Zerspanungstechnik Optimierte Metallzerspanung mit gekonnt kombinierten Maschinen

Autor / Redakteur: Falco Wittpoth / Peter Königsreuther

Im niederländischen Someren schwört ein Edelstahl- und Aluminiumverarbeiter seit einiger Zeit auf eine 5-Achs-Bearbeitungsanlage, die mit einem effizienten Automationssystem eines anderen Herstellers erfolgreich gepaart wurde.

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Ein gutes Team: Seit Februar 2018 arbeiten die Automationsanlage Titanium 180 von BMO Automation und die 5-Achs-CNC-Bearbeitungszentrum Acura 65 EL von Hedelius hervorragend zusammen – und zwar bei Edumar Metaalbewerking im niederländischen Someren, einem Spezialisten für Bauteile aus Edelstahl und Aluminium.
Ein gutes Team: Seit Februar 2018 arbeiten die Automationsanlage Titanium 180 von BMO Automation und die 5-Achs-CNC-Bearbeitungszentrum Acura 65 EL von Hedelius hervorragend zusammen – und zwar bei Edumar Metaalbewerking im niederländischen Someren, einem Spezialisten für Bauteile aus Edelstahl und Aluminium.
(Bild: Hedelius)

Die Brüder Marius und Eduard Wijlaars gründeten 1995 im niederländischen Someren die Edumar Metaalbewerking. Angefangen hat alles in einer Scheune nach Feierabend und an Wochenenden. Und 23 Jahre nach der Gründung sind bei Edumar 32 Mitarbeiter angestellt, die Hälfte davon wurde selbst ausgebildet. Auch aus dem landwirtschaftlichen Gebäude aus der Anfangsphase ist man längst in eine hochmoderne Produktionshalle umgezogen. Aufgegeben hat man den alten Standort aber nicht ganz. „Seit 2017 sind wir in unserer 1800 m² großen Halle an der Broekstraat in Someren, hier ist die mechanische Fertigung untergebracht. Den alten Standort hatten wir über die vergangenen Jahre mehrfach erweitert. Dort ist nun eine Montage“, erläutert Geschäftsführer Marius Wijlaars.

Automatisierung minimiert Lieferzeiten in der Zerspanung

Der Metallbearbeitungsspezialist aus Someren fertigt hauptsächlich Bauteile aus Edelstahl und Aluminium für niederländische und deutsche Kunden aus der Verpackungs- und Medizintechnik, der Lebensmittel- und Chipindustrie sowie für den Schiff- und Werkzeugbau. Dabei wird für Vertragskunden auch auf Lager produziert, um zum einen die Fertigung flexibel zu halten und voll auszulasten, zum anderen um kurze Lieferzeiten für die Kunden zu gewährleisten. „Durch unsere automatisierte Fertigung und die Bevorratung von Bauteilen können wir heute innerhalb kürzester Zeit liefern. Und dass obwohl wir häufig Prototypen oder Kleinserien von maximal 50 bis 100 Teilen produzieren“, berichtet Inhaber Marius Wijlaars stolz. Und die mechanische Fertigung an der Broekstraat ist beeindruckend. Dicht an dicht stehen sieben Dreh- und neun Fräsmaschinen, häufig gepaart mit Automationssystemen. Alles ist durchorganisiert, durchstrukturiert und auf Effizienz getrimmt. Marius Wijlaars erzählt: „Bevor wir mit der Automation angefangen haben, konnten wir ein Teil pro Nacht fertigen, mit den ersten Automationssystemen dann sieben Teile, später 16. Heute sind wir noch viel weiter. Die Maschinen sind alle miteinander vernetzt, sodass an jeder Maschine auf Zeichnungen und Programme zugegriffen werden kann.“ In Zukunft möchte man bei Edumar noch einen weiteren Schritt machen. Die Maschinen sollen dann selbständig miteinander kommunizieren und melden, wenn Probleme auftreten, Schmierstoffe knapp werden oder andere Einschränkungen die Produktivität bedrohen.

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Bloß keinen Stillstand in der Fertigung riskieren!

Kein Wunder also, dass man auch an die Leistung der Maschinen hohe Ansprüche stellt. Jede neue Maschine soll noch produktiver werden. Zuletzt wurde eine Acura 65 EL der Hedelius Maschinenfabrik GmbH aus Meppen gekauft. „Die letzten Maschinen, die wir angeschafft haben, kommen auf 5000 oder 6000 Spindelstunden. Mit der Hedelius wollen wir bis zu 8000 Spindelstunden im Jahr erreichen. Von Stillstand haben wir nichts“, definiert Eduard Wijlaars das ambitionierte Ziel. Das ist eine Auslastung von über 90 %. Damit setzt man auch ein großes Vertrauen in die Acura 65 EL und die Automation von BMO Automation. Der Automationshersteller ist bei Edumar bereits mit verschiedenen Anlagen vertreten und damit im Unternehmen kein Unbekannter. Vom norddeutschen Hersteller Hedelius ist es das erste Bearbeitungszentrum. „Wir wussten von Bekannten, dass Hedelius gut ist und auch, dass das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt. Wir haben uns eine Acura 65 dann das erste Mal bei Promas angeschaut und sind daraufhin ins Werk von Hedelius gefahren. Dort haben wir uns von der Maschine überzeugt“, erzählt Eduard Wijlaars. Promas BV - Professional Machine Support ist der niederländische Handelspartner von Hedelius und ebenfalls für den Service in den Niederlanden verantwortlich.

Kompakte Zerspanungspräzision im Nanobereich

Ausschlaggebend für die Anschaffung der Acura 65 EL waren letztendlich verschiedene Faktoren wie der Dreh-Schwenktisch, die Bedienerfreundlichkeit und die Zugänglichkeit der Maschine von vorne, trotz Automation. „Durch die seitliche Roboterbeladung der Acura können wir in der Tagschicht Einzelteile noch von vorne in die Maschine einrüsten, der Arbeitsraum bleibt voll zugänglich“, beschreibt Marius Wijlaars den Vorteil. Die kompakte Maschine überzeugt aber insbesondere auch durch ihre Präzision. Bei Edumar Metaalbewerking werden zum Beispiel Bauteile für Werkstoffanalysegeräte gefertigt und die müssen höchsten Qualitätsansprüchen genügen. Auf den Bauteilen dürfen nicht einmal Kratzer sein und per Messprotokoll muss alles dokumentiert werden. Andere Teile für Klebstoffgeräte müssen sich über die gesamte bearbeitete Länge im Toleranzbereich von 0,01 bis 0,015 mm bewegen. Und für im Inneren eingebrachte Passungen müssen es gar Nanometer sein. Die Bauteilgröße auf der Acura 65 EL beginnt bei kleinen Teilen mit Abmessungen von 50 mm × 50 mm × 80 mm und wird nach oben hin nur durch die Verfahrwege der Maschine von 700 mm × 650 mm × 600 mm (X/Y/Z) begrenzt.

Durchdachtes Werkzeugmagazin vermeidet Rüstzeiten

Ein weiteres überzeugendes Argument für die Acura 65 EL war das integrierte 65-fach-Werkzeugmagazin und das zusätzliche Standby-Magazin mit 180 Werkzeugen sowie einer Kegelreinigungsstation. Die für die Bearbeitungen benötigten Werkzeuge sind so immer im Magazin vorhanden, inklusive der Schwesterwerkzeuge. Bei Werkzeugverschleiß oder Werkzeugbruch kommt es so nicht zum Maschinenstillstand. „Das große Werkzeugmagazin ist formidabel“, merkt Marius Wijlaars an. Und weiter: „Wir haben quasi keine Werkzeugrüstzeiten.“ Durch die Kegelreinigungsstation können die Werkzeuge im Standby-Magazin verbleiben, sodass regelmäßiges Entnehmen, Reinigen und wieder Einsetzen entfällt und die sonst üblichen Kosten praktisch entfallen. Sollte für ein Bauteil ein Werkzeug doch einmal nicht zur Verfügung stehen, dann stoppt der Roboter automatisch das Werkstück und wählt ein anderes, bei dem das Werkzeug nicht zum Einsatz kommt. So kann ohne Unterbrechung produziert werden, wie die Edumar-Entscheider erklären.

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