Maschinenbau NRW

Nordrhein-Westfalens Maschinenbau geht wetterfest durch die Krise

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Lenze-Gruppe investiert weiter in neue Techniken

Im Bereich der Antriebstechnik stehen die Räder ebenfalls nicht still. Hier steht die Lenze-Gruppe mit Hauptsitz in Hameln der Abkühlung des Weltwirtschaftsklimas recht sachlich gegenüber. „Nach fünf Jahren guten Wachstums ist dies keine Überraschung“, stellt der Vorstandsvorsitzende Dr. Erhard Tellbüscher klar. Gleichwohl bleibe die Gruppe stark.

„Unsere Strategie hat sich als richtig erwiesen. Aufgrund unserer gezielten Investitionen in Produkte und Märkte sehen wir auch weiterhin positiv in die Zukunft“, so Tellbüscher weiter. Neben Investitionen in neue Techniken soll insbesondere der Ausbau des L-Force-Portfolios unvermindert fortgesetzt werden.

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Unter dem Dach der Demag Cranes AG, deren Wurzeln am Standort Düsseldorf über 100 Jahre zurückreichen, widmet sich auch die Demag Cranes & Components GmbH mit Sitz in Wetter/Ruhr den Herausforderungen moderner Antriebstechnik und muss sich zugleich den veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stellen.

Demag spürt spätzyklische Branche

Christoph Greger, Produktmanager Antriebstechnik bei Demag, merkt hierzu an: „Da unsere Industrie spätzyklisch reagiert, bekommen wir die Wirtschaftskrise mit rund sechs Monaten Zeitverzug zu spüren. Entsprechend merken auch wir jetzt eine Abschwächung und Zurückhaltung bei der Erteilung von Aufträgen.“

Gleichwohl besteht Handlungsbedarf, dem sich das Unternehmen bereits vor Monaten gestellt hat. Auf die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegene Nachfrage nach Gesamtsystemlösungen für Antriebsaufgaben hat Demag mit einem breiten Angebot an kompletten Fahreinheiten aus dem Antriebsbaukasten reagiert.

Forschung zum Thema Getriebe für die Windenergie

Bewegung in die Praxis bringt auch die Forschung in NRW. So hat sich Prof. Wolfgang Predki, Inhaber des Lehrstuhls für Maschinenelemente, Getriebe und Kraftfahrzeuge am Institut für Konstruktionstechnik der Ruhr-Universität Bochum, des Themas Windenergie angenommen. Präziser ausgedrückt geht es neben weiteren Forschungsansätzen um eine Art Karies-Prophylaxe für Zahnrad-Schwergewichte, um Schäden und damit erhebliche Kosten für die Betreiber von Windkraftanlagen zu vermeiden.

Hintergrund ist, dass Betreiber von Windkraftanlagen vielfach zum Ende der Gewährleistungspflicht graue Flecken an den Zahnflanken feststellen, in der Fachwelt auch als Graufleckigkeit oder Micropitting bezeichnet. Weil diese zu größeren Grübchen auswachsen können, besteht die Gefahr, dass ein Getriebe ausfällt. Um bereits in der Entwicklungsphase eines Getriebes mögliche Schäden vorausberechnen zu können, wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem sich neben Verzahnungsgeometrie, Schmierstoffeigenschaften, Temperatur und Belastung auch der Einfluss von Kopfrücknahmen und Flankenrauheit erfassen läst.

Ein weiteres Ziel der Untersuchungen im Bochumer Großgetriebeprüfstand ist, Vorschläge für Verzahnungskorrekturen unterbreiten zu können. Auf dem Gebiet der Planetengetriebe untersucht der Lehrstuhl, der eng mit den Industriepartnern der Forschungsvereinigung Antriebstechnik zusammenarbeitet, mit selbst entwickelten dreidimensional arbeitenden Mehrkörper-Simulationssystemen die Lastverteilung auf die einzelnen Planetenräder und die Lastverteilung längs der Zahnbreite der Verzahnungen.

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