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MM-Index MM-Index-Check KW 02/2016: Gute Stimmung trotz Sturmwarnung

| Autor: Robert Horn

Der Ölpreis setzt seine Talfahrt fort, der MM-Index dagegen erlebt eine solide Woche mit einem Hoch von 0,57 Punkten an mehreren Tagen. Auch andere Rohstoffpreise geben nach und kurbeln so das Geschäft vieler Unternehmen an. Allerdings wächst die Sorge um wirtschaftliche Konsequenzen.

Die Titelseite des MM MaschinenMarkt 03/04/2015 zeigt den Index aus KW 2.
Die Titelseite des MM MaschinenMarkt 03/04/2015 zeigt den Index aus KW 2.
(Bild: MM)

Für die Berechnung des MM-Index werden insgesamt 13 Parameter, die die Lage des Maschinenmarktes beeinflussen, je nach Relevanz für die Branche gewichtet. Die Kurve des MM-Index liegt immer zwischen 0 und 1. In 2015 lag der bisherige Tiefststand bei 0,44 Punkten (03.12.2015), der bisherige Höchststand bei 0,60 (26.1.2015).

Russlands Währung gerät ins Rutschen

Die meisten der für unseren Index betrachteten Wechselkurse bleiben in KW 2 konstant, so die Experten von SMP. Einzig der Rubel wird in Folge des Ölpreisverfalls weiter abgewertet und verliert gegenüber dem Euro 4,1 %. In Folge büßt der russische Leitindex Micex innerhalb einer Woche rund 7,7 % ein - so viel wie seit 2012 nicht mehr. Russlands Wirtschaft setzt vor allem auf die Föderung von Rohstoffen – der Preisverfall setzt dem Land gefährlich zu und schickt den Rubelkurs in eine Abwärtsspirale. Ohne Öl- und Gasgeschäft würden die Einnahmen des russischen Staates ein Defizit von 10 % aufweisen, resümiert das Handelsblatt die bedrohliche wirtschaftliche Lage des Landes.

Des Einen Freud', des Anderen Leid – Ölpreis im Keller

Der Preis für Erdöl befindet sich weiter auf Talfahrt und erreicht mittlerweile Werte nahe 30 US-Dollar/Barrel Brent. Während sich Verbraucher über die sinkenden Preise freuen dürfen, erwarten Ölförderstaaten ernste Konsequenzen für ihre Wirtschaft.

Um dem entgegenzuwirken, plant Russland die Einführung eines eigenen Richtwerts für den Erdölpreis, der in Konkurrenz treten soll zu dem gültigen Benchmark "Brent". Ein solcher Schritt wäre ein Angriff auf die Weltleitwährung US-Dollar, denn bei Akzeptanz eines Erdölpreisrichtwerts in der Währung Rubel würde die Nachfrage nach US-Dollar zurückgehen.

Neben dem Ölpreis sinken auch alle anderen Rohstoffpreise in KW 2 weiter. Mit einem Preisrückgang von 4,1 % gegenüber dem Schlusskurs der Vorwoche erlitt Zinn den stärksten Preisverfall der in unseren Index einfließenden Werte und notierte zum Wochenende bei 13.362,50 Dollar/t.

Prime mit Wertverlust

VW-Skandal, China, Russland, Ölpreis – der Aktienhandel hat derzeit mit vielen Unwägbarkeiten zu kämpfen. Für den MM-Index beziehen wir den Aktienindex „Prime Industry“ mit 15 % in unsere Berechnungen mit ein. Dieser verliert seit Anfang des Jahres konstant – in KW 2 waren es im Wochendurchschnitt 3,2 %.

* Tim Schneider ist Senior Consultant bei Struktur Management Partner, einem der drei MM-Index-Partner.

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