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Rohrbearbeitung

Neuerungen verändern die Rohrbranche massiv

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Das hat Folgen. „Von den vier heutigen Trennverfahren Bandsägen, Scherschneiden, Kreissägen und Laserbearbeiten werden sich in den nächsten Jahren zwei herauskristallisieren: Kaltkreissägen und Rohrlasern“, erwartet Thomas Berg, geschäftsführender Gesellschafter von RSA Cutting Systems. Das Rohrlasern werde verstärkt in Bereiche vordringen, die derzeit vom Sägen besetzt sind, ohne es ganz zu verdrängen. Als weiteren Trend hat Berg die Tendenz zu integrierten Sägezentren ausgemacht. Sie könnten nicht nur zusätzliche Bearbeitungsprozesse wie Endenbearbeitung, Endenumformung, Bohren oder Stanzen übernehmen, sondern auch Qualitätsprozesse sowie Mess- und Handlingaufgaben.

Walzprofilierer Dreistern will seine Kunden in der Rohrbranche flexibler machen

Der Hersteller von Walzprofiliermaschinen Dreistern will ebenfalls seine Anwender flexibler machen, wenn auch aus anderen Gründen. „Das klassische Geschäftsmodell ist durchbrochen. Die Rohrhersteller liefern oft bereits einbaufertige Produkte, während die Rohrbearbeiter immer mehr Aufgaben von Rohrwerken übernehmen“, beobachtet Heinrich Weber, Bereichsleiter Vertrieb. Für den Maschinenbauer ist dies eine Herausforderung, weil künftige Anforderungen an eine Anlage zum Zeitpunkt der Investition noch nicht eindeutig sind.

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Darauf hat Dreistern einerseits mit Erweiterungen für seine Laser-Rohrschweißanlagen, andererseits mit speziellen Multifunktionsmaschinen reagiert. Als Beispiel für Letztere nennt Weber eine Anlage mit 36 Umformstationen „für eine praktisch unbegrenzte Produktgestaltung“, wie er sagt. Außerdem ließen sich zusätzliche Vor- oder Nachstanzoperationen an jeder Stelle der Profiliermaschine integrieren. „Die multifunktionale Anlagentechnik sorgt für Investitionssicherheit durch Flexibilität bei künftigen Anforderungen“, resümiert Weber.

Maschinenbauer müssen ihre Kunden flexibel halten

Für Spielraum bei künftigen Entwicklungen verlangen die Kunden laut Gerlach flexible Systeme. Besonders bei medienführenden Rohren seien oft Bauteile in kleinen Chargen bei hoher Varianz zu fertigen. Außerdem müsse man als Lieferant Antworten auf eine veränderte Fertigungssituation der Kunden parat haben. Dazu hat Tracto-Technik eine Systematik namens Pipe Bending Systems entwickelt. Laut Gerlach werden darin Rohrbiegemaschinen, Messsysteme und Software passend zusammengestellt. „So sind wir in der Lage, Kunden aus der Anpassverrohrung, der Rohrvorfertigung oder der automatisierten Rohrvorfertigung optimal zu bedienen und mit ihren Anforderungen zu wachsen“, sagt er.

Doch auch beim Biegeprozess selbst sind Verbesserungen noch möglich und gefragt. „Kunden wollen zunehmend mit unseren Rohrbiegemaschinen bei teilweise reduzierten Wandstärken immer kleinere Biegeradien realisieren. Die Anforderung ist dabei, Einbauraum zu gewinnen und Gewicht zu reduzieren“, berichtet Philipp Knobloch, Sales Manager bei Schwarze-Robitec. Aktuell befasse sich das Unternehmen zum Beispiel damit, Werkstoffe wie 1.4301, 1.4509 oder Titan im Dünnwandbereich zu biegen. Die Herausforderung dabei seien die hohe Steifigkeit der Maschinenkomponenten sowie die sensible Einstellung der Maschinenparameter. „Neu ist ebenfalls die Anforderung, Rohrlängen mit unterschiedlichen Biegeprogrammen hintereinander mit dem geringsten Werkstoffeinsatz zu biegen“, sagt er.

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 Stéphane Itasse

Stéphane Itasse

, MM MaschinenMarkt