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Reparatur von Spindeln

Operation am offenen Herzen

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Kommen Maschinenverantwortliche und Spindelspezialisten zu dem Ergebnis, dass die – häufig als Herz der Maschine bezeichnete – Komponente erneuert werden muss, wird sie ausgebaut und zur weiteren Analyse in die Reparaturabteilung gebracht. Handelt es sich um einen häufig verwendeten Motorspindeltyp, bauen die firmeneigenen Experten umgehend eine bevorratete Ersatzspindeleinheit in die Maschine ein, um Stillstandszeiten zu vermeiden. Gleichzeitig starten sie mit der ersten, im Durchschnitt zwei Tage dauernden Begutachtung und Analyse – Testläufe, Spannsystemprüfung sowie weitere Tests inklusive.

Anschließend nimmt der Leiter der Spindelabteilung Kontakt zu den Spezialisten von Weiss auf und schickt die Spindel in das Maroldsweisacher Reparatur- und Servicezentrum des Unternehmens. Dabei muss es sich nicht zwingend um eine Weiss-Spindeleinheit handeln.

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Partnerfirma übernimmt Reparatur von Eigen- und Fremdspindeln

Das fränkische Unternehmen übernimmt auch die Reparatur von Fremdfabrikaten, was bei dem Premium-Automobilhersteller aus mehreren Gründen gerne gesehen wird. Zum einen fließen auf diese Weise konstruktive Verbesserungen von Weiss in andere Motorspindeln ein. Zum anderen sind die Reparaturzeiten (insbesondere in Notfällen) bei Weiss kurz. Außerdem habe man aufgrund der jahrelangen Zusammenarbeit viel Vertrauen zueinander gewonnen.

Im Maroldsweisacher Werk nehmen sich die Experten der Motorspindeln an. Zuerst begutachten sie detailliert den Zustand, dann demontieren sie die Spindel und analysieren das gesamte Innenleben. Danach wird das Ergebnis mit dem Erstbefund der Experten des Automobilherstellers verglichen und gemeinsam besprochen, wie und in welcher Form die Reparatur erfolgen soll (Bild 2). Ziel der Gesamtanalyse ist es, festzustellen, warum die Spindeleinheit ausgefallen ist.

Dieses Wissen lässt sich dann für Verbesserungen nutzen, sodass künftig die Spindellaufzeiten erhöht und Kosten reduziert werden können. Dabei zahlt sich die umfangreiche Reparaturerfahrung von Weiss ebenso aus wie das ausgeprägte Know-how der Mitarbeiter, das nicht zuletzt durch ständige Neuentwicklungen und Innovationen im eigenen Haus geprägt ist. Auf diese Weise gelingt es den Spezialisten des Reparatur- und Servicezentrums immer wieder, bei der Reparatur diverse technische Fortschritte einfließen zu lassen.

Reparaturkosten können bis 30 % reduziert werden

Ein Beispiel dafür ist die vor einigen Jahren von Weiss entwickelte „geteilte Welle“. Sie zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass die Werkzeugaufnahme vom Typ HSK demontierbar aufgebaut ist. So lassen sich später fällige Reparaturkosten um bis zu 30 % reduzieren. Weiss ist in der Lage, Fremdfabrikatsspindeln von einteiligen auf zweiteilige Wellen umzurüsten, verbunden mit den gleichen Vorteilen.

Das funktioniere zwar nicht in jedem Fall, Erfahrungen haben aber gezeigt, dass eine Umrüstung bei 60 bis 80 % aller Spindeln mit HSK-Schnittstelle möglich ist. Ein anderes Merkmal, das die Automobilhersteller an der fränkischen Siemens-Tochter schätzen, sind die steuerbaren Reaktionszeiten. Haben Kunden eine Ersatzspindel bevorratet, herrscht kein großer Zeitdruck. Denn der Kunde kann mit der Ersatzspindel seine Maschine schnell wieder in Betrieb nehmen.

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