Werkstofftechnik Nachhaltige BASF-Kunststoff-News zur Fakuma

Redakteur: Peter Königsreuther

Auch die Kunststoffwelt wird von der Kreislaufwirtschaft bewegt. BASF zeigt in Friedrichshafen deshalb, wie Polymere Produkte zur Nachhaltigkeit beitragen können. Das ist durchaus facettenreich.

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Im Rahmen der Fakuma 2021 beweist BASF, dass Kunststoffe nachhaltige, also Netto-Null-Emissions-Effekte, auf unser Leben haben können. Der Bogen spannt sich über den Einsatz in der Mobilität (Bild) und den Bausektor, bis hin zur Verpackungstechnik.
Im Rahmen der Fakuma 2021 beweist BASF, dass Kunststoffe nachhaltige, also Netto-Null-Emissions-Effekte, auf unser Leben haben können. Der Bogen spannt sich über den Einsatz in der Mobilität (Bild) und den Bausektor, bis hin zur Verpackungstechnik.
(Bild: BASF)

Kunststoffe sind ein wesentlicher Bestandteil modernen Lebens und sie eröffnen Möglichkeiten, die mit keinen anderen Werkstoffen machbar wären – eine Tatsache, die keiner leugnen kann, der offenen Blickes durchs Leben geht. Dennoch sind sie zum sprichwörtlichen „heißen Eisen“ geworden. Die Öffentlichkeit debattiert mehr denn je darüber, wie Kunststoffe verwendet werden sollten und warum. BASF hat sich deshalb gemeinsam mit Partnern eine funktionierende Kreislaufwirtschaft mit Kunststoffen zum Ziel gesetzt, im Rahmen derer Rohstoffe geschont, Kunststoffabfälle reduziert und die Materialien ihr volles Potenzial während der Nutzung entfalten können. Dass das klappt beweist BASF deshalb vom 12. bis 16. Oktober in Halle B4 auf der Fakuma in Friedrichshafen.

Kunststoffe im Rahmen der E-Mobilität

Alternative Antriebe, Elektromobilität und Einsparung von CO-Emissionen sind auch die bestimmenden Themen in der Automobilbranche. BASF zeigt nun, welches Hilfspotenzial in den vielseitig einsetzbaren technischen Kunststoffen, wie etwa den Polyurethanen steckt. Von Hochvoltsteckern über Busbar-Halter bis hin zu elektromagnetisch abgeschirmten Gehäusen wird demonstriert, wie sie die E-Mobility unterstützen können, heißt es. Darüber hinaus werden Motor- und Getriebeträger präsentiert, die aufgrund von verbesserten Verarbeitungsverfahren die Produktion sparsamer machten, aber auch zu optimierten Akustikerlebnissen beitrügen. Mit einer Tunnelverstärkung, die kürzlich mit dem Altair Enlighten Award für ihre Gewichtseinsparung ausgezeichnet wurde, wird dazu ein Gemeinschaftsprojekt mit Stellantis und L&L Products vorgestellt.

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Und Erstmalig präsentiert die BASF eine neue flammgeschützte Ultramid-Type (PA66 = Polyamid-66), die das Portfolio der farbstabilen maßgeschneiderten technischen Kunststoffe mit Blick auf Elektroautos erweitert. Das neu entwickelte Produkt verbinde Farbstabilität (verfügbar in Orange RAL 2003) und mechanische Festigkeit so, dass damit die technischen Anforderungen aus dem Markt erfüllbar seien.

Klimaschutz durch Kunststoff-Dämmung

Eine gute Dämmung von Fensterprofilen ist bei Neubauten und Renovierungen ein starkes Thema, heißt es zum nächsten Nachhaltigkeits-Aspekt, den Kunststoffe bedienen können. BASF hat dazu ein zur Co-Extrusion mit PVC einsetzbares Ultradur (PBT = Polybutylenterephthalat), genauer gesagt, Ultradur B4040 G11 HMG HP grün 75074, entwickelt, das jetzt ein deutlich besseres Eigenschaftsprofil habe. Denn mit dieser Ultradur-Type ließen sich PVC-Fensterprofile im Co-Extrusionsverfahren mechanisch aussteifen. Im Vergleich zu einer Aussteifung mit Stahl wird das Profil leichter, kann günstiger produziert werden und ist so steif wie das übliche mit Stahl. Weil Kunststoff Wärme besser dämmt als ein Metall, spart automatisch Heizenergie.

Kunststoffverpackungen für den Wertstoffkreislauf

Mit dem besonderen Portfolio an Ultradur-FC-Typen (ebenso PBT) für Kaffeekapseln denke BASF ganz neu, um maßgeschneiderte, nachhaltige Produkte dieser Art zu schaffen. Zusammen mit dem Basismaterial Ultradur B1520FC R01 werden daraus weitere produktspezifische Ausprägungen und Services angeboten, die vom Kunden beliebig einzeln eingesetzt oder in Summe kombiniert werden können. So winkten etwa Gewichtseinsparungen bis zu 40 Prozent und die Barriereeigenschaften (in Sachen Sauerstoffangriff) könnten noch weiter optimiert werden. Außer den konventionellen PBT-Typen werden auch chemisch recycelte (ChemCycling)- und Biomass-Balance-Varianten angeboten, die, wie die BASF verspricht, zu signifikanten CO2-Einsparungen führen.

Zum PBT-Portfolio gehört auch Ultradur B6560 M2 FC TF, das, wie BASF betont, weltweit erste PBT für die Extrusion von Folien und für das Tiefziehen (Vakuumverformung) von Lebensmittelverpackungen. Das Monomaterial habe auch sehr gute Barriereeigenschaften. Es ermöglicht als Monomaterial das mechanische Recycling und sorge so für einen geschlossenen Wertstoffkreislauf. Zusammen mit einem der größten Hersteller von Tiefziehmaschinen für Verpackungsprodukte konnte die herausragende Verarbeitbarkeit im Praxistest bestätigt werden, heißt es dazu.

Von der Babyflasche bis zum Elektrofahrzeug

Und mit dem Polysulfon-Typ Ultrason (PAES = Polyarylethersulfon) eröffne man etwa der Haushaltsbranche und dem Automobilsektor weitere Anwendungsfelder. BASF zeigt auf der Fakuma in diesem Zusammenhang anhand von verschiedenen Wasser- und Babyflaschen, welche Verarbeitungs- und Designmöglichkeiten Ultrason bietet, um für sichere, stabile und formschöne Produkte zu sorgen. Und für die Automobil- sowie für die Elektrotechnik wurden neue Materialien entwickelt, die eine hohe Kriechstromfestigkeit (CTI) haben und damit neuartige Bauteile für Elektrofahrzeuge und E&E-Anwendungen aus der Taufe heben können.

Ein PPA für Brennstoffzellen und Elektronik

BASF bietet mit Ultramid Advanced N (PPA = Polyphthalamid) eine gute Alternative zu aus Aluminiumdruckguss hergestellten Bauteilen, wie sie in Brennstoffzellen-Antrieben für Busse und Lieferfahrzeuge typisch sind. Mit einem Thermostatgehäuse und einem Medienverteiler belegen die BASF-Experten auf der Fakuma die thermische und chemische Beständigkeit dieses Kunststoffs, seine guten mechanischen Eigenschaften (etwa seine hohe Schlagzähigkeit) sowie die gute Dimensionsstabilität und das stabile Langzeitverhalten.

Die BASF präsentiert auch eine ganz neue Ultramid-Advanced-N-Variante, die sich ideal für Steckverbinder, die mittels Surface Mount Technology (SMT) nachbearbeitet werden, eignet, heißt es weiter. Das Unternehmen liefert dieses neue Polyamid 9T in kundenspezifischen, stabilen Farbtönen. Das neue PPA erhöht die Robustheit, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit von Strom- und Datensteckern in der Elektronik: Etwa bei Computern, Servern, Smartphones oder tragbaren Elektrogeräten aus dem Haushalts- und Unterhaltungssektor.

Ein biobasiertes TPU aus nachwachsenden Rohstoffen

Mit Elastollan N (TPU = thermoplastisches Polyurethan) zeigt BASF einen biobasierten Kunststoff, der das gleiche Leistungsspektrum aufweise wie äquivalente, auf fossilen Rohstoffen basierende Elastollan-Typen. Der auf nachwachsenden Rohstoffen basierende „grüne“ Werkstoffzwilling hat folglich die gleiche hervorragende Zugfestigkeit und Dehnbarkeit bei gleichzeitig hoher UV- und Alterungsbeständigkeit, wie BASF betont. Das biobasierte TPU ermöglicht also auch den Einsatz in allen bereits bekannten Bereichen von Elastollan, wie etwa Kabelummantelungen, Folien und Förderbänder, aber auch für jegliche Art von Spritzgussbauteilen aus der Automobil- und E&E-Industrie.

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