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Private Equity Mittelstand gerät ins Zielradar der Investoren

Redakteur: Jürgen Schreier

Die auf den Mittelstand fokussierten Beteiligungsgesellschaften sind im Aufwind. Für 2013 stehen wieder mehr Investitionsmittel zur Verfügung. Der Wettbewerb um attraktive Unternehmen, etwa aus der Clean-Tech-Branche oder dem Maschinenbau, wird immer härter. Die Kaufpreise steigen.

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Wolfgang Kraus: „Aufgrund fehlender Mega-Deals konzentriert sich die Beteiligungsbranche erfolgreich auf den deutschen Mittelstand.“
Wolfgang Kraus: „Aufgrund fehlender Mega-Deals konzentriert sich die Beteiligungsbranche erfolgreich auf den deutschen Mittelstand.“
(Bild: Rödl & Partner)

Zu hohe Kaufpreisvorstellungen sind folglich Dealkiller Nummer 1. Der Gesundheitssektor zieht die meisten Investoren an, gefolgt vom Maschinen- und Anlagenbau sowie der Clean-Tech-Branche. Regional behauptet sich Bayern vor Nordrhein-Westfalen und Baden Württemberg als attraktivstes Bundesland für Private-Equity-Investitionen. Dies sind die zentralen Ergebnisse der Studie „Die deutsche Beteiligungsbranche 2013“ von Rödl & Partner. Für die Untersuchung wurden im Frühjahr 2013 über 300 Beteiligungsgesellschaften in Deutschland exklusiv befragt.

Beteiligungsgesellschaften investieren zunehmend in mittelständische Unternehmen

„Aufgrund fehlender Mega-Deals konzentriert sich die Beteiligungsbranche erfolgreich auf den deutschen Mittelstand. Die Kassen der Private-Equity-Häuser sind gut gefüllt. Angesichts des positiven Konjunkturumfelds ist auch wieder mit einer steigenden Zahl von Exits zu rechnen“, erklärt Wolfgang Kraus, geschäftsführender Partner des Nürnberger Unternehmens.

Der überwiegende Teil der Investitionen für neue Unternehmensbeteiligungen erfolgt unterhalb der Grenze von 50 Mio. Euro. Ihr Anteil nimmt signifikant zu. Der Mittelstandsfokus der Beteiligungsgesellschaften spiegelt sich auch in der steigenden Haltedauer wider, Investments laufen durchschnittlich über 6 bis 7 Jahre.

Wichtigster Grund für den Einstieg von Private-Equity-Investoren ist die Regelung der Unternehmensnachfolge, noch vor der Finanzierung des operativen Wachstums und Spin-Offs. Die Kreditklemme und die Unabhängigkeit von Banken bei der Finanzierung spielen dagegen nur noch eine untergeordnete Rolle.

Renditen über 20 % sind seltener geworden

„Beteiligungsgesellschaften sind heute ein tragender Pfeiler der Mittelstandsfinanzierung. Sie bringen neben Kapital auch wichtiges Know-how ein und begleiten die strategische Neuausrichtung der Unternehmen. Beim Ausstieg aus einer Beteiligung können Renditen zwischen 10 und 20 % erzielt werden“, erklärt der Leiter Corporate Finance von Rödl & Partner, Björn Stübiger. „Der deutsche Mittelstand lockt Investoren aus der ganzen Welt an. Die Private-Equity-Häuser buhlen mit Family Offices und strategischen Investoren aus dem In- und Ausland um attraktive Zielunternehmen. Das treibt allerdings die Preise nach oben. Die Chancen auf erfolgreiche Beteiligungen sind rar gesät.“

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