Wittmann-Battenfeld Österreichische Kunststoff-Experten setzen auf Wittmann-Battenfeld

Redakteur: Peter Königsreuther

Die Anforderungen an Kunststoffteile steigen nicht nur in Bezug auf die Automobilindustrie stetig an. Wer marktorientiert handeln will, sollte möglichst viel Know-how in den eigenen vier Wänden konzentrieren. Wie man das schafft, und was man dazu „drauf haben“ sollte zeigt folgender Artikel.

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RT-CAD fertigt anspruchsvollste Kunststoffteile und unterstützt die Abnehmer von der Idee bis zum Fertigteil. Außerdem ist das Unternehmen ein Spezialist in Sachen Fertigungssimulation mittels Moldflow. Für die Herstellung größerer Teile nutzt RT-CAD eine Macropower 1500/8800 von Wittmann-Battenfeld.
RT-CAD fertigt anspruchsvollste Kunststoffteile und unterstützt die Abnehmer von der Idee bis zum Fertigteil. Außerdem ist das Unternehmen ein Spezialist in Sachen Fertigungssimulation mittels Moldflow. Für die Herstellung größerer Teile nutzt RT-CAD eine Macropower 1500/8800 von Wittmann-Battenfeld.
(Bild: Westcam)

Die Firma RT-CAD wurde 1997 von Roland Tiefenböck zur Konstruktion von Kunststoffteilen gegründet. 1999 wurde das Leistungsspektrum um die Herstellung von Prototypen mit der Anschaffung der ersten FDM-Maschine für Rapid Prototyping erweitert. Nur ein Jahr später ging Roland Tiefenböck eine Kooperation mit Moldflow ein, um seinen Kunden auch die Fertigungssimulation anbieten zu können. Seitdem fungierte RT-CAD auch als Vertriebspartner für die Moldflow Simulations-Software in Österreich und kooperiert zu diesem Zweck seit 2011 mit der Firma Westcam, die den Vertrieb von Moldflow in Österreich übernommen hat. Dem Angebot von Rapid Prototyping und Simulation folgten die Erweiterung des Leistungsspektrums um den Vakuumspritzguss im Jahr 2001 und die Gründung eines eigenen Werkzeugbaus in 2003 – eine logische Konsequenz für den gelernten Werkzeugmacher Roland Tiefenböck.

Mehrkomponenten- und IML-Know-how im Angebot

Im Jahr 2008 ging die erste Spritzgießmaschine in Betrieb, nur 2 Jahre später wurde die Produktion in einem neuen Fertigungsgebäude aufgenommen und über die Jahre erweitert. Heute produziert RT-CAD mit 48 Mitarbeitern und 13 Spritzgießmaschinen im Schließkraftbereich von 50 bis 1500 t, die im Dreischichtbetrieb gefahren werden, technisch anspruchsvolle Teile für namhafte Kunden aus der Zweiradindustrie, der Elektrobrache, der Schweißtechnik sowie der Möbelwelt, wobei über die beiden erstgenannten Sparten circa 80 % des Umsatzes generiert werden. Teile zur Metallsubstitution, Leichtkomponenten, Hybridteile. Dabei gehören auch die Mehrkomponenten- und IML-Technologie zur Expertise des Unternehmens.

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RT-CAD agiert primär in Österreich, Deutschland und Indien, wobei der zweitgrößte Motorradhersteller des Landes zu den Hauptabnehmern der Baueile gehört. Im Zweirad-Bereich bedient RT-CAD vor allem den österreichischen Hersteller KTM im Motorradbereich sowohl mit Verkleidungsteilen als auch technischen Anbaukompoenten rund um den Motor. Das Teilespektrum enthält sowohl Komponenten für die Massenherstellung als auch in geringeren Stückzahlen für den Rennsport aus entsprechend belastbaren Werkstoffen.

Reddot-Design-Award für gelungene Stühle

Den Schlüssel zum Erfolg sieht Roland Tiefenböck vor allem in der Durchgängigkeit von der Produktidee über die Entwicklung, die Konstruktion, die Fertigungssimulation, den Prototypenbau, den Werkzeugbau bis hin zur Serienfertigung. Vor allem die Simulation mittels Moldflow Simulations-Software und die Engineering-Kompetenz im Hause schaffen den Kunden durch die Vermeidung von Fehlern im Vorfeld einen beträchtlichen Mehrwert.

Einige Beispiele für bei RT-CAD entwickelte und gefertigte Produkte sind außer den bereits genannten Verkleidungsteilen und technischen Anbauteilen für Motorräder, Wechselstromrichter für Photovoltaikanlagen für die Firma Fronius, „Macao“-Stühle für Wiesner Hager, für die das Unternehmen sogar den reddot Design Award erhalten hat, Displays für Gehäusefronten für Schweißgeräte oder Tasten für Zigarettenautomaten der Austria Tabakwerke, deren Besonderheit darin besteht, dass die jeweiligen Logos mit ca. 2 mm transparentem Kunststoff umspritzt werden.

Bei seinen Spritzgießmaschinen legt Roland Tiefenböck neben einem guten Preis-/Leistungsverhältnis vor allem auf Wartungs- und Bedienerfreundlichkeit und eine hohe Lebensdauer wert. Auch guter technischer Support ist ihm wichtig.

Man setzt auf Wittmann-Battenfeld-Technik

An der im Vorjahr gelieferten Macropower 1500/8800 – der zur Zeit größten bei RT-CAD eingesetzten Spritzgießmaschine – schätzt er die gute Zugänglichkeit, den einfachen Werkzeugeinbau von der Seite, das kompakte Design und die hohe Bedienerfreundlichkeit über die moderne B6P-Steuerung. Tiefenböck: „Die Menü-Übersicht der Steuerung ist logisch aufgebaut, und die Steuerung kann ohne Weiteres ins bestehende Netzwerk eingepflegt werden. Die grafische Darstellung sorgt für gute Übersichtlichkeit.“ Besonders wichtig sind Tiefenböck auch die Geräuscharmut der Maschine und der geringe Energieverbrauch, der auf den effizienten Servoantrieb zurückzuführen ist. „Unser Stromverbrauch hat sich mit der Installation der Macropower so gut wie nicht verändert“, so Tiefenböck. Auch die Möglichkeit, bei Wittmann von der Maschine über die Automatisierung bis hin zur gesamten Peripherie alles aus einer Hand zu beziehen, ist für Tiefenböck ein positiver Aspekt.

Bei der bei RT-CAD installierten Macropower handelt es sich um eine Maschine mit einer Schließkraft von 15.000 kN mit einer Sonderauslegung zur Verarbeitung von flammgeschützten Kunststoffen und einem voll in die Steuerung integriertem WFC-System, über das für die einzelnen Kühlkreisläufe Durchfluss und Temperatur direkt an der Maschine angezeigt und überwacht werden. Bei der derzeit genutzten Macropower handelt es sich um eine komplette Produktionszelle inklusive voll integrierten Temperiergeräten, einem Wittmann-Servoroboter W843 und Schutzumhausung. MM

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