Suchen

Blue Competence

Nachhaltiges Produzieren sichert die Wettbewerbsfähigkeit

| Autor/ Redakteur: Walter Frick / Udo Schnell

Unter den Gesichtspunkten Nachhaltigkeit und Energieeffizienz darf die Produktion nicht isoliert betrachtet werden – die gesamte Wertschöpfungskette muss im Blick bleiben. Die EMO Hannover 2013 wird zeigen, wie nachhaltiges Produzieren vom Rohstoff bis zum Recyceln die globale Wettbewerbsfähigkeit sichert.

Firmen zum Thema

Die grüne Lernfabrik an der TU Braunschweig unterstützt den Transfer von Forschungsergebnissen in die betriebliche Praxis.
Die grüne Lernfabrik an der TU Braunschweig unterstützt den Transfer von Forschungsergebnissen in die betriebliche Praxis.
( Bild: IWF )

In der Forstwirtschaft gilt schon seit Jahrhunderten, dass nicht mehr Holz gefällt werden darf als nachwachsen kann. Dieses natürliche Nachhaltigkeitsprinzip hält mit Macht Einzug in die moderne Produktionstechnik und findet seinen Niederschlag augenfällig im Leitmotiv der EMO Hannover 2013 „Intelligence in Production“. Denn „ökologische Effizienz ist für mehr und mehr produzierende Unternehmen die selbstverständliche Ergänzung der ökonomischen Effizienz“, sagt apl. Prof. Dr.-Ing. Christoph Herrmann, Mitglied der Institutsleitung am Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik (IWF) der TU Braunschweig.

Potenziale durch Nachhaltigkeit werden leicht übersehen und Probleme oft nur verlagert

Veränderungen hin zu einer nachhaltigen Produktion, so Herrmann, „sind jedoch nur möglich, wenn der gesamte Produktlebensweg – von der Rohmaterialbeschaffung, der Teilefertigung und Montage über die Nutzung bis hin zur Entsorgung – betrachtet wird“. Ohne diese Perspektive „werden schnell Potenziale übersehen oder schlimmer, Probleme nur von einer Lebensphase in eine andere verlagert“. Denn wenn man von der gesamten Wertschöpfungskette spreche, „müssen wir von Anfang bis Ende oder in Produkt- und Materialkreisläufen denken“, erläutert Prof. Herrmann, am IWF Leiter der Abteilung Produkt- und Life-Cycle-Management und nebenbei auch noch Wissenschaftlicher Geschäftsführer und Vorstandsmitglied am Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF).

Bildergalerie

Natürlich bleibt die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens oberstes Ziel: „Green does not sell – grün allein verkauft sich nicht.“ Neben dem Preis müssen weiterhin Qualität und Funktion eines Produktes im Fokus stehen. Schwächen in diesen Bereichen können nicht durch eine ökologisch nachhaltige Produktion ausgeglichen werden.

Anwender profitiert doppelt von richtig angewandter Nachhaltigkeit

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit für Innovationen bringt Herrmann so auf den Punkt: „Innovation braucht in der Regel Treiber. Wir sehen schon heute, dass steigende Energiekosten viele neue technische und organisatorische Lösungen hervorbringen, sei es im Bereich neuer Fabrikkonzepte, effizienter Antriebe oder in der Messtechnik und im Energiemanagement.“

Bei richtig angewandter Nachhaltigkeit profitiere auch der Anwender – und zwar zweifach: „Zum einen erhält er ein Produkt, das nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch effizient produziert wurde. Da insbesondere für energiebetriebene Produkte ein erheblicher Anteil der Lebenszykluskosten und der Umweltauswirkungen mit der Nutzungsphase verbunden sind, profitiert er zum anderen davon, dass sein gekauftes Produkt im Vergleich zum Wettbewerb den geringsten Energie- und Hilfsstoffverbrauch hat – ohne Funktions- oder Qualitätseinbußen.“

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 40051980)