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DIN/FH Frankfurt/Fraunhofer LBF Normen bringen Elektromobilität in Schwung

| Redakteur: Stéphane Itasse

Im Jahr 2020 sollen auf Deutschlands Straßen 1 Mio. Elektrofahrzeuge rollen. Auf dem Weg dahin müssen auch die potenziellen Nutzer von den neuen Möglichkeiten und der Zukunftssicherheit der Elektromobilität überzeugt werden. Normen und Standards leisten dazu einen wesentlichen Beitrag, wie eine neue Studie zeigt.

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Eine stärkere Normung könnte mehr Elektroautos auf Deutschlands Straßen bringen, wie eine neue Studie im Auftrag des DIN zeigt. (Bild: Mitsubishi)
Eine stärkere Normung könnte mehr Elektroautos auf Deutschlands Straßen bringen, wie eine neue Studie im Auftrag des DIN zeigt. (Bild: Mitsubishi)

Beispielsweise können Normen und Standards die Sicherheit und Kompatibilität der elektrischen Komponenten gewährleisten oder auch eine mögliche Zweitnutzung beziehungsweise ein Recycling der Batterien garantieren. Eine im Auftrag des DIN Deutschen Instituts für Normung e.V. erstellte Studie analysiert, welcher Normungsbedarf sich aus den Präferenzen und Erwartungen der Nutzer, aber auch denen der politischen Akteure sowie den bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen im Bereich der Elektromobilität ergibt.

Normen für Elektromobilität aus sechs kritischen Faktoren ableiten

Ausgangspunkt für die Ableitung notwendiger Normen und Standards sind sechs kritische Faktoren für den Erfolg der Elektromobilität, wie die Unternehmensberatung PWC am Montag mitteilt. Diese sind:

  • Sicherheit/Zuverlässigkeit,
  • Komfort,
  • Kosten der neuen Technik,
  • Umwelteigenschaften der neuen Technik,
  • die erzielbare Reichweite sowie
  • der Ausbaugrad der Ladeinfrastruktur.

Auf diesen Faktoren aufbauend seien Themenfelder identifiziert worden, die für die Verbreitung der Elektromobilität in den Jahren von 2015 bis 2025 relevant werden und die bislang nicht oder zumindest nicht umfassend in der deutschen Normungs-Roadmap erfasst seien. Die Tabelle (siehe Bildergalerie) fasst wesentliche Ergebnisse dieser Analyse zusammen.

Normierungsrelevante Themen aus allen kritischen Faktoren ableitbar

Während einige Themenfelder mehrere kritische Faktoren betreffen würden (beispielsweise das normierte Verfahren zur Reichweiten- beziehungsweise Batterieladestandsmessung), seien andere klar auf einen einzigen Faktor bezogen. Allerdings heiße dies nicht, dass die letztgenannten Normierungsthemen weniger relevant wären: Standardisierte Handlungsanweisungen für den Rettungsfall beispielsweise würden zwar nur den Faktor Sicherheit/Zuverlässigkeit betreffen, jedoch seien klare Festlegungen in diesem Bereich unverzichtbar. Nicht nur professionelle Rettungsteams, sondern auch Normalnutzer müssten wissen, wie sie Risiken bei der Bergung von Unfallopfern vermeiden könnten und welche Gefahren überhaupt bestünden.

Die in der Tabelle dargestellten Befunde werden in der Studie zudem durch ausgewählte „Use Cases“ konkretisiert, die anschaulich machen, wie der Normungsbedarf in Normen und Standards umgesetzt werden kann beziehungsweise muss, heißt es in der PWC-Mitteilung. Besonders komplex sei beispielsweise der Aufbau einer Ladeinfrastruktur im Privathaushalt, in der die Batterie des Elektrofahrzeugs gleichzeitig Stromspeicher für überschüssige, selbsterzeugte Energie (zum Beispiel durch Solarpaneele auf dem Hausdach) sei.

Damit sich Investitionen in derartige Anlagen auszahlen, müssten diese für eine langfristige, vom gefahrenen Elektroauto beziehungsweise genutzten Batterietyp unabhängige Nutzung ausgelegt sein. Normen und Standards könnten dies gewährleisten.

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