-Nutzen-Potenzial jedes Anwendungsfalls festgestellt. Zusätzlich zu den Kriterien aus den Reinigungsprozessen sollen dabei die Rahmenbedingungen aus vor- und nachgelagerten Prozessen – wie beispielsweise Demontage, Aufarbeitung, Wiedermontage oder Prüfung – berücksichtigt werden.

Prozessketten ableiten, Sauberkeit sicherstellen

Ausgehend von einer demontierten beziehungsweise zerlegten Baugruppe wollen die Forscher dann geeignete Technologien für die quantitative Bestimmung von partikulären und filmischen Kontaminationen erarbeiten. Dies wiederum dient dann als Basis für die Bewertung von Reinigungsverfahren, mit denen die Sauberkeitsanforderungen erreicht werden können.

Die Ergebnisse der Versuchsreihen dienen im nächsten Schritt dazu, Prozessketten abzuleiten, mit denen die betrachteten Anwendungsfälle am kosten- und ressourceneffizientesten umgesetzt werden können. Um die Anforderungen an die Sauberkeit dauerhaft sicherstellen zu können, sind zusätzlich Schritte zur Restschmutzüberwachung in der Prozesskette nötig, heißt es.

Der Aufbau einer Demonstrationsplattform, die wesentliche erarbeitete Wirkprinzipien darstellt, soll dann das Projekt abschließen und so diese für Technologieanwender erleb- und begreifbar machen.

Projektlaufzeit bis 2020

Das Projekt läuft vom 01.02.2017 bis zum 31.01.2020 und verfügt über ein Budget von etwa 1 Mio. Euro. Neben dem Fraunhofer-IGCV gehören das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), die Projektgruppe Prozessinnovation, Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge, MAN Truck & Bus, Nabu Oberflächentechnik, Rösler Oberflächentechnik und Schuk zum Projektkonsortium.

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