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Norm für Arbeits- und Gesundheitsschutz Norm ISO 45001: gute Grundlage, um Arbeits- und Gesundheitsschutz zu managen

| Autor / Redakteur: Andreas Engelhardt / M.A. Frauke Finus

Es ist wichtig, dass Unternehmen Maßnahmen etablieren, um das Risiko von Verletzungen und Erkrankungen am Arbeitsplatz zu verringern. Mit der Norm ISO 45001 entsteht aktuell eine gute Grundlage, um Arbeits- und Gesundheitsschutz im Unternehmen effektiv und effizient zu managen.

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Ziel der ISO 45001 ist es, international anwendbare Anforderungen an ein Managementsystem aufzustellen, um den Arbeits- und Gesundheitsschutz in Unternehmen systematisch zu verbessern.
Ziel der ISO 45001 ist es, international anwendbare Anforderungen an ein Managementsystem aufzustellen, um den Arbeits- und Gesundheitsschutz in Unternehmen systematisch zu verbessern.
(Bild: © momius - Fotolia)

Für den Arbeitgeber ist es ein wesentliches Anliegen, gesunde Mitarbeiter zu haben. Denn er benötigt ihre Arbeitskraft und bezahlt sie dafür – auch dann, wenn sie krankheitsbedingt ausfallen. Daher ist es für jeden Betrieb sinnvoll, sich dem Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz zu widmen. Zumal die Lebensarbeitszeit steigt und es bei älteren Mitarbeitern wahrscheinlicher wird, dass sie durch eine hohe Arbeitsbelastung erkranken und ausfallen. Ziel ist es, nicht zu warten, bis jemand krank wird, um dann mit Therapien oder anderen Angeboten für die Genesung zu sorgen. Es sollte bereits die Arbeitsplanung und -vorbereitung so gestaltet werden, dass es gar nicht erst so weit kommt und die Mitarbeiter bei ihrer Tätigkeit nur soweit belastet werden, dass sie ihr Berufsleben bis zur Rente auch wirklich ausfüllen können.

Managementsystem für wirkungsvollen Schutz

Unternehmen sollten jedoch beachten, dass es nur einen geringen Erfolg bringt, wenn einzelne Maßnahmen implementiert werden, die willkürlich ausgewählt wurden, unabhängig voneinander sind und nur isoliert stehend Probleme lösen sollen. Wirkungsvoller ist es, ein komplettes Managementsystem für den Arbeits- und Gesundheitsschutz zu etablieren. So kann sichergestellt werden, dass Belastungen und Risiken für Mitarbeiter auch tatsächliche reduziert oder sogar beseitigt werden. Zudem werden auf diese Weise die Mindestanforderungen des Gesetzgebers und der Berufsgenossenschaften zuverlässiger berücksichtigt. Wesentlich für ein Managementsystem ist, dass sich die Geschäftsführung klar zu diesen Themen positioniert und die Implementierung der Maßnahmen unterstützt. Zudem müssen Strategien und Ziele erarbeitet werden, die regelmäßig zu überprüfen sind: Ist man auf Zielkurs oder muss noch nachgebessert werden?

Als Inspirationsquelle für geeignete Maßnahmen und den Aufbau eines Arbeits- und Gesundheitsschutz-Managementsystems kann eine Norm dienen. Bisher ist die britische Norm BS OHSAS 18001 der gängige Standard dafür. Sie wird allerdings voraussichtlich Ende dieses Jahres oder Anfang des nächsten Jahres durch die neu entwickelte ISO 45001 abgelöst. Die internationale Norm beschreibt Anforderungen an Arbeits- und Gesundheitsschutz-Managementsysteme und enthält eine Anleitung zur Umsetzung.

Flexible Norm für internationale Anwendung

Ziel der ISO 45001 ist es, international anwendbare Anforderungen an ein Managementsystem aufzustellen, um den Arbeits- und Gesundheitsschutz in Unternehmen systematisch zu verbessern. Risiken und potentielle Belastungen sowie Gefährdungen für Mitarbeiter sollen frühzeitig angegangen werden, um sie effektiv und effizient arbeitsfähig zu halten. Da die Arbeitsbedingungen weltweit doch sehr unterschiedlich sind und sogar regional starke Differenzen bei gesellschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen bestehen, wird die Norm sehr offen formuliert, damit sie für alle Unternehmen weltweit anwendbar ist. Zudem soll die Norm in allen Branchen zum Einsatz kommen. Daher wird bereits bei der Entwicklung in einem besonderen Maß Wert darauf gelegt, dass sie universal einsetzbar ist – bei Fertigungsunternehmen genauso wie bei Dienstleistern. Denn physische und psychische Belastungen sowie Gefährdungen lauern überall. Sind beispielsweise viele Mitarbeiter eines Unternehmens im Außendienst tätig, ist das Auto ihr Arbeitsplatz. Und auch sie müssen durch gute Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen begleitet werden.

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* Andreas Engelhardt ist fachlicher Leiter für Zertifizierungen von Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystemen beim TÜV Süd

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