Nach einem Rekordjahr zeigt sich die deutsche Maschinenindustrie für 2016 vorsichtig optimistisch

Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Nachdem die Werkzeugmaschinenindustrie in 2015 einen neuen Rekordumsatz erwirtschaftet hat, zeigt sie sich für 2016 vorsichtig optimistisch mit einem moderaten Zuwachs von 1 %.

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V.l.: Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer VDW, Dr. Heinz-Jürgen Prokop, VDW-Vorstand und Gerhard Hein, Leiter Wirtschaft und Statistik VDW überbrachten gute Neuigkeiten über ein vergangenes Rekordjahr und eine moderat optimistische Zukunft.
V.l.: Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer VDW, Dr. Heinz-Jürgen Prokop, VDW-Vorstand und Gerhard Hein, Leiter Wirtschaft und Statistik VDW überbrachten gute Neuigkeiten über ein vergangenes Rekordjahr und eine moderat optimistische Zukunft.
(Bild: Sonnenberg)

„Meine Damen und Herren, die gute Nachricht vorweg: Nach vorläufigen Ergebnissen hat unsere Branche im vergangenen Jahr Maschinen im Wert von 15,1 Mrd. Euro produziert, was einer Steigerungsrate von 4 % entspricht. Das ist abermals ein Rekordergebnis“, sagte Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW, anlässlich der Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main.

Grundlage für diese Einschätzung sind die Investitionen der wichtigen Abnehmerbranchen, der Weltwerkzeugmaschinenverbrauch und schließlich der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenhersteller.

Für die Investitionen erwartete Oxford Economics, Prognosepartner des VDW, im Herbst des vergangenen Jahres einen weltweiten Anstieg von 4 %. Zugpferde sind traditionell die Automobilindustrie gefolgt von Elektro-/Elektronikindustrie, der Herstellung von Metallerzeugnissen und vom Maschinenbau. Der Werkzeugmaschinenverbrauch soll um 4,2 % anziehen. An der Spitze steht Europa (plus 4,6 %) dicht gefolgt von Asien (plus 4,5 %) und Amerika (plus 2,5 %).

Der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenhersteller, Indikator für die mittelfristige Geschäftstätigkeit, ist 2015 moderat um 1 % auf 14,9 Mrd. Euro gestiegen. Damit pendeln sich Produktion und Auftragseingang auf etwa gleichem Niveau ein.

Die VDW-Prognose baut auf dem Rekordjahr 2015 auf. Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie produzierte im abgelaufenen Jahr Maschinen im Wert von 15,1 Mrd. Euro, was einer Steigerungsrate von 4 % entspricht. „Das ist nach zuletzt 2013 abermals ein Rekordergebnis“, erklärt Prokop.

Mit einer Exportquote von rund 70 % und einem Exportzuwachs von 4 % auf rund 9,4 Mrd. Euro hat das Ausland etwas stärker zum Gesamtergebnis beigetragen als der Inlandsverbrauch. Besonders gut lief entgegen aller Erwartungen Europa mit plus 8 %. „Insgesamt hat sich die Branche mit diesen Ergebnissen wieder sehr gut behauptet. Etliche Mitgliedsfirmen berichten vom besten Jahr ihrer Firmengeschichte“, kommentiert Prokop die Jahresbilanz 2015.

Weltweites Geschäft wird immer härter

„Dennoch ist das Umfeld für unsere Geschäfte schwieriger geworden und kann nur bedingt direkt von uns selbst beeinflusst werden“, sagt Prokop. Vor allem die Schwellenländer stehen aufgrund der niedrigen Rohstoffpreise unter Druck, Russland leidet unter dem schwachen Rubel und dem niedrigen Ölpreis, Brasilien steckt tief in der Rezession, China schwächt mit seinem lahmenden Wachstum die wichtigsten Handelspartner. Hinzu kommen die zahlreichen geopolitischen Unsicherheiten. „Umso wichtiger ist es für unsere Unternehmen, in Zeiten des globalen Wandels längerfristig nach neuen Marktpotenzialen Ausschau zu halten“, sagt Prokop. Dies gelte sowohl für neue Absatzmärkte als auch für neue Angebote der Hersteller.

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