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Neues Beteiligungsmodell stärkt Mitarbeiterbindung

| Redakteur: MM

Mit Aktien für die leitenden Angestellten und der Aufnahme hochverzinslicher Darlehen bei der Belegschaft will der Büromöbelhersteller Sedus Stoll AG seine Mitarbeiter enger an das Unternehmen...

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( Archiv: Vogel Business Media )

Mit Aktien für die leitenden Angestellten und der Aufnahme hochverzinslicher Darlehen bei der Belegschaft will der Büromöbelhersteller Sedus Stoll AG seine Mitarbeiter enger an das Unternehmen binden.In der Weiterführung der erfolgreich begonnenen Konzepte der Mitarbeiterbeteiligung für Führungskräfte und gewerbliche Arbeitnehmer [1] sieht der Bürostühle-Hersteller Sedus Stoll AG, Waldshut, eine wesentliche Voraussetzung für die positive Entwicklung des Unternehmens auch in den kommenden Jahren. Wie Vorstandschef Bernd E. Kallup in Stuttgart erläuterte, wurden deshalb 2623 neue Stammaktien mit Gewinnberechtigung an Mitarbeiter aus dem Führungskreis des Unternehmens einschließlich des Vorstands verteilt.Mehr Identifiktion mit dem Betrieb,,Die neuen Aktien sind Bestandteil der Beteiligung der leitenden Mitarbeiter, aber auch der breiten Belegschaft am Unternehmen", so Kallup. Damit werde eine stärkere Identifikation mit und Bindung an Sedus Stoll geschaffen. Die enge Verbindung zwischen den Mitarbeitern und der Firma erreiche man durch verschiedenartige Formen der Beteiligung am Unternehmen und am Unternehmenserfolg. Mit Aktienbesitz primär für den Führungskreis sowie mit der Aufnahme hoch verzinster Darlehen bei den Mitarbeitern lassen sich Motivation, Identifikation mit dem Betrieb und Eigeninitiative substanziell fördern.Die Mitglieder des Managements sind in Form von Aktien mit 16% am Grundkapital von 25,8 Mio. DM beteiligt. Sie stellen damit nicht nur ein wesentliches Standbein in der Finanzierung des Unternehmens dar, sondern verfügen auch über einen deutlichen Einfluss als Eigentümergruppe. Nicht minder relevant für das Schicksal des Unternehmens sind die Darlehen, die ein Großteil der Mitarbeiter ihrer Firma gewährt: Sie summieren sich auf 16,1 Mio. DM, was immerhin fast 10% der Bilanzsumme von 167,4 Millionen DM entspricht. Die Gesamtheit der Darlehen an die Sedus Stoll AG resultiert aus drei verschiedenen Beteiligungsmodellen für die Beschäftigten: Die direkten Mitarbeiterdarlehen schlagen mit 3,1 Mio. DM zu Buche, einen Anteil von 1,9 Mio. DM haben die Gewinnbeteiligungen, die der Firma zur Verfügung gestellt werden, und 11,2 Mio. DM entfallen auf unmittelbar einbehaltene Ergebnislöhne.Darlehen werden steuerlich gefördertDie Mitarbeiterdarlehen werden steuerlich gefördert. Es sind Einlagen von 500 DM, 800 DM oder 1000 DM ins Unternehmen möglich. Dieses gibt 300 DM steuerfrei hinzu, und die Verzinsung des Gesamtbetrages entspricht dem Zins bei langfristiger Aufnahme eines Firmenkredits in Höhe von 1 bis 10 Mio. DM. Die Gewinnbeteiligungen, die bis zu einem Höchstbetrag von 200000 DM pro Mitarbeiter im Unternehmen belassen werden können, sind nach Aussagen von Vorstandschef Kallup mindestens gemäß den Bundesschatzbriefen Typ B verzinslich. Ist die Eigenkapitalrendite höher, rentiert sich das Darlehen, das die einbehaltene Gewinnbeteiligung bedeutet, entsprechend dieser Eigenkapitalrendite. Im vergangenen Jahr hat die Verzinsung daher 13% betragen. Zahlreiche Mitarbeiter schöpfen die mögliche 200000-DM-Anlage voll aus, während andere sich mit der Gewährung geringerer Darlehen begnügen. In jedem Fall ist das Modell hoch rentierlich, und Sedus Stoll verzeichnet sehr viele - auch gewerbliche - Mitarbeiter, die durch die Beteiligungsmöglichkeiten ein ansehnliches Vermögen angehäuft haben. Die dritte Beteiligungskomponente - der Ergebnislohn - wird aus dem Gewinn ermittelt, der nach Vorabverzinsung des betriebsnotwendigen Kapitals verbleibt. Dieser Restgewinn wird hälftig zwischen den Aktionären und den Mitarbeitern aufgeteilt. Pro 10 DM Verdienst wird ein Punkt vergeben, und dieser Punkt hat einen bestimmten Wert. Auf dieser Berechnungsbasis wurden im Durchschnitt der letzten zehn Jahre 14,5 Monatslöhne beziehungsweise -gehälter pro Mitarbeiter gezahlt. ,,Es gab auch schon wie im letzten Jahr 15,3 - oder auch mehr", freut sich Firmenchef Kallup. In schlechteren Jahren habe der Ergebnislohn immerhin noch 13 Zahlungen ermöglicht.Alle Beschäftigten sind eingebundenDas Innovative und Erfolgreiche am Beteiligungsmodell von Sedus Stoll sieht Kallup in der Kombination teilweise bereits seit Jahren existierender Komponenten, die sich zu einer ausgeglichenen Berücksichtigung von leitenden und sonstigen Mitarbeitern zusammen fügen. Dies sei der richtige Weg, sowohl die Einen als auch die Anderen an das Unternehmen zu binden. Die geringen Krankenstände wie auch die zu vernachlässigende Fluktuationsrate sprächen für das Modell als ein Instrument der Motivation, ,,für das Unternehmen zu kämpfen".Literatur[1] Hofmann, U., D. Kuhn und J. Schreier: Mitarbeitermotivation - Im Team unschlagbar. MM 23/2001, S. 18-23.