Medizintechnik Neue Chancen für die Blechbearbeitung

Redakteur: Annedore Munde

Bleche erobern zunehmend ihren Platz in der Medizintechnik. Als eine der wenigen Wachstumsbranchen ist dieser Industriezweig daher für Weltunternehmen aus der Blechbearbeitung genauso interessant, wie für Mittelständler. Gefragt ist Präzisions-Know-how.

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Die Gründe für das Wachstum der Medizintechnik-Industrie liegen auf der Hand: das steigende Durchschnittsalter der Weltbevölkerung und der damit verbundene erhöhte Bedarf an entsprechender Technik, um die Versorgung im Krankheitsfall realisieren zu können. Da die Medizintechnik nach wie vor mit stabilem Zuwachs rechnet, ist sie für Firmen, die Know-how-intensive Blech- und Metallprodukte herstellen, von zunehmendem Interesse, beispielsweise für die Micrometal GmbH aus Müllheim (Baden).

Inline-Ätzen für Präzision und große Stückzahlen

Basierend auf dem photochemischen Ätzen fertigt das Unternehmen in sehr hohe Stückzahlen metallische Präzisionskomponenten mit höchster Genauigkeit. Der angewandte Inline-Ätz-Prozess ist dabei insbesondere für die Bearbeitung dünner Bleche mit sehr feinen Strukturen geeignet, welche enge Toleranzen erfordern. Die Lieferung der Ätzteile kann auf Endlosspulen erfolgen.

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„Das Ätzverfahren von Micrometal ist gegenüber Lasertechniken gerade bei großen Stückzahlen wesentlich produktiver und wirtschaftlicher. Die Einzelteile lassen sich quasi endlos im Band fertigen, was wiederum enorme Vorteile für eine automatisierte Weiterverarbeitung bringt“, unterstreicht Geschäftsführer Marzellinus Zipfel die Vorteile des Verfahrens. Im Gegensatz zu anderen formgebenden Fertigungstechniken entstünden beim Ätzen im Material keine Spannungen oder Veränderungen der Materialstruktur durch Energieeintrag, wie beispielsweise beim Lasern oder beim Verformen durch Stanzen und Prägen.

„Als spezielle Herausforderung der Medizintechnik an uns sehen wir die Ausrichtung unserer Qualitätssysteme an die Richtlinien und Erwartungen nach ‚Good Manufacturing Practice’ – kurz GMP – sowie nach nationalen und internationalen Zulassungsbehörden“, hebt er hervor. Geschäftsführer Zipfel hält die im Frühjahr 2010 stattfindende Medizintechnikmesse Medtec Europe deshalb auch für eine gute Gelegenheit, das Ätzverfahren mit Blick auf die Großserie dem Fachpublikum vorzustellen.

Er betont: „Wir erwarten, dass sich der Einsatz von Komponenten aus der Mikrosystemtechnik in Diagnostik und Therapie beschleunigt.“ Die Produkte von Micrometal werden heute bereits bei der Invitrodiagnostik, der Dentalorthopädie und als Teil von Drug-Delivery Patches eingesetzt.

Metallspezialist ist Global Player in der Stentherstellung

Das Unternehmen Meko mit Sitz in Sarstedt bei Hannover hat bereits vor 15 Jahren den Medizintechnik-Markt für sich entdeckt und ist inzwischen ein Global Player in Sachen Stentherstellung durch den Einsatz von Laserbearbeitungstechnik geworden. Ausgangsprodukt für die Fertigung von Stents, die in der Kardiologie und Herzchirurgie angewandt werden, sind dünnwandige Rohre aus hochwertigen Metallen mit einem Durchmesser von 1,2 bis 2 mm.

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