Werkzeugmaschinen Okuma begrüßt Besucher aus elf Ländern Europas zur EMO-Nachlese

Redakteur: Stéphane Itasse

Rund 250 Besucher aus elf europäischen Ländern haben die EMO-Nachlese bei Okuma Europe in Krefeld genutzt. Zur EMO in Hannover zeigte Okuma 18 CNC-Maschinen. Von den 13 Neuentwicklungen wurden drei als Welt- und vier als Europapremiere präsentiert. Einige dieser Exponate standen auch bei der EMO-Nachlese im Fokus der Besucher.

250 Besucher aus elf Ländern hatten sich bei Okuma in Krefeld zur EMO-Nachlese eingefunden.
250 Besucher aus elf Ländern hatten sich bei Okuma in Krefeld zur EMO-Nachlese eingefunden.
(Bild: Okuma/Hennecke)

Bei der Multus U3000 ermöglicht der orthogonale Aufbau nach dem Fahrständerprinzip für die Y-Achsen lange Verfahrwege von bis zu 250 mm, wobei die X-Achse 125 mm über Mitte gefahren werden kann für einen Y-Arbeitsbereich innerhalb eines Durchmessers von 250 mm, wie Okuma berichtet. Wahlweise werde ein unterer Werkzeugrevolver mit zwölf Stationen geliefert. Der 7,1 kW-starke Antrieb erzeuge 40,4 Nm und drehe bis 6000 min-1.

Drehmaschine Multus U3000 auch für komplexe Anwendungen ausrüstbar

Der untere Revolver ermöglicht laut Hersteller auch die Aufnahme einer Lünette. Je nach Lünettengröße blieben für die 4-Achsen-Bearbeitung Stationen für Werkzeuge frei. Der standardmäßige NC-Reitstock sei auf der W-Achse mit Voreinstellmöglichkeit für zehn Positionen frei programmierbar. Optional zum Reitstock sei auch eine Gegenspindel als Okuma-Motorspindel lieferbar. Für komplexe Anwendungen, zum Beispiel im Formenbau und bei der Simultan-Bearbeitung von Freiformflächen mit 5-Achsen (X/Z/Y/B/C) seien die Multus U-Modelle auch mit Vorschubsteuerung der B-Achse, absoluten Okuma-Linearmaßstäben, Hochgenauigkeits-C-Achse und Hochgeschwindigkeitsfunktionen wie Supernurbs mit Glättungsfunktion und Schwenken um das Werkzeugzentrum mit Werkzeuglängenkompensation (RTCP) lieferbar.

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Die Okuma-Servomotoren ermöglichen im Zusammenspiel mit dem absoluten Wegemesssystem Abso Scale Eilgänge von 50 m/min in X- und Z-Achse sowie 40 m/min in der Y-Achse, wie es heißt. Die Werkzeugspindel mit HSK-A63 (optional Capto C6) leiste 22 kW, entwickle 120 Nm und drehe bis 12.000 min-1. Das Werkzeugmagazin mit 40 (optional 80) Stationen ist ergonomisch günstig von Vorne bedienbar.

Drehmaschine MU-6300V erstmals in Europa vorgestellt

Zum Thema 5-Achsbearbeitung zeigte Okuma in Krefeld die Europapremiere MU-6300V für die Präzisionsbearbeitung von Werkstücken bis 830 mm Durchmesser und 550 mm Höhe. Markant sei der anstatt parallel nunmehr quer zur X-Achse verfahrende Schwenktisch mit integrierter Planscheibe, was die Automation mit Werkstückwechselsystemen von hinten ermögliche und den Zugang zum Arbeitsraum von vorne erhalte. Als Highlight veranschaulichte Okuma nach eigenen Angaben auf diesem Exponat das 5-Axis-Auto-Tuning.System. Damit könnten Anwender in Eigenregie innerhalb weniger Minuten die Maschinengenauigkeit überprüfen und gegebenenfalls automatisch korrigieren.

Dreh-Fräszentrum VTM-2000YB für Werkstücke bis 2 m Durchmesser und 10 t Gewicht

Das zur EMO-Nachlese gezeigte 5-Achsige Dreh-Fräszentrum VTM-2000YB bearbeite hochpräzise, prozesssicher und schnell Werkstücke bis 2 m Durchmesser und 1,4 m Höhe. Der Tisch trage bis zu 10.000 kg. Als Sonderausstattung integrierte das Exponat laut Hersteller eine 150-bar-Kühlmittelzufuhr durch die Frässpindel. Zur Ausstattung gehörten eine 30-kW-Hauptspindel mit elektrischem Getriebe, die bis 200 min-1 drehe, ein Drehmoment von maximal 8415 Nm entwickle sowie als C-Achse auf 0,001° genau positionierbar sei. Die Bearbeitungsspindel schwenke in der B-Achse NC-gesteuert in 0,001° Schritten von -30 bis 120°.

Der 37 kW (3 min) starke Spindelantrieb beschleunige die Fräser, Bohrer und Gewindeschneider (wahlweise mit Schaft BT50, HSK-A100, Capto C8) auf bis zu 10.000 min-1. Das maximale Drehmoment von 505 Nm ermögliche den Einsatz auch großer Fräser und Bohrer. Beim Drehen werde die Werkzeugspindel präzise wie rigide lagearretiert. Das gut zugänglich platzierte Werkzeugmagazin biete Platz für bis zu 60 Tools mit bis zu 290 mm Durchmesser, 600 mm Länge und 40 kg Gewicht. Optional adaptiere Okuma auch Magazine für 36 oder 120 Werkzeuge.

CNC-Drehmaschine LU-S1600 auf Simultanbearbeitung in 4 Achsen ausgelegt

Die auf die Simultanbearbeitung in 4 Achsen ausgelegte CNC-Drehmaschine LU-S1600 wurde als optimales System für die Serienfertigung von Wellenteilen - wie sie zum Beispiel in der Automobilindustrie benötigt werden - entwickelt, wie Okuma berichtet. Die Drehmaschine biete eine sehr hohe Bearbeitungsleistung. Basis sei die Gleitführungsbahn und ein stabiles Bett für die 100-prozentige Ausnutzung der Simultanbearbeitung mit oberem und unteren Revolver, einem großen Arbeitsbereich für Wellenteile bis zu 60 mm Durchmesser, die Aufspannung von Werkstücken bis zu 160 mm Durchmesser sowie einer stabilen hochpräzisen Bearbeitung dank Thermo-Friendly Concept.

Mit der in Krefeld gezeigten Außenrundschleifmaschine der Serie GP/GA-TII offeriert Okuma nach eigenen Angaben auch für die Königsklasse der Zerspanung superrigide und ultrapräzise Maschinen für das Teilefinish mit engen Toleranzen und feinen Oberflächen. Maschinenstrukturen, die problemlos den Bearbeitungskräften standhalten und sie direkt dort abfangen, wo sie entstehen, garantieren laut Hersteller stabile Bearbeitungsgenauigkeit im µ-Bereich und maximale Produktionsleistung.

LT3000 EX ermöglicht auch Hochleistungszerspanung

Das Exponat LT3000 EX bearbeite Stangenmaterial bis 69 mm Durchmesser. Mit der rechten und linken Spindel sowie dem oberen und unteren multitaskingfähigen Revolver könnten prozessintensive Bearbeitungen und integrierte Operationen realisiert werden. Gleichzeitig lassen nach Auskunft von Okuma die Fräswerkzeugspindel sowie der obere und untere V16-Revolver die Produktivität in der Großserienfertigung steigen. Mit dem großen Bearbeitungsbereich und dem multitaskingfähigen oberen und unteren Revolver mit 16 Stationen könne auf einer einzelnen Maschine eine erheblich größere Anzahl an Prozessen durchgeführt werden.

Hochleistungszerspanung sei dank der Fräswerkzeugspindel mit 7,1 kW Leistung und hoher Eilganggeschwindigkeiten möglich. Die wärmestabile Struktur der Maschine bleibe dank des Thermo-Friendly Concept auch im langen Dauerbetrieb erhalten, während die hochgenaue Linearführung für eine gleichbleibend hohe Bearbeitungspräzision sorge.

Auch der Bediener werde bei dieser Maschine entlastet - unter anderem durch Abdeckungen für eine ausgezeichnete Kühlmittel- und Spanabfuhr sowie den V16-Revolver, der Einrichtezeiten durch permanente Werkzeugbestückung verkürze. Die neu entwickelte Steuerung OSP-P300 erhöhe zudem die Bedienerfreundlichkeit durch einfache intuitive Bedienung. Steigenden Anforderungen in der Großserienfertigung könne durch Hinzufügen eines dritten Revolvers, Anpassung der Y-Achsendaten (oberer und unterer Revolver) sowie verschiedener Automationsfunktionen begegnet werden.

Neue Okuma-eigene Steuerung stößt auf großes Interesse

Zur EMO und so auch bei der Messenachlese in Krefeld ernteten die neue Okuma-Steuerung OSP-P300 und die ebenfalls Okuma-exklusive Intelligent Technology großes Besucherinteresse, wie es heißt. Der Hersteller setze bei den CNC-Steuerungen, den Spindel- und Achsantrieben sowie den absoluten Achspositionsgebern auf eigene Entwicklungen. Aus dieser Gesamtkompetenz ergäben sich für die Feinabstimmung von Maschinenbau, Antriebstechnik, Sensorik und Software Möglichkeiten, die andere Maschinenhersteller in der Form nicht hätten.

Ein Beispiel für Okuma-exklusive Neuheiten sei das Collision Avoidance System (CAS); es unterstütze Anwender schon beim Einrichten und Programmieren durch eine dynamische Werkstück-Echtkonturverfolgung sowie komfortable Modellierfunktionen. Ebenso Okuma-exklusiv sei das Machining Navi zur Schnittdatenoptimierung und Vibrationsvermeidung. Die Funktion ermögliche bessere Oberflächen und verlängerte Werkzeugstandzeiten beim Drehen und Fräsen.

Neue Funktion optimiert Beschleunigungs- und Bremsverhalten der Portalmaschinenachsen

Mit dem Servo Navi offeriere der Hersteller eine neue Funktion, die das Beschleunigungs- und Bremsverhalten der Portalmaschinenachsen auf Knopfdruck belastungsorientiert optimiere, was Bearbeitungszeiten um bis zu 20 % reduzieren könne. Ein weiteres Novum sei das prämierte Thermo-Friendly Concept zur Kompensation von Wärmeeinflüssen auf das Bearbeitungsergebnis. Nicht zu vergessen, das 5-Axis-Auto-Tuning-System, mit dem Anwender die Prozessgenauigkeiten von 5-Achs-Bearbeitungszentren erhöhten, indem die Ist-Genauigkeiten automatisch gemessen und Abweichungen von Ideal kompensiert würden.

Die Intelligent Technology der OSP finde ihre Fortsetzung und Ergänzung in Okuma-eigenen IT-Produkten, von denen hier der 3D-Virtual-Monitor erwähnt sei. Im Gegensatz zu CAM-Systemen von Fremdanbietern nutzt die PC-Software zur Simulation und Kollisionsüberprüfung von NC-Programmen für Okuma-Maschinen die originalen Modelldaten der jeweiligen Maschine, wie der Hersteller berichtet.

Diese echte virtuelle Maschine auf dem PC bilde das Bindeglied zum Kollisionsvermeidungssystem CAS auf der Okuma-Steuerung. Durch den Abgleich der Maschinendaten wie Encoder-Werte, Nullpunkte, Korrekturen und Parameter sei eine exakte Kollisionskontrolle auf dem PC möglich. Das Simulations-System 3D-Virtual-Monitor mit Modellierfunktion werde zum virtuellen Einrichten und Einfahren der Maschine eingesetzt und liefere zudem realistische Stückzeitenberechnungen. Die extern auf Kollision geprüften Programme seien unmittelbar an der Maschine im Automatikbetrieb lauffähig, also ohne weiteren Prüflauf, respektive Programmtest.

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