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MM-Index MM-Index-Check KW 01/2016: Ruhige Entwicklung im Auge des Sturms

| Autor / Redakteur: Philipp Deininger / Florian Stocker

Die deutlichen Erschütterungen des chinesischen Aktienmarktes trafen den MM-Index kaum. Er startete im Vergleich zur Vorwoche fast unverändert, kletterte zwischenzeitlich auf positive 0,58 Punkte und schloss schließlich mit 0,53 Punkten. Trotz kleiner Hochs und Tiefs - und dramatischer Bewegungen auf den Rohstoffmärkten - steht damit unterm Strich eine eher ruhige Woche..

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Die Titelseite des MM MaschinenMarkt 01/02/2015 zeigt den Index aus KW 53. KW 01/2016 verlief ähnlich ruhig wie die Vorwoche.
Die Titelseite des MM MaschinenMarkt 01/02/2015 zeigt den Index aus KW 53. KW 01/2016 verlief ähnlich ruhig wie die Vorwoche.
(Mild:MM)

Für die Berechnung des MM-Index werden insgesamt 13 Parameter, die die Lage des Maschinenmarktes beeinflussen, je nach Relevanz für die Branche gewichtet. Die Kurve des MM-Index liegt immer zwischen 0 und 1. In 2015 lag der bisherige Tiefststand bei 0,44 Punkten (03.12.2015), der bisherige Höchststand bei 0,60 (26.1.2015).

China pusht den Euro

Die erste Woche im neuen Jahr stand ganz im Zeichen der chinesischen Börsenturbulenzen und, ja, des auch in diesem Jahr weiter fallenden Ölpreises. Im Rahmen dieser Entwicklungen legt der Euro gegenüber dem USD um 0,56 %, gegenüber dem Yuan um 2,14 % und im Vergleich zum Rubel um 2,99 % zu. Lediglich gegenüber dem japanischen Yen verlor der Euro im Vergleich zur Vorwoche um -1,91 % an Wert und notiert bei 128,06 Euro/JPY.

Öl: Negativrekord zum Jahresanfang

Der Ölpreis rutscht in KW 1 auf den niedrigsten Stand seit zwölf Jahren und notiert zwischenzeitlich bei unter 33 USD pro Barrel/Brent. Zum Handelsschluss am 07.01.2016 schließt der Ölpreis gegenüber der Vorwoche um –9,4 % niedriger, mit 34,07 EUR pro Barrel. Ausschlaggebend hierfür ist ebenfalls der Einbruch auf dem chinesischen Markt.

In diesem Abwärtsstrudel geraten Förderländer, Schwellenländer und auch die Konzerne weiter unter Druck. Das lässt sich auch am Industriewert Prime ablesen: Der verliert im Vergleich zur Vorwoche deutlich mit -6,94 %. Eine Regulierung des stark unter Druck stehenden Ölmarktes, wie historisch gesehen üblicherweise durch die Anpassung der Fördermengen der OPEC unter Führung Saudi Arabiens geschah, ist nach wie vor nicht abzusehen. Zudem belastet die wiederauflebende Ölindustrie Irans den Markt. Das mit Iran im Konflikt stehende Saudi Arabien versucht diese Entwicklung der iranischen Ölindustrie durch weitere Förderung und billigem Öl zu unterminieren.

Rohstoffe verlieren stark an Wert

Auch am Rohstoffmarkt sind die Auswirkungen der chinesischen Börsenturbulenzen festzustellen. Gegenüber der Vorwoche sind starke Preisentwicklungen zu verzeichnen. Einzig der Preis für Eisenerz konnte sich um 3,74 % erholen. Die restlichen im MM-Index betrachteten Rohstoffe verloren stark an Wert. Insbesondere Zink (-6,53 %), Kupfer (-4,60 %) und Zinn (-4,46 %) setzen den negativen Trend der Vorwoche fort. Zinn und Zink erreichen in KW 02 den niedrigsten Wert seit Beginn des MM-Index. Auch der Preis für Aluminium sinkt gegenüber KW 01 um ein weiteres Prozent. Angesichts einbrechender Preise und einer schwachen Nachfrage schließt der US-Metallkonzern Alcoa die größte Aluminium-Schmelzhütte der USA. Somit sinkt die Aluminiumproduktion in den USA auf etwa 720.000 Tonnen Aluminium pro Jahr, den niedrigsten Stand seit 1950.

* Philipp Deininger ist Consultant bei Struktur Management Partner, einem der drei MM-Index-Partner.

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