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Behälter

Ökobilanz verbessern und Kosten senken

| Autor: Benedikt Hofmann

Optisch unterscheiden sich die Behälter mit Bioanteil kaum von den konventionellen Varianten.
Optisch unterscheiden sich die Behälter mit Bioanteil kaum von den konventionellen Varianten. (Bild: Hofmann)

Zwei neue Behälterlösungen sollen Unternehmen dabei helfen, ihre Ökobilanz zu verbessern und Kosten durch Zeiteinsparungen zu senken. Das bedeutet auch, dass die Kanbanversorgung mittlerweile bis zum Arbeits- und Montageplatz gedacht wird und über eine zentrale Materialversorgung hinausgewachsen ist.

Um 1 kg Plastik herzustellen, wird etwa die doppelte Menge Öl benötigt. Insgesamt verbraucht die Kunststoffindustrie in Deutschland dafür zwar nur knapp 4 % des raffinierten Öls, dennoch wird deutlich, dass dieser Zustand so – nicht nur aufgrund der voraussichtlich immer strenger werdenden, vom Gesetzgeber erlassenen Ökovorgaben für produzierende Unternehmen – nicht haltbar ist. Der C-Teile-Spezialist Würth Industrie Service, der unter anderem für seine Kanbanbehälterlösungen für die Industrie bekannt ist, hat sich dieses Problems jetzt angenommen und einen Kanbanbehälter auf den Markt gebracht, der zu 30 % aus einem Biogranulat besteht. Bei der Entwicklung des Behälters galt allerdings nicht der Slogan „Bio um jeden Preis“, wie Stefan Reuss, Geschäftsführer Logistik und IT bei Würth Industrie Service, erklärt: „Wir stehen zu 100 % hinter dem nachhaltigen Konzept des Behälters, dennoch war uns klar, dass er nur dann erfolgreich auf dem Markt etabliert werden kann, wenn er einige betriebswirtschaftliche Anforderungen erfüllt.“

Die Wirtschaftlichkeit muss auch bei nachhaltigen Produkten stimmen

Das Unternehmen beschäftigt sich schon seit einiger Zeit mit verschiedenen Biopolymeren, die aber immer zu einer deutlichen Verteuerung des fertigen Produkts geführt hätten. Der Durchbruch gelang durch eine Kooperation mit Golden Compound, einem Joint Venture, das das Biogranulat „S²PC“ (sustainable sunflower plastic compound) aus den Schalen von Sonnenblumenkernen herstellt. Dieser Rohstoff hat Sebastian Meyer, Leiter Forschung und Entwicklung bei Golden Compound, zufolge gleich mehrere Vorteile: „Zunächst ist unser Kunststoffcomposite recht kostengünstig, da es auf einem Abfallprodukt aus der Sonnenblumenkernproduktion basiert.

Das wiederum bedingt die Tatsache, dass wir im Unterschied zu vielen anderen organischen Produkten nicht mit der Lebensmittelproduktion konkurrieren.“ Zwar ist der Preis des Granulats trotz allem immer noch etwas höher als der herkömmliche Kunststoff, doch konnte die Zykluszeit in der Herstellung durch „S²PC“ um 25 % verkürzt werden, wodurch das Unternehmen den höheren Rohstoffpreis mehr als ausgleichen kann.

„Insgesamt waren die Arbeiten an dem Behälter nicht ganz trivial, was unter anderem an der Klappe liegt“, führt Reuss aus. „Aber wir sind sicher, dass sich die Arbeit gelohnt hat, und wir können den Unternehmen durch die neuen Behälter helfen, ihre Ökobilanz ohne Mehrkosten zu verbessern.“ Bereits vor über einem Jahr gab es den ersten, durch Kundenbeziehungen initiierten Kontakt zwischen den beiden Unternehmen. Danach steckten die Partner gemeinsam viel Entwicklungsarbeit in das Projekt.

Die Klappe war die größte Herausforderung

Gerade die Klappe der Behälter stellte hier eine größere Herausforderung dar. Sie ist beweglich und mit einer mechanischen Verriegelung versehen, die den Zustand des Behälters widerspiegelt. Ist die Klappe geöffnet, befindet sich der Behälter in Gebrauch. Bei geschlossener Klappe kann der Behälter gestapelt, versendet und transportiert werden. Bei der mechanischen Verriegelung greifen zwei Rastbolzen in die beiden seitlichen Behälterwände. Bei der Produktion des Behälters mit „S²PC“-Anteil, zeigte sich, dass die Umsetzung der Indikatorfunktion und der mechanischen Verriegelung hier etwas komplizierter ist. „Es war uns wichtig, diese Kinderkrankheiten auszuschließen, bevor wir mit dem ökologischen Behälter auf den Markt gehen“, stellt Reuss klar.

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