Instandhaltungssoftware Optimale Turbinenwartung dank moderner Helfer

Autor / Redakteur: Christian Schiffer / Robert Weber

Flugzeuge verdienen nur in der Luft Geld. Deshalb ist die Wartung der Turbinen zeitkritisch. Der Turbinenbauer MTU optimiert aus diesem Grunde immer wieder seine Instandhaltungsprozesse. Die Berliner setzen dabei auch auf innovative Hard- und Software.

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Wichtiger Begleiter: Der Intermec EX25 erleichtert die tägliche Arbeit, da das Gerät Barcodes auch auf größere Entfernungen sehr schnell und zuverlässig erfasst.
Wichtiger Begleiter: Der Intermec EX25 erleichtert die tägliche Arbeit, da das Gerät Barcodes auch auf größere Entfernungen sehr schnell und zuverlässig erfasst.
(Bild: Intermec)

Die Instandhaltung, Reparatur und Montage von Triebwerken steht im Mittelpunkt bei der MTU Maintenance Berlin-Brandenburg GmbH. Immer wichtiger wird es dabei, durch perfekte Logistik enge Zeitfenster einzuhalten. Das gelingt mit Software des Intermec-Partners ID-Solutions und mit leistungsfähiger Hardware von Intermec in vollem Umfang. Die MTU Aero Engines ist der führende deutsche Triebwerkshersteller und weltweit eine feste Größe. Das Unternehmen entwickelt, fertigt, vertreibt und betreut zivile und militärische Luftfahrtantriebe aller Schub- und Leistungsklassen sowie stationäre Industriegasturbinen. Der deutsche Branchenprimus beschäftigt insgesamt rund 8000 Mitarbeiter und ist mit Tochtergesellschaften in allen wichtigen Regionen und Märkten präsent.

Durchlaufzeiten beschleunigen und Zeitfenster einhalten

Die Firmengeschichte des Unternehmens reicht bis ins Jahr 1913 zurück, als in München die Firma Rapp Motorenwerke GmbH gegründet wurde. In der Maintenance-Unternehmenssparte dreht sich alles um die Betreuung und Instandhaltung verschiedener Triebwerke. Die 1990 gegründete MTU Maintenance Berlin-Brandenburg ist dabei auf Flugzeugantriebe des unteren Schub- und Leistungsbereichs sowie auf Industriegasturbinen spezialisiert. Am Firmensitz im brandenburgischen Ludwigsfelde sind rund 700 Mitarbeiter beschäftigt.

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Selbstverständlich stehen die Triebwerksmontage und akkurat durchgeführte Reparatur- und Wartungsdienstleistungen im Mittelpunkt des Leistungsspektrums in Ludwigsfelde. Eine immer wichtigere Rolle im internationalen Wettbewerb spielt aber auch die Logistik in der Wartung: Jeder Tag, den ein Triebwerk ausfällt, verursacht hohe Kosten, denn der Flieger bleibt am Boden. Ein wichtiges Ziel der MTU-Maintenance-Gruppe ist es deshalb, die Durchlaufzeiten zu beschleunigen und enge Zeitfenster einzuhalten. Das senkt Kosten für die Kunden und verbessert die Wettbewerbsfähigkeit der MTU-Maintenance-Gruppe.

Hohe Teiletransparenz in der Logistik von Strahltriebwerken elementar

Da für Strahltriebwerke oft Teile von sogenannten Outside-Vendoren (externe Hersteller oder andere Mitglieder der MTU-Gruppe) rund um den Erdball geordert oder versendet werden müssen, ist eine hohe Teiletransparenz in der Logistik von elementarer Bedeutung. Hier eine Optimierung zu erreichen, war das Aufgabenziel von Dr. Philipp Schumacher, Projektkoordinator Supply Chain Management bei der MTU Maintenance. Im Rahmen des Projekts galt es für ihn, die globalen Konzernanforderungen regional am Standort Ludwigsfelde umzusetzen. Jede Sendung mit Triebwerks- oder Gasturbinenteilen sollte nach der Anlieferung im Unternehmen in Echtzeit verfolgt werden können – bei einem Volumen von über 10.000 Wareneingängen pro Jahr.

Als Kernelement der Verbesserungsmaßnahmen setzte MTU auf eine neue Software zur Verfolgung und Analyse von Wareneingängen. Bei der Recherche nach passenden Lösungen stieß der Projektkoordinator auf das Systemhaus ID-Solutions GmbH & Co. KG. aus Gießen, dessen Lösungsportfolio nach praktischer Vorführung und eingehender Analyse überzeugte. Die Standardsoftware „ID-Track“ ermöglicht eine quasi maßgeschneiderte Gesamtlösung für die automatische Identifikation (Auto-ID) und mobile Datenerfassung (MDE). Die Software kann aufgrund vorhandener SAP-Schnittstellen auch dann ganz oder teilweise weiter eingesetzt werden, wenn MTU Maintenance Berlin-Brandenburg ab 2013 SAP einführt.

Anspruchsvolle Sicherheitspolicies von MTU berücksichtigen

Neben der zentralen Änderung durch den Einsatz der neuen Software identifizierte das Projektteam weitere Möglichkeiten zur Vereinfachung. So wurden aufwendig extern erstellte Wareneingangsetiketten durch maschinell lesbare Barcodelabels ersetzt, die vor Ort von Intermec-Etikettendruckern des Typs PF8 in benötigter Anzahl ausgegeben werden. Auch beim maschinellen Einlesen der 2D-Barcodelabels setzt MTU Maintenance Berlin-Brandenburg – wie die gesamte Firmengruppe – auf Produkte des Herstellers Intermec. Vor Ort eingesetzt werden Mobilcomputer des Typs Intermec CK3 und zur Barcode-Identifikation über größere Distanzen die spezielle CK3-Modellvariante Intermec EX25.

Integriert wurden die Soft- und die Hardware in das vorhandene WLAN unter Berücksichtigung der vorhandenen, sehr anspruchsvollen Sicherheitspolicies, was für den CK3 kein Problem darstellte. Insgesamt ging der Soft- und Hardware-Einführung eine neunmonatige Entwicklungs- und Erprobungsphase voraus, bei der gezielt Mitarbeiter, die täglich in der Logistik arbeiten, einbezogen wurden.

Barcodes aus einer Entfernung von über 15 m einlesen

Der Intermec-Drucker PF8 ist ein leicht zu handhabender Barcodedrucker, der sich einfach verwalten und nutzen lässt. Der verlässliche Betrieb und die durchdachte Konstruktion prädestinieren das Gerät für den Einsatz im Lagerbereich – hier konkret im Wareneingang. Die jetzt ebenfalls für den Wareneingang eingesetzten Mobilcomputer Intermec CK3 integrieren neueste Imaging-Technologie. Eine besonders schnelle Scanleistung für 1D- wie 2D-Barcodes und auch ein souveräner Umgang mit schwer lesbaren oder beschädigten Barcodes zählen zu den Vorteilen, so MTU.

Einzelkomponenten – darunter Windows Mobile 6.1 – bilden in Kombination mit der zertifizierten Unterstützung für Cisco-Datenfunknetze eine robuste Architektur, die den anspruchsvollen Anwendungen gerecht wird. Die Scan-Engine des Intermec-Barcodescanners EX25 kann Barcodes auf Entfernungen über 15 m einlesen. Eingesetzt werden diese Spezialisten bei MTU im Containermanagement, beispielsweise wenn die zu wartenden Triebwerke angeliefert oder versendet werden.

Der Scanner ist hierfür in speziellen Halterungen am Gabelstapler montiert. Gerade das Modell Intermec EX25 erleichtert die tägliche Arbeit enorm, da das Gerät Barcodes auch auf größere Entfernungen sehr schnell und zuverlässig erfasst, heißt es bei den Triebswerksspezialisten. Alle Anforderungen – wie beispielsweise das Lesen der Barcodes auf den Containern, ohne dass man vom Stapler absteigen muss – wurden erfüllt.

Die Kombination aus moderner Hard- und Software ersetzt bei MTU Maintenance Berlin-Brandenburg einerseits den zuvor papierbasierten Wareneingang, andererseits auch Excel-Dateien, auf denen früher alle Importdaten (beispielsweise Versender oder Bestellnummer) gesammelt wurden. Die Funktionalität der sogenannten GB-Liste wird durch die neue Datenbank komplett abgebildet. In den Bereichen Logistik, Einkauf, Rechnungsprüfung und dem Zollreferat ergeben sich dadurch erheblich verlässlichere Daten. Unter dem Strich konnten die Durchlaufzeiten der Wareneingangsteile transparenter gestaltet werden.

* Dr. Christian Schiffer ist Manager Professional Service bei Intermec in 40549 Düsseldorf

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