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Automatisierte Fassadenbegrünung Mobiler Roboter mit grünem Daumen

| Redakteur: Beate Christmann

Wissenschaftler aus Stuttgart arbeiten an einer automatisierten Fassadenbegrünung: Ein Roboter soll dabei sämtliche Pflanz-, Pflege- und Instandhaltungsarbeiten unterschiedlicher Pflanzenarten autonom übernehmen. Damit könnten Fabriken im urbanen Umfeld künftig aktiv zur Luftreinhaltung beitragen.

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Ein Roboter als Gärtner: Ein Forscherteam des Fraunhofer-IPA und der Universität Stuttgart entwickelt eine automatisierte, modulare Fassadenbegrünung. Der sogenannte Green Wall Robot soll autonom sämtliche mechanische Arbeiten übernehmen können.
Ein Roboter als Gärtner: Ein Forscherteam des Fraunhofer-IPA und der Universität Stuttgart entwickelt eine automatisierte, modulare Fassadenbegrünung. Der sogenannte Green Wall Robot soll autonom sämtliche mechanische Arbeiten übernehmen können.
(Bild: Fraunhofer-IPA)

Gepflegte Pflanzenwände an Gebäudefassaden oder auch in Räumen ziehen stets die Aufmerksamkeit auf sich – zählen sie doch immer noch zu den eher selteneren Anblicken im urbanen Umfeld. Einer weiteren Verbreitung der Wandgärten stehen meist die mit ihnen verbundene aufwendige und teure Pflege im Weg. Diesen Zustand möchte das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA gemeinsam mit der Universität Stuttgart ändern. Ein Team von Wissenschaftlern arbeitet an der Entwicklung einer wirtschaftlich nutzbaren automatisierten Fassadenbegrünung mit modularem Aufbau. Dabei soll ein Roboter künftig alle Arbeiten autonom erledigen.

Neue Potenziale für den Pflanzenanbau im urbanen Umfeld

„Mit dem Green Wall Robot, wie wir das System benannt haben, möchten wir neue Potenziale für vertikale Begrünungen und den Pflanzenanbau im urbanen Umfeld schaffen“, fasst Kevin Bregler vom Fraunhofer-IPA das Ziel seiner Forschungsarbeit zusammen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Martin Reisinger vom Institut für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) an der Universität Stuttgart entwickelt er das Konzept für vollautomatisierte Fassadenbegrünungen. Es beinhaltet einen intelligenten, schienenbasierten Roboter, der sich autonom bewegt und sämtliche Pflanz-, Pflege- sowie Instandhaltungsarbeiten übernehmen soll.

Bildverarbeitungssoftware lässt Roboter sehen

„Unsere Fassadenbegrünung ist aus Modulen und Submodulen aufgebaut. So kann der Roboter gezielt einzelne Submodule mit kranken oder abgestorbenen Pflanzen entnehmen und durch neue ersetzen“, erläutert Bregler. Möglich werden soll dies durch eine spezielle Bildverarbeitungssoftware, mit der die Arbeitsmaschine in die Lage versetzt werden soll, einzelne Pflanzen voneinander zu unterscheiden und vor allem auch den Zustand ihrer Vegetation zu bestimmen. Mit seinem Roboterarm soll der Green Wall Robot dann sämtliche mechanische Aufgaben übernehmen: Pflanzen säen, schneiden oder vollautomatisch austauschen. Die Bewässerung erfolgt über ein Leitungssystem, das in die Module integriert ist.

Fabrikgebäude als Luftfilter

„Fabriken könnten damit helfen, die Luft zu säubern, anstatt die Situation für Anwohner durch Emissionen weiter zu verschärfen“, ist sich Reisinger sicher. Fassadenbegrünungen tragen seiner Ansicht unter anderem dazu bei, das urbane Mikroklima zu regulieren, den Energieverbrauch für die Klimatisierung zu mindern, Regenwasser zurückzuhalten, Lärm zu absorbieren – und sie dienten als Rückzugsort für Insekten.

Aktuell sind die beiden Forscher auf der Suche nach interessierten Unternehmen, die die Konzepte an ihre konkreten Gegebenheiten anpassen lassen möchten.

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