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Fachkräftemangel Ostdeutsche Maschinenbauer finden keine passenden Auszubildenden

| Redakteur: Melanie Krauß

Die Suche nach ausbildungsfähigen und motivierten Jugendlichen wird für die Maschinenbauer in Ostdeutschland laut VDMA immer schwieriger. Grund dafür seien unter anderem große Schwächen in Mint-Fächern und mangelnde soziale Kompetenzen.

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Viele Ausbildungsplätze bleiben in diesem Jahr unbesetzt. Unternehmen begründen dies damit, dass Jugendliche heutzutage oftmals ein Studium vorziehen.
Viele Ausbildungsplätze bleiben in diesem Jahr unbesetzt. Unternehmen begründen dies damit, dass Jugendliche heutzutage oftmals ein Studium vorziehen.
(Bild: gemeinfrei (Pixabay, Wokandapix) / CC0 )

In diesen Tagen beginnt das neue Ausbildungsjahr. Doch die ostdeutschen Maschinenbauer schlagen Alarm: Fast zwei Drittel der ausbildenden Unternehmen hatten in diesem Jahr Schwierigkeiten, geeignete Jugendliche für die gewerblichen Ausbildungsberufe zu finden. Vier von zehn Betrieben mussten sogar Ausbildungsplätze unbesetzt lassen. Das ergab eine Umfrage unter den 350 Mitgliedern des VDMA-Landesverbandes Ost in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Die Ausbildungsquote im ostdeutschen Maschinenbau beträgt knapp 6 %. Damit liegt der Anteil der Auszubildenden an der Beschäftigtenzahl über dem Durchschnitt des verarbeitenden Gewerbes. Allerdings fällt die Suche nach talentierten Jugendlichen zunehmend schwerer. Seit 2015 ist die Zahl der Unternehmen, die Probleme bei der Besetzung gewerblicher Ausbildungsstellen hatten, um 12 % auf 62 % gestiegen. „Die betriebliche Ausbildung ist eine wichtige Säule, um den steigenden Fachkräftebedarf decken und letztlich den Standort sichern zu können. Daher bereitet uns die Entwicklung große Sorgen“, sagt Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost.

Defizite in Grundlagenwissen und sozialen Kompetenzen

60,5 % der betroffenen Betriebe bemängelten in der Umfrage, dass die Jugendlichen nicht ausreichend auf die Anforderungen in der betrieblichen Praxis vorbereitet sind. Ihnen fehle es vor allem an anwendbarem Grundlagenwissen, insbesondere in Mathematik und in Naturwissenschaften wie Physik. Defizite registrierten sie ebenso in Deutsch, Fremdsprachen und motorischen Fähigkeiten. „Dies verdeutlicht, dass die Politik endlich gezielt in die schulische Bildung investieren muss. Es ist wichtig, die technische Allgemeinbildung zu stärken, Fächer wie Mathematik praxisbezogen zu lehren und Lehrinhalte an sich ändernde Berufsanforderungen anzupassen. Gleichzeitig müssen sich die Lehrer konsequent weiterbilden. Eine Möglichkeit wären Betriebspraktika“, fordert der Geschäftsführer.

Zahlreiche Unternehmen kritisierten darüber hinaus eine fehlende Motivation sowie ungenügende soziale Kompetenzen wie Kommunikations- und Konzentrationsfähigkeit, Pünktlichkeit und Lernbereitschaft.

Ausbildungsberufe zu wenig bekannt

89,5 % der Firmen begründeten ihre Probleme mit der sinkenden Zahl an Bewerbern. Sie führten dies ganz wesentlich auf die zunehmende Akademisierung zurück. Demnach ziehen Jugendliche vermehrt ein Studium der Berufsausbildung vor. Vielen Unternehmen machen auch die demografische Entwicklung und die geografische Lage zu schaffen. Darüber hinaus kennen nach Ansicht der Unternehmen noch zu wenige Schüler, Lehrer und Eltern die zahlreichen Industrieberufe. „Unser Verband und unsere Mitglieder engagieren sich seit vielen Jahren, um die Berufsausbildung in der gesellschaftlichen Wahrnehmung aufzuwerten und mehr junge Menschen für gewerbliche Ausbildungsberufe zu begeistern. Eine bessere Berufsorientierung an weiterführenden Schulen, auch an Gymnasien, würde diese Bemühungen positiv ergänzen“, betont Pätz.

Die Ausbildung geflüchteter Menschen könnte helfen, die Fachkräftemisere zu mildern. So lernen derzeit Flüchtlinge bei fast jedem fünften ostdeutschen Maschinenbauer einen Beruf. „Dies ist eine leichte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Dass nicht noch mehr Unternehmen ausbilden, liegt häufig an fehlenden Interessenten“, erklärt Pätz. Entscheidende Hemmnisse sind auch fehlende Sprachkenntnisse und eine unklare Bleibeperspektive.

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