Innovationsflaute Patentanmeldungen in Deutschland erneut am Schwächeln

Quelle: dpa

Seit der Corona-Krise kriseln auch die Patentanmeldungen in Deutschland. Wie der Stand der Dinge ist, verrät folgende Zusammenfassung.

Anbieter zum Thema

Das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) muss erneut rückläufige Zahlen bei den Patentamelungen seit Pandemiebeginn melden. Wo dennoch die hellsten Köpfe denken und welche Bereiche besonders betroffen sind, verrät dieser Einblick ins Geschehen der Tüftler- und Erfinderkreise.
Das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) muss erneut rückläufige Zahlen bei den Patentamelungen seit Pandemiebeginn melden. Wo dennoch die hellsten Köpfe denken und welche Bereiche besonders betroffen sind, verrät dieser Einblick ins Geschehen der Tüftler- und Erfinderkreise.
(Bild: DPMA)

In Deutschland werden weniger Patente angemeldet – und das nun schon zum zweiten Mal. Das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) zählte im vergangenen Jahr 58.568 Anmeldungen, wie gestern bekannt wurde. Das sind 5,7 Prozent weniger als 2020. Und bereits im ersten Corona-Jahr hatte das Amt einen deutlichen Rückgang festgestellt. In den Jahren 2017 bis 2019 bezifferte man die Anmeldungszahlen für Patente noch auf rund 67.000, wie das DPMA erinnert. Den Grund für den erneuten Rückgang sieht man in der sich noch immer auswirkenden Corona-Pandemie. Das jedenfalls meint die DPMA-Präsidentin Cornelia Rudloff-Schäffer. Viele Unternehmen wählten demnach vorsichtiger aus, welche Entwicklungen eine Patentanmeldung rechtfertigten

Süddeutschland hat offensichtlich die pfiffigsten Köpfe

Unter den deutschen Bundesländern hat demnach Baden-Württemberg die Nase vorne. Und das sowohl mit der Gesamtzahl von insgesamt 13.570 Anmeldungen als auch mit einem Durchschnitt von 122 Erfindungen pro Kopf. Das in beiden Kategorien zweitplatzierte Bayern kommt auf 11.875 Anmeldungen beziehungsweise 90 pro Kopf, wie man ausgerechnet hat. Die folgenden Bundesländer sind dann aber weit abgeschlagen, wie weiter zu erfahren ist. Nordrhein-Westfalen kommt mit 5.675 Anmeldungen, Niedersachsen reichte 2.982 ein und die Hessen nur 1.479.

Das mehr als deutliche Süd-Nord-Gefälle spiegelt auch die Innovationskraft einzelner Unternehmen wider. Denn Bosch aus Baden-Württemberg liegt mit 3.966 klar auf Platz 1, noch vor BMW und Schaeffler aus Bayern, die mit 1.860 respektive 1.806 Patentanmeldungen gelistet sind. Dahinter folgen Daimler und ZF, die auf je 1.315 Anmeldungen kommen – man beachte: wieder Konzerne aus Baden-Württemberg.

Erst auf Rang 6 steht Volkswagen aus dem Norden Deutschlands. Die Wolfsburger kommen auf 1.243 Patentanmeldungen, bei denen allerdings die Anmeldungen der Konzerntöchter Audi (mit 747 auf Rang 8) sowie Porsche (mit 651 auf Rang 10) nicht berücksichtigt wurden, wie das DPMA anmerkt.

Ausgegrübelt in Sachen Verbrennungsmotor...

Obwohl unter den Unternehmen mit den meisten Patentanmeldungen die Fahrzeugindustrie weiter deutlich dominiert, kühlen die Feuer der Ideenschmieden in Sachen Verbrennungsmotor stark ab, wie es vom DPMA heißt, was natürlich die Mobilitätswende hin zur Elektromobilität bewirkt. Auch im Bereich Medizintechnik gibt es mit 17 Prozent momentan wieder einen starken Rückgang. Dennoch hatte es 2020 einen deutlichen Anstieg gegeben: während die Zahl der Patentanmeldungen sank, wurden mit 48.489 deutlich mehr Prüfungsverfahren abgeschlossen. Und 21.113 Patente wurden erteilt – so viele wie seit über 30 Jahren nicht mehr. Klar, dass das eine weitere Auswirkung der Pandemie ist, nur eben eine positive für die Medizintechnikbranche hierzulande.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:48089261)