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Konjunktur 2010

Nach der Talfahrt setzt Deutschland auf den Wachstumsmotor China

| Autor/ Redakteur: Peter Steinmüller /

Für das neue Jahr kündigt sich höchstens eine leichte Erholung der Konjunktur an. Angesichts stagnierender Wachstumsraten in den Industrieländern lockt die ungebrochene Nachfrage der asiatischen Schwellenländer. Doch zunächst müssen die Finanzierungsengpässe überwunden werden.

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Bereits 2009 haben die Exporte sich erholt. In diesem Jahr wird sich der Trend fortsetzen. Bild: HHLA
Bereits 2009 haben die Exporte sich erholt. In diesem Jahr wird sich der Trend fortsetzen. Bild: HHLA
( Archiv: Vogel Business Media )

Einen Tag vor Weihnachten konnte Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse die frohe Botschaft verkünden: Statt 60000 Stellen, wie im Sommer vom VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) geschätzt, wurden im Jahr 2009 wohl nur 40000 Arbeitsplätze in den Mitgliedsbetrieben gestrichen. „Die Unternehmen tun alles, um ihre Belegschaften zu halten“, versicherte Hesse der FAZ.

Ermutigt werden die Geschäftsleitungen durch die Konjunkturdaten der jüngsten Zeit: So verbesserte sich im Dezember der Ifo-Index für das verarbeitende Gewerbe weiter, nachdem er sich bereits im November sichtlich aufgehellt hatte. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal 2009 um 0,7%. Die Exportwirtschaft konnte ein Plus von 3,4% einfahren.

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Gedämpfter Optimismus in Verbandskreisen

Auch die wichtigen Industrieverbände zeigen gedämpften Optimismus. So meldete der VDMA, dass im Oktober der tiefe Fall der Auftragseingänge gestoppt werden konnte. „Die Entwicklung steht auf wackligen Beinen und ist noch weit davon entfernt, als Trendwende bezeichnet werden zu können“, warnte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers vor übertriebenen Hoffnungen. Bei den Werkzeugmaschinenbauern stieg die Kapazitätsauslastung von Juli bis Oktober wieder leicht auf 67,4% an.

Vor verfrühter Euphorie wird gewarnt

Auch Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der Geschäftsführung des ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie), gibt sich eher skeptisch: „Das Schlimmste liegt hinter uns. Dennoch besteht kein Anlass, schon in Euphorie auszubrechen.“ Die Produktion in der Elektroindustrie ging im vergangenen Jahr um 22% zurück, im Maschinenbau um mindestens 20% und bei den Werkzeugmaschinen voraussichtlich sogar um 40%. Damit wäre dort das Niveau von 1999 wieder erreicht.

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