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Rohrbearbeitung

Neuerungen verändern die Rohrbranche massiv

| Autor: Stéphane Itasse

Zur Tube 2016 stellt Aicon 3D Systems aus Braunschweig das zweite Modell der Tubeinspect-P-Serie vor: Das Tubeinspect P16 soll als vergrößerte Version des Grundmodells insbesondere bei der Vermessung mittlerer und langer Rohre und Drähte punkten. Die Messzelle ist mit 16 hochauflösenden Digitalkameras mit Gig-E-Technik ausgerüstet und verfügt über ein Messfeld von 2600 mm × 1250 mm × 700 mm. In der Regel liegen laut Hersteller die Messergebnisse in weniger als 10 s vor. Rohre bis 7 m Länge können in mehreren Schritten gemessen werden, die Teilmessungen werden automatisch verknüpft. Die Messzelle ersetzt mechanische Lehren. Die schmale Einlegekante ermöglicht ein ergonomisches Einlegen der Messobjekte. Ergänzt wird die Messzelle durch die Version 3.0 der Software Bendingstudio. Sie bietet laut Aicon viele neue Features, die die Arbeit erleichtern.

Anbieter von Großrohranlagen spüren den Ölpreisverfall

In einer besonderen Situation befinden sich derzeit die Anbieter von Großrohren und ihre Ausrüster. „Die rapide sinkenden Ölpreise haben zu einem Investitionsstau in der gesamten Öl- und Gasförderindustrie geführt. Insbesondere im Bereich der Ölförderrohre ist in den kommenden Jahren daher mit einem spürbaren Einbruch der Nachfrage zu rechnen“, erwartet Hartwig Hiestermann, Geschäftsführer Vertrieb der Gräbener Maschinentechnik. Optimistischer ist Hartmut Kussmaul, Director Sales and Product Management Large Pipes bei Schuler: „Der Bedarf an Großrohren ist weiterhin hoch und wird auch wachsen. Großprojekte für Pipelines sind durch den niedrigen Ölpreis nicht direkt betroffen, da der Transport von Öl, Gas, Wasser in einer Pipeline wesentlich günstiger ist als per Zug, Lkw oder Schiff. Aktuell entwickeln sich neue Zielmärkte im Mittleren Osten, von denen weitere Potenziale erhofft werden.“

Doch auch auf der technischen Seite steigen die Anforderungen: Nach Angaben von Kussmaul benötigen die Hersteller Anlagen mit optimalem Prozessfluss und hoher Verfügbarkeit, die höherfeste Stähle (X100) verarbeiten und somit Rohre für höhere Drücke produzieren. „Im Großrohrbereich steigt der Bedarf an größeren Wandstärken und höheren Materialfestigkeiten. Das gilt vor allem für Offshore, etwa bei speziellen Pipelineprojekten. Mit den Materialanforderungen steigen zwangsläufig auch die Anforderungen an wirtschaftliche und effiziente Maschinen und Fertigungsprozesse“, stellt auch Hiestermann fest.

Seiner Beobachtung nach erwarten die Kunden deshalb flexible Maschinenkonzepte: „Neue Maschinen müssen möglichst mehrere Arbeitsschritte übernehmen. Nur so können die Kunden mit einem schnellen Return on Invest rechnen und auf die Flexibilität des Marktes reagieren.“ Beispielsweise bewältige heute eine kombinierte Kalibrier-, Richt- und Anbiegepresse alle Arbeitsschritte.

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