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Autor: Andrea Gillhuber

Billig und mindere Qualität! Das sind Bewertungen, die manch einem bei dem Stichwort „frugal“ durch den Kopf schießen. Er könnte nicht weiter von der Realität entfernt sein.

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Andrea Gillhuber, Redakteurin Zerspanungstechnik: "Frugal heißt auch, das Interesse der Produzenten dem der Verbraucher unterzuordnen."
Andrea Gillhuber, Redakteurin Zerspanungstechnik: "Frugal heißt auch, das Interesse der Produzenten dem der Verbraucher unterzuordnen."
(Bild: VBM-Archiv)

Es ist wahr, frugale Produkte unterscheiden sich signifikant von High-End-Waren, vor allem im Funktionsumfang und im Preis. In der Qualität liegen die frugalen Innovationen jedoch im oberen Segment. Sie orientieren sich nicht am Aussehen oder an Nice-to-have-​Funktionen, sie konzentrieren sich auf die Kernfunktionen der Zielanwendung oder des Zielkunden: Telefonieren beim Handy, Bohren beim Bohrer, schnell und günstig von A nach B ohne gekühltes Handschuhfach und Ledersitze.

Gestartet in den infrastrukturschwachen Schwellenländern dieser Welt, ist der frugale Gedanke längst im Alltag der hochtechnologischen westlichen Hemisphäre angekommen. Die Konsumgüterindustrie, Automobilhersteller und auch die Dienstleistungsbranche haben ihn längst für sich entdeckt. Sie entwickeln funktionale, robuste und kostengünstige Produkte nicht nur für die Schwellenländer, sondern auch für die Hightech-verwöhnten Nationen. Nicht selten entpuppen sich jene als weltweiter Verkaufsschlager – passend einfach, einfach passend!

Interesse der Produzenten dem der Verbraucher unterzuordnen

Unternehmen, die den frugalen Gedanken in ihre Produkt- oder Serviceentwicklung mit einbinden, leisten Großartiges. Denn frugale Güter zu entwickeln, heißt nicht, bestehende Produkte in ihrem Funktionsumfang abzuspecken. Es heißt vielmehr, Produkte konsequent auf ihre Kernfunktion zu reduzieren, sprich: sie für den Nutzer unverzichtbar zu machen – und das zu einem attraktiven Preis! Das setzt auch voraus, dass man sich intensiv mit den Bedürfnissen seiner Kunden auseinandersetzt. Denn frugal heißt auch, das Interesse der Produzenten dem der Verbraucher unterzuordnen.

Auch im Maschinenbau setzt ein frugales Erwachen ein. Ein Grund für uns, diesem Thema die Titelstory dieser Ausgabe zu widmen. Wer sind die Vorreiter dieses, man könnte fast sagen: revolutionären, Gedankens? Wer verfügt über die Innovationskraft, diesen erfolgreich umzusetzen? Und was haben frugale Produkte mit Industrie 4.0 zu tun? Die Antworten finden Sie hier.

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