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MM-Index MM-Index-Check KW 48/2015: Atempause auf den Märkten

| Autor / Redakteur: Haiying Chen / Florian Stocker

Der MM-Index erlebte eine ruhige Woche mit kleiner Schrecksekunde. Am Dienstag fiel das Branchenbarometer kurzfristig auf unter 0,51 Punkte. Verantwortlich war ein spontaner Abfall auf den Rohstoffmärkten, die sich in den Folgetagen aber wieder erholten. Der Index schloss am Freitag mit 0,54 Punkten, dem selben Wert wie zum Wochenbeginn.

Die Titelseite des MM MaschinenMarkt 49/2015 mit dem MM-Index aus KW 48
Die Titelseite des MM MaschinenMarkt 49/2015 mit dem MM-Index aus KW 48
(Bild: MM)

Für die Berechnung des MM-Index werden insgesamt 13 Parameter, die die Lage des Maschinenmarktes beeinflussen, je nach Relevanz für die Branche gewichtet. Die Kurve des MM-Index liegt immer zwischen 0 und 1. In 2015 lag der bisherige Tiefststand bei 0,47 Punkten (29.4.), der bisherige Höchststand bei 0,60 (26.1.2015).

Euro nähert sich neuem Tief

Auf Wochensicht hat der Euro wieder leicht an Wert verloren. Der Euro notierte Ende letzter Woche bei 1,059 USD und nähert sich damit seinem siebenmonatigen Tief. Experten erklärten die Entwicklung mit der allgemeinen Dollar-Stärke, ohne aber konkretere Gründe zu nennen. Verantwortlich könnte aber auch das niedrigere Handelsvolumen sein, da die Aktivität auf den US-Märkten wegen des verlängerten Wochenendes nach Thanksgiving traditionell eher gering ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank Fed Mitte Dezember ihre lang erwartete Zinswende einleitet, wird von Marktteilnehmern seit einigen Tagen mit konstant 75 Prozent eingeschätzt. Eine Zäsur in der Devisenpolitik steht nach Meinung der Experten also unmittelbar bevor.

Die weiteren Kurse im Überblick: EUR-JPY liegt mit -0,54% bei 129,99 Yen, der chinesische Yuan mit -0,45% bei 6,764 Yuan pro Euro. Alleine der Rubelkurs ist positiv für den Euro gelaufen und hat sich auf Wochensicht um 2,59% verteuert und liegt bei 70,55 Rubel pro Euro.

Rohstoffe: Die Tanks sind voll

Der Ölpreis hat sich auf Wochensicht wieder leicht erholt. Der Kurs lag am Freitag bei 45,62 USD pro Barrel der Sorte Brent, fiel im Wochenvergleich also immer noch 3,42% höher aus. Allerdings besteht immer noch ein großes Überangebot an Öl auf dem Markt. Die Gasvorräte sind in den letzten neun Wochen in den USA und in Westeuropa laut PJK International erneut gestiegen. Zu Beginn der Heizsaison ist die Ölversorgung somit reichlich. Auch das Wetter liefert derzeit keine Unterstützung. Die milderen Temperaturen der kommenden Tage dürften zu einem weiteren Lageraufbau führen, weil der Heizbedarf entsprechend niedriger ausfällt. Die geopolitischen Sorgen haben sich indes auch etwas verringert.

Bei den Industriemetallen hat sich in der letzten Woche nicht viel verändert. Nachdem vorletzte Woche die Preise so stark wie seit langem nicht zurück gegangen sind, liegen die Preise für Aluminium (+0,62%), Kupfer (+0,48%), Zink (+0,06%), Zinn (+1,49%) und Nickel (+1,27%) fast auf dem gleichen Stand wie in der Vorwoche - bis auf den kurzfristigen Abfall in der Wochenmitte. Alleine Eisenerz hat insgesamt an Wert verloren und liegt bei derzeit 46,27 USD/kg, auf Wochensicht also 1,36% niedriger. Stahl liegt derweil immer noch unverändert bei 170 USD/t.

Insgesamt ruhige Woche auf den Märkten

Der Industriewert Prime konnte auf Wochensicht 1,75% an Wert gewinnen und liegt derweil bei 5137,46 Punkten. Auch der DAX legte im Verlauf der Woche leicht zu.

* Haiying Chen ist Consultant bei Struktur Management Partner, einem der drei MM-Index-Partner.

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