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Energieeffizienz Modell-Fabrik spart bis zu 40 % an Energie

| Redakteur: Katharina Bormann

Im Rahmen eines Forschungsprojekts am Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen der Technischen Universität Darmstadt wurde die sogenannte ETA-Fabrik entwickelt. Bosch Rexroth wendet die Forschungsergebnisse nun in seinen Werken an. Die ETA-Fabrik soll 40 % weniger Energie verbrauchen als eine konventionelle Produktion.

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Forschungsobjekt Energieeffizienz: In der ETA-Fabrik wurde an der realen Fertigung von Serienbauteilen geforscht. Bosch Rexroth setzt diese Ergebnisse nun praktisch um.
Forschungsobjekt Energieeffizienz: In der ETA-Fabrik wurde an der realen Fertigung von Serienbauteilen geforscht. Bosch Rexroth setzt diese Ergebnisse nun praktisch um.
(Bild: Bosch Rexroth)

Im Forschungsprojekt sei am Beispiel der mehrstufigen Fertigung eines Serienbauteils von Bosch Rexroth die Energieeffizienz ganzheitlich verbessert worden, heißt es. Neben dem Einsatz der erarbeiteten Optimierungspotenziale in den Werken werden diese von Bosch Rexroth auch in der Energieeffizienzberatung für Industrieunternehmen genutzt.

Optimierte Prozessketten

Mit Blick auf die Fertigung eines Hydraulikbauteils wurden die Maschinen einer realen Prozesskette beim Zerspanen, Härten und Reinigen optimiert. Die hohe Effizienzsteigerung ließe sich laut Unternehmen dabei auf das ganzheitliche Konzept zu Austausch und Weiterverwendung der Maschinenenergie untereinander sowie mit dem Fabrikgelände zurückführen.

Verbräuche könnten nun energieformübergreifend bis auf Komponentenebene erfasst und der Energieverbrauch – durch ein gezieltes Schalten der Maschinen und der Nebenverbraucher in Energiesparmodi – deutlich gesenkt werden, heißt es. Die Ansteuerung der Energiemodi kann sowohl manuell vom Maschinenbediener, aus der SPS als auch autonom aus der Produktionssteuerung (MES) heraus erfolgen.

Technologie- und anwendungsübergreifende Einsatzpotenziale

Die bestehende Systematik Rexroth-4EE – Rexroth for Energy Efficiency diente der Energie-Management-Funktionalität als Vorlage. Mit der 4EE-Systematik erschließe man alle Einsatzpotenziale über sämtliche Technologien und Anwendungen hinweg, so Bosch Rexroth. Dabei setzt das Unternehmen für die optimale Nutzung der zur Verfügung stehenden Energie auf vier technologische Hebel: die systemische Gesamtbetrachtung, effiziente Komponenten, die Speicherung und Rückspeisung von Energie sowie einen bedarfsgesteuerten Energieeinsatz.

Neue Projekte zur Energieflexibilität angelaufen

Nachdem das ETA-Fabrik-Projekt im Jahr 2013 beendet wurde, liefen mit Synergie und PHI-Factory zwei themenverwandte Folgeprojekte mit dem Fokus auf Energieflexibilität an. Hinsichtlich des steigenden Anteils regenerativer Energiequellen und der damit verbundenen stärker fluktuierenden Energieverfügbarkeit ergeben sich immer neue Herausforderungen für eine effiziente und stabile Stromversorgung. Diese veränderten Bedingungen machen das Forschungsthema zunehmend relevant. Ziel ist es, Industrieprozesse langfristig für eine energetische Flexibilisierung zu ertüchtigen und nachhaltige Lösungen anzubieten.

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